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RMO initiiert und koordiniert ein enormes Projektvolumen 

Bei der diesjährigen Generalversammlung wurde bilanziert und ein vielversprechender Ausblick geboten.

Wie jedes Jahr war die Generalversammlung des Osttiroler Regionsmanagements auch heuer ein Aufmarsch der Bürgermeister und institutionellen Träger dieses Vereins, der als zentrale Drehscheibe für Dutzende Millionen Euro an Fördermitteln fungiert, die aus unterschiedlichen Kanälen nach Osttirol fließen. 

Das RMO-Kernteam ist dabei weniger Entscheidungsträger als Projektabwickler, kümmert sich also um die teilweise komplexen Richtlinien und Antragsroutinen, die man durchlaufen muss, um diverse Fördertöpfe etwa der EU-Programme Leader und Interreg anzuzapfen. In der professionellen Beurteilung, ob ein Projekt förderungswürdig ist und in der gezielten Beratung, wie es inhaltlich passend gemacht und optimal eingereicht werden kann, liegt ein enormes Potenzial, wie der aktuelle Jahresbericht für 2025 zeigt. Die Liste der Projekte ist lang, die dafür lukrierten Gelder summieren sich zu vielen Millionen.  

Einige Unterschiede zu vergangenen Jahren lassen sich für die diesjährige Generalversammlung am 18. März im Saal der Lienzer Sparkasse aufzählen. Zum einen sorgten Obmann Dietmar Ruggenthaler und Geschäftsführer Philipp Schlemmer für eine ausgesprochen zügige Abwicklung der Versammlung, zum anderen wurde mit der Absegnung eines neuen regionalwirtschaftlichen Programms ein noch größerer Geldhahn als in den vergangenen Jahren aufgedreht. 

Wir haben mehrfach über das 20-Millionen-Paket berichtet, das aus der ursprünglichen – unter Günther Platter eingeführten – Natura-2000-Förderung hervorgegangen ist, deren Volumen verdoppelt wurde. Für diesen Topf gibt es laut Schlemmer und Projektberater Stefan Niedermoser bereits eine ganze Menge Interessenten. Das Rennen ist also eröffnet. 

Die finale Bewilligung durch den Landtag gilt als Formsache. Im Juli startet die Zuweisung der ersten beiden Millionen an einzelne Projektwerber. Das Land war bei dieser RMO-Generalversammlung nicht wie sonst durch Christian Stampfer sondern durch Martin Traxl vertreten, der in seinem Statement auf die Bedeutung „integrierter Entwicklung“ für Tirol hinwies, bei der man ganzheitlich an regionale Themen herangehe. 

Neben der Hauptaufgabe als Förderdrehscheibe realisiert das siebenköpfige Team des RMO auch eigene Vorhaben, vor allem aus den Bereichen „Teilhabe“ und „Mobilität“. In Summe beträgt das Jahresbudget des Vereins rund 900.000 Euro, mehr als zwei Drittel kommen aus Fördertöpfen der EU und des Landes, aber auch die Gemeinden, die Kammern, Banken, OIG und TVBO zahlen mit. 

Wer nun wissen will, welche Projekte über die Schreibtische der Mitarbeiter:innen in der Lienzer Amlacherstraße laufen und welche Summen an wen ausgeschüttet werden, findet eine recht detaillierte Auflistung im brandneuen RMO-Jahrbericht 2025, dessen genauere Betrachtung sich lohnt. 

Das RMO wirkt nach außen weit weniger spektakulär als beispielsweise der Tourismusverband, bewegt aber sogar noch deutlich größere Geldbeträge im Bezirk und ist deshalb auch ein politischer Faktor. Kein Wunder also, dass dem siebenköpfigen operativen Team ein doppelt so großer Vorstand gegenübersteht, gebildet vorwiegend aus prominenten lokalpolitischen Akteur:innen. Sie sind die eigentlichen Drahtzieher bei der Verteilung der Gelder. 

Gerhard Pirkner ist Herausgeber und Chefredakteur von „Dolomitenstadt“. Der promovierte Politologe arbeitete als Kommunikationsberater in Salzburg, Wien und München, bevor er nach Lienz zurückkehrte und 2010 „Dolomitenstadt“ ins Leben rief. 2025 erhielt Pirkner für seine journalistische Arbeit den Walther-Rode-Preis.

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