Neue Details liefert die Polizei heute, Dienstag, über einen Schusswaffen-Vorfall am Montagfrüh, 16. März, im Bezirkskrankenhaus St. Johann in Tirol. Dort löste ein 56-jähriger Österreicher einen Polizeieinsatz mit zunächst unklarem Hintergrund aus. Der Mann hatte ein Behandlungszimmer mit zwei anwesenden Ärztinnen betreten und eine Pistole auf eine der beiden Frauen gerichtet, teilt die Polizei mit. Als beide Frauen den Raum verlassen hatten, löste sich ein Schuss aus der Waffe des Mannes.

Zu dem Vorfall - das Bezirkskrankenhaus sprach von einer „Krisensituation“ - war es gegen 9.00 Uhr im Bereich der Klinischen Psychologie gekommen. Der Mann hatte das Krankenhaus in „emotional aufgebrachtem Zustand“ betreten, sagte Philipp Rapold, stellvertretender Leiter des Landeskriminalamts, der APA. Ob der 56-Jährige bereits dort in Behandlung gewesen war, sei weiter Gegenstand von Ermittlungen.
Im Behandlungszimmer forderte der Österreicher dann die Ärztinnen auf, seine Frau anzurufen. Die beiden Medizinerinnen konnten den Bewaffneten etwas beruhigen und durch einen Vorwand den Raum verlassen. Die mittlerweile eingetroffenen Einsatzkräfte - auch von der Sondereinheit Cobra - nahmen Kontakt zu dem nunmehr alleine im Behandlungszimmer verbliebenen 56-Jährigen auf.
Schuss schlug in Raum mit anwesenden Personen ein
Zu diesem Zeitpunkt kam es zu einer Schussabgabe. Das Projektil wurde nicht in Richtung der Beamten abgefeuert, sondern drang durch eine Zwischenwand und schlug ins Mauerwerk eines angrenzenden Zimmers ein, schilderte die Exekutive. In diesem Raum hielten sich drei Personen auf der entgegengesetzten Seite auf. Alle drei blieben unverletzt. Daraufhin wurde der Österreicher von Polizeibeamten festgenommen. Einige Personen mussten vom Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes betreut werden.
Die mitgeführte Waffe hatte der 56-Jährige - ebenso wie weitere zuhause - legal besessen, hieß es. Gegen ihn wurde ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen, alle Waffen wurden sichergestellt. Das Motiv war vorerst unklar, ebenso, ob eine psychische Beeinträchtigung bei dem Verdächtigen vorlag. Es wurde weiter wegen des Verdachts der schweren Nötigung ermittelt. Der Beschuldigte befand sich Stand Dienstagfrüh in ärztlicher Behandlung und sollte im Laufe des Tages einvernommen werden.
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den Kollegen und Kolleginnen alles Gute um das Geschehene zu verarbeiten. Ein adäquater Schutz aller Krankenhausangestellten wäre dringend erforderlich...traurig aber Realität, dass es zu Gewalt gegenüber dem Personal kommt
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