Im Rahmen einer Vollversammlung des BKH-Gemeindeverbands wurden heute, 20. März, erste Details des größten öffentlichen Bauprojekts in Osttirol präsentiert. Um rund 200 Millionen Euro soll in zehn Jahren Bauzeit das völlig veraltete Bezirkskrankenhaus aus- und umgebaut werden – und das ohne Unterbrechung des laufenden Betriebes. Seit zwei Jahren wird hinter den Kulissen geplant.
Man habe ein sehr detailliertes und strukturiertes Raum- und Funktionsprogramm erarbeitet, wird in einer Aussendung des Verbands an die Osttiroler Medien betont, „unter Berücksichtigung der Betriebsorganisation, mit dem Beratungsunternehmen Drees & Sommer. Die E&E Unternehmensberatung und EDV GmbH, ein Tochterunternehmen der Tirol Kliniken, wurde vom Gemeindeverband BKH Lienz anschließend beauftragt, die vorliegende Masterplanung für die Neustrukturierung des Bezirkskrankenhauses einer umfassenden Prüfung zu unterziehen.“
Das Ergebnis liegt als Machbarkeitsstudie mit planerischen Entwürfen des Büros „DIN A4 Architektur ZT GmbH“ vor und wurde heute von der Versammlung einstimmig genehmigt. Aus Sicht des Krankenhausverbands ist der 20. März 2026 deshalb „ein historischer Tag für die Bevölkerung von Osttirol“.
Die Bebauungsstudie beeindruckt vor allem mit der Kubatur dieses Megaprojekts: Rund 40.000 m² Bruttogeschoßfläche sowie 1.500 Räume sind vorgesehen. Zum Vergleich: Das aktuelle BKH – kein kleiner Bau – hat 17.000 m² Nutzfläche. Die Bettenstationen sollen vollständig neu errichtet werden, der OP und die Intensivstation ebenfalls. Eine zentrale ambulante Erstversorgung (ZAE) als Anlaufstelle für Verletzte und akut Erkrankte soll getrennt von den geplanten ambulanten Patient:innen-Strömen errichtet werden.
Die Technik mit den dazugehörenden Räumlichkeiten werde auf den neuesten Stand gebracht und großteils neu gebaut. Moderne Räumlichkeiten für Verwaltung, Dienstzimmer für diensthabendes Personal und Wohnungen für die Mitarbeiter:innen runden die vollständige Erneuerung des Krankenhaus-Komplexes ab. Neu hinzu kommen laut Plan auch Räumlichkeiten für die qualifizierte Kurzzeitpflege und Schwerpunktpflege.
In vollständig trockenen Tüchern ist das Projekt freilich erst, wenn die Einreich- und Detailplanung vorliegt und neben verbindlichen Voranschlägen für den Bau auch kostenintensive Interimslösungen für temporäre Auslagerungen ganzer Abteilungen während der Errichtung eingepreist sind. Dann wird man wissen, ob die derzeit angepeilten Kosten von 200 Millionen Euro auch halten und die Frage der Kostenteilung klären können.
Parallel zur weiteren Planung würden Gespräche mit der Tiroler Landesregierung geführt, sagt der Obmann und Leisacher Bürgermeister Bernhard Zanon. Ein Teil der Finanzmittel soll aus dem Tiroler Gesundheitsfonds sowie dem Gemeindeausgleichsfond (GAF) kommen.
Einen bedeutenden Anteil müssten aber auch die 33 Osttiroler Gemeinden direkt stemmen, unterstreicht Zanon: „Das Mammut-Projekt ist für die Osttiroler Gemeinden sehr belastend, aber für die Versorgung der Osttiroler Bevölkerung unbedingt notwendig.“ Am 7. April will man sich den Fragen der Medien stellen.
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