Mehr als 85.000 armutsbetroffene Menschen hat „Die Tafel Österreich“ im letzten Jahr mit rund 1.500 Tonnen geretteten Lebensmitteln versorgt, mehr als 20 Prozent davon waren Kinder und Jugendliche.
Komplexität, Aufwand und Kosten steigen
Dennoch gibt es aus Sicht der Non-Profit-Organisation im Bereich der karitativen Lebensmittelrettung angesichts wachsender Komplexität und Kosten noch viel Luft nach oben.
Vor allem steige aber die Nachfrage stetig an: In einer jährlich von der Tafel Österreich durchgeführten Umfrage geben über 50 Prozent der belieferten sozialen Einrichtungen an, dass ihr Bedarf gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist. Der durchschnittliche Anstieg betrug fast 40 Prozent im Vergleich zu 2024.
20 Prozent höhere Nachfrage in Osttirol
Auch in Osttirol ist für 2025 eine Zunahme der Nachfrage zu verzeichnen, wie Wilhelm Granig, Bereichsleiter der Gesundheits- und Sozialen Dienste des Roten Kreuzes Osttirol auf Anfrage von Dolomitenstadt beschreibt: „Der Bedarf ist von 2024 auf 2025 um 20 Prozent gestiegen, das heißt in Zahlen von 7.358 Gesamtabholungen 2024 auf 8.939 Gesamtabholungen 2025. Wir sind in der glücklichen Lage, nach wie vor genügend Lebensmittel zu erhalten, im Sinne von 'Verwenden statt Verschwenden'. Es wurden rund 80 Tonnen an Lebensmitteln 'gerettet'– davon rund 85 Prozent ausgegeben."
Die übrigen 15 Prozent, die nicht an Bedürftige weitergegeben werden konnten, wurden an einheimische Bauern als Letztnutzer zur Verfütterung an ihre Tiere weitergegeben oder entsorgt.
69 Familien mit Kindern registriert
Im Hinblick auf die Kund:innen, die das Angebot in Osttirol in Anspruch nehmen, informiert Granig, dass derzeit 147 Kundenkarten registriert seien, wovon 107 Karten aktiv genutzt werden. 63 Karten laufen auf Personen österreichischer Herkunft, die restlichen 44 Karten gehören Personen mit Migrationsherkunft.
Bei der größten Gruppe, die von den „Tafeln“ unterstützt wird, handelt es sich um Familien mit Kindern: Insgesamt sind in Osttirol 69 Familien registriert, die sich aus 150 Erwachsenen und 74 Kinder zusammensetzen. In 16 Fällen werden alleinerziehende Mütter unterstützt.
Dazu kommen 38 Einzelpersonen, die Lebensmittel abholen. Bei diesem Personenkreis ist der Anteil der Frauen deutlich höher: Während 32 Frauen das Angebot nutzen, nehmen es nur sechs Männer in Anspruch.
Über „Die Tafel“
Die „Tafel Österreich“ versorgt seit 1999 armutsbetroffene Menschen durch soziale Einrichtungen kostenfrei mit geretteten Lebensmitteln. Die Non-Profit-Organisation ist überwiegend spendenfinanziert und auf Geld-, Zeit- und Warenspenden angewiesen.
In Osttirol gibt es in Lienz und in Sillian einen „Tafel“-Standort, jener in Sillian feierte im vergangenen Jahr sein zehnjähriges Bestandsjubiläum. Allein dort engagieren sich 23 freiwillige Mitarbeiter:innen regelmäßig bei der Ausgabe von Lebensmitteln und Hygieneartikeln. Entsprechend wurden 2025 mehr als 1.500 frewillige Stunden geleistet.
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