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„Osttirol für Mondikolok“ unternahm Aufklärungsreise

In Norduganda und im Südsudan wurde die humanitäre Lage evaluiert. Weitere Hilfsmaßnahmen sind geplant.

Zwei Jahre nach dem letzten Besuch reiste im November 2025 eine Delegation des von Franz Krösslhuber gegründeten Sozialvereins „Osttirol für Mondikolok“ erneut nach Norduganda und in den Südsudan. Ziel dieser „Fact-Finding-Mission“ war es, die humanitäre und medizinische Lage vor Ort zu evaluieren sowie weitere Hilfsmaßnahmen zu planen.

Im November 2025 reiste Franz Krösslhuber mit einer Delegation von „Osttirol für Mondikolok“ erneut nach Norduganda und in den Südsudan, um die humanitäre Lage zu evaluieren. Foto: OfM/F. Krösslhuber

Einen intensiven Schwerpunkt der Reise stellte die Abklärung der Sicherheitslage im Bezirk Kajo-Keji im Südsudan dar. Nach den schweren Zerstörungen und Plünderungen im Bürgerkrieg 2017 und 2018, von denen auch das Krankenhaus in Mondikolok betroffen war, sollte der aktuelle Zustand der Einrichtungen erhoben werden.

Verbesserung der sicherheitspolitischen Lage

Vor Ort wurde festgestellt, dass sich die Lage in der Stadt zwar langsam, aber kontinuierlich verbessert. Das versicherte auch die militärische und administrative Leitung des Countys gegenüber der Osttiroler Delegation, die darauf hinwies, dass die Sicherheitslage ausgezeichnet sei.

Eine Wiederaufnahme der medizinischen Arbeit in Mondikolok ist derzeit dennoch nicht realistisch. Die Comboni-Missionare, mit denen der Osttiroler Verein zusammenarbeitet, hätten erst in Lomin begonnen, die zerstörten Unterkünfte wieder herzustellen und die Health Care Unit in Betrieb zu nehmen, wie es im Bericht des Sozialvereins heißt. Nach Mondikolok seien hingegen vergleichsweise wenige Flüchtlinge zurückgekehrt.

Als besonders relevant schätzt der Verein die Entwicklungen rund um das Krankenhaus in Mundari, in der Bezirkshauptstadt von Kajo-Keji, ein. Aus dem wird sich möglicherweise die internationale Organisation Médecins Sans Frontières (MSF) zurückziehen, was erhebliche Auswirkungen auf die medizinische Versorgung der Region hätte.

Die Reparatur eines Lkw in Juba war nicht von Erfolg gekrönt. Foto: OfM/F. Krösslhuber

Ein weiterer Anlass der Reise war die Reparatur eines für die medizinische und logistische Versorgung dringend benötigten LKW in Juba, die jedoch trotz des Einsatzes eines erfahrenen Mechanikers aus Osttirol nicht gelang.

Kritische Versorgungslage in Norduganda

In Norduganda, insbesondere im Flüchtlingsgebiet Palorinya bei Moyo wurde im Hinblick auf die gesundheitliche Situation der Geflüchteten festgestellt, dass die Gesundheitseinrichtungen vor enormen Herausforderungen stehen.

Einerseits seien durch Budgetkürzungen die Ressourcen stark eingeschränkt, während andererseits der Bedarf zugenommen habe. Da 70 Prozent mehr Flüchtlinge mitversorgt werden müssen, fehlt es den Gesundheitseinrichtungen an qualifiziertem Personal, medizinischem Material, Infrastruktur sowie finanziellen Mitteln.

Verbesserung der medizinischen Versorgungskette

In Planung befindet sich ein Konzept zur Verbesserung der Transferierungen von Patient:innen. Gemeinsam mit den lokalen Verantwortlichen soll es gelingen, schwere Fälle strukturiert, sicher und rasch weiterzuverlegen.

Für den nächsten Besuch stehen Schulungen des medizinischen Personals sowie Einführungen in Notfall- und geburtshilflichen Ultraschall auf der Agenda.

Außerdem soll ein Notfallkonzept für die „Golden Hour“, die erste Stunde nach Aufnahme eines infektiologischen oder traumatologischen Notfalls, entwickelt werden. In dieser Stunde ist es entscheidend, strukturierte Maßnahmen zur Stabilisierung zu setzen, um Überlebenschancen entscheidend zu verbessern.

Künftig wird Franz Krösslhuber von der angehenden Ärztin Daniela Wimmer aus Oberösterreich unterstützt. Sie wurde in den Vorstand des Vereins aufgenommen Foto: OfM/F. Krösslhuber

Um dieses Ziel der medizinischen Ausbildung besser zu erreichen, wird Franz Krösslhuber von der angehenden Ärztin Daniela Wimmer aus Oberösterreich unterstützt, die im Rahmen der diesjährigen Generalversammlung einstimmig in den Vorstand des Sozialvereins aufgenommen wurde. Eine weitere Reise eines kleinen Teams nach Uganda und Südsudan ist auch in diesem Jahr wieder geplant.


„Osttirol für MONDIKOLOK“

Der Sozialverein „Osttirol für Mondikolok“ orientiert sich an dem Ziel, partnerschaftliche Hilfe zur Selbsthilfe für eine der fragilsten Regionen Afrikas zu leisten, um eine medizinische Grundversorgung langfristig zu sichern.

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