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Gewidmete Studienplätze mit Stipendium für BKH Lienz

Angehende Medizin-Studenten können sich beim Land bewerben. Den Aufnahme­test muss man dennoch bestehen.

Alljährlich beginnt Anfang Juli das große Zittern von interessierten Maturant:innen, deren Berufswunsch Arzt bzw. Ärztin lautet. Denn zwischen ihnen und ihrer favorisierten Profession steht nicht nur ein anspruchsvolles Studium, sondern zuallererst noch der sogenannte „MedAT“, der Aufnahmetest für das Medizinstudium.

Gleichzeitig stellt vielerorts in Tirol der Ärztemangel ein virulentes Problem dar. Um diese Lücke zwischen zu wenigen Medizinstudienplätzen bei zu vielen Interessent:innen auf der einen und der teils schwierigen medizinischen Versorgungslage auf der anderen Seite zu schließen, gibt es seit dem Studienjahr 2024/25 mit den sogenannten „gewidmeten Studienplätzen“ einen Hebel.

Tätigkeit im „öffentlichen Interesse“

Verschiedene Trägerorganisationen, wie die Österreichische Gesundheitskasse, das Innenministerium oder auch das Land Tirol, bieten seither reservierte Studienplätze unter bestimmten Auflagen an. Personen, die das Angebot in Anspruch nehmen, verpflichteten sich bislang, fünf Jahre lang als Amtsärztin bzw. Amtsarzt tätig zu sein und so Aufgaben im öffentlichen Interesse zu übernehmen.

Im Gegenzug erhalten sie, sofern sie sich unter den besten 25 Prozent beim Aufnahmetest befinden, einen Studienplatz, den sie unter regulären Bedingungen aufgrund des großen Andrangs nicht erhalten würden. Zusätzlich wird eine monatliche Ausbildungsvergütung von mindestens 1.000 Euro netto für die Dauer des Studiums ausgezahlt.

Dieser zweite Teil der Vereinbarung gilt auch für das kommende Studienjahr 2026/27, in dem das Land Tirol erneut bis zu fünf gewidmete Medizinstudienplätze an der Medizinischen Universität Innsbruck vergibt.

Facharztausbildung in der Psychiatrie oder am BKH Lienz

Neu ist allerdings die Verpflichtung, die die Bewerber:innen eingehen: Im Gegensatz zu den letzten Jahren versprechen sie nämlich nicht mehr, als Amtsarzt bzw. Amtsärztin tätig zu sein. Stattdessen erhalten sie entweder eine gesicherte Ausbildung in der Facharztrichtung Psychiatrie oder aber verpflichten sich, - und hier wird es für Interessierte aus Osttirol besonders relevant - eine frei wählbare Facharztausbildung am BKH Lienz zu absolvieren.

Ob als Facharzt der Psychiatrie oder am BKH Lienz: In beiden Fällen gilt, dass die Mediziner:innen mindestens fünf Jahre die jeweilige Stelle innehaben müssen.

Hoher Bedarf als Ursache

Die neue Schwerpunktsetzung erklärt Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele wie folgt: „Gerade in der psychiatrischen Versorgung investieren wir mit dem neuen Fokus nachhaltig in jene Bereiche, in denen der Bedarf besonders hoch ist. Unser Ziel bleibt es, die Gesundheitsversorgung der Tiroler Bevölkerung langfristig abzusichern und gleichzeitig attraktive Perspektiven für junge Ärztinnen und Ärzte zu schaffen.“

Damit verliert Hagele zwar kein Wort über die Hintergründe der Entscheidung, ausgerechnet das BKH Lienz auszuwählen, doch liegt diese Wahl wohl ebenfalls in dem hohen Bedarf und dem bestehenden Fachärztemangel begründet.

So funktioniert die Bewerbung

Bis zum 30. April können Bewerbungen für einen gewidmeten Medizinstudienplatz (Lebenslauf, Motivationsschreiben und MedAT-Zahlungsbestätigung) über die Website des Landes eingereicht werden. Nach Abschluss der Bewerbungsfrist werden die am besten geeigneten Kandidat:innen im Rahmen eines speziellen Auswahlverfahrens ermittelt und an die Medizinische Universität Innsbruck gemeldet.

Unabhängig vom Bewerbungsverfahren des Landes Tirol muss auch das Aufnahmeverfahren MedAT für das Studium der Humanmedizin an der Medizinischen Universität Innsbruck durchlaufen werden. Das bedeutet: Bewerber:innen müssen sich selbstständig für den MedAT an der MedUni Innsbruck bis 31. März anmelden und diesen erfolgreich absolvieren.

Die gewidmeten Studienplätze werden im Anschluss an jene Bewerber:innen vergeben, die beim MedAT zwar unter den besten 25 Prozent der angetretenen Studienbewerber:innen sind, jedoch – unter anderem aufgrund des hohen Andrangs – keinen regulären Studienplatz erhalten haben. Jene fünf der vom Land Tirol an die Medizinische Universität Innsbruck gemeldeten Kandidat:innen mit dem besten Ergebnis innerhalb dieser Gruppe erhalten einen der gewidmeten Medizinstudienplätze.

Zusätzlich erhalten die Studierenden eine monatliche Ausbildungsvergütung in der Höhe von mindestens 1.000 Euro für die gesamte Dauer des Studiums. Bei Nichteinhaltung der Bedingungen greifen entsprechende Rückerstattungsregelungen.

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