Sie wirken auf den ersten Blick unscheinbar, geradezu harmlos und werden mitunter - völlig in Widerspruch zu ihrem sehr hohen Nikotingehalt und den möglicherweise krebserregenden Zusatzstoffen - sogar als „gesündere“ Alternative zum klassischen Rauchen dargestellt. Vor allem sind sie aber sehr beliebt: Die Rede ist von Nikotinbeuteln und E-Liquids, die insbesondere von jungen Menschen häufig konsumiert werden.

Auf diese Marktentwicklung soll nun mit einer Gesetzesänderung reagiert werden, die einen stärkeren Jugendschutz forciert und ab Mittwoch, 1. April, in Kraft tritt. Konkret werde der bisher teils ungeregelte Vertrieb unterbrochen und der Verkauf in sensiblen Bereichen, wie etwa im Umfeld von Schulen, genau überprüft, wie das Finanzministerium am Montag bekannt gab. Nikotinbeutel und E-Liquids soll es demnach künftig nicht mehr „an jedem Eck“ geben.
Verkauf nur mehr im Fachhandel
Stattdessen erfolgt der Verkauf nur mehr im Fachhandel: Etwas strenger ist die Regelung bei Nikotinbeuteln, die ausschließlich in Trafiken erworben werden können. E-Liquids sind ebenfalls in Trafiken, darüber hinaus aber auch in sogenannten Dampfershops mit Lizenz erhältlich.
Für bestehende Dampferschops gilt ein Bestandsschutz von 20 Jahren. Vor der Neuvergabe einer Lizenz erfolgt hingegen zuerst eine Bedarfs- und Standortüberprüfung durch die Monopolverwaltung, bevor die Verkaufserlaubnis für sieben Jahre erteilt wird.
Damit fallen Nikotinbeutel und E-Liquids ab April unter das Verbot des Internethandels und unterliegen zusätzlich einem Werbeverbot. Auch der Bezug für den Fachhandel wird reguliert, da dieser ausschließlich über den bewilligten Großhandel erfolgen kann.
Marterbauer und Königsberger-Ludwig betonen Jugendschutz
„Auch wenn Produkte wie Nikotinbeutel und Liquids keinen Tabak enthalten, bringen sie aufgrund des teilweise hohen Nikotingehalts ein erhebliches Suchtpotenzial mit sich. Mit den neuen Regelungen haben wir auf Veränderungen am Markt reagiert, den Jugendschutz deutlich gestärkt und einen wichtigen Beitrag zum Gesundheitsschutz geschaffen, der gleichzeitig die Budgetkonsolidierung unterstützt", betonte Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ).
„Wir sehen klar, dass mit neuen Nikotinprodukten gezielt junge Menschen angesprochen werden - und ich weiß auch, dass viele dieser Produkte gerade im Trend sind. Aber genau deshalb braucht es Verantwortung und klare Regeln - nicht nur aus Prinzip, sondern weil es um die Gesundheit junger Menschen geht", so Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ).
9 Postings
Nikotin ist ein schweres Suchtgift, vergleichbar mit Heroin. Die als weitgehend unproblemtisch vermarkteten, da tabakfreien, poppigen Produkte bieten allerdings einen wunderbaren Einstieg in eine lebenslange Substanzabhängigkeit. Lebenslanges Wohlbehagen ist aber nicht garantiert. Socialmediasucht ist manchen offensichtlich nicht genug. Der gesetzliche Jugendschutz müsste da noch viel rigoroser vorgehen. Und Aufklärungsarbeit bis zum geht nicht mehr !
Wissenschaftliche Studien stufen Alkohol häufig als eine der schädlichsten Drogen überhaupt ein, oft noch vor illegalen Substanzen wie Heroin oder Crack.
Die desaströse Wirkung des Alkohols sieht man am Elend ganzer indigener Völkerschaften in Amerika (der Branntwein wurde von den Weißen geliefert). Die Engländer haben in den Opiumkriegen um 1840 China zur Öffnung des Rauschgifthandels gezwungen, ua um ihren ungeheuren Teebedarf zu finanzieren, und damit auf Generationen hinaus ein Volk von Opiumsüchtigen generiert. Pharmafirmen sind für die dzt Fentanylepidemie in weiten Gebieten der USA verantwortlich. Und den Tabakkonzernen geht die Fantasie nicht aus, ständig für einen Nachswuchs von Nikotinabhängigen zu sorgen. Die wissen genau wie man Abhängigkeit erzeugt. Eine Rezeptur dafür haben auch die HiTechkonzerne, die sich schließlich auch um die Optimierung ihrer Gewinne und gesellschaftlicher Einflußnahme kümmern müssen.
100% so ist es!
Ein Wahnsinn ist es, wie spät die Regierung immer reagiert. Jugendliche sollten viel stärker geschützt werden!
Und trotzdem werden weiterhin zahlreiche 13/14-jährige weiter alles mögliche konsumieren... woher bekommen 13jäheige Zigaretten und dergleichen?
Wann werden "die da oben" endlich begreifen, dass Dampfen auch ohne Nikotin möglich ist? Da hilft das Argument mit dem "hohen Nikotingehalt" auch nicht, vor allem deswegen, weils man das selber kontrollieren kann. Als langjähriger Raucher, der 1 1/2 bis 2 Päckchen Zigaretten pro Tag geraucht hat, half die E-Zigarette sehr. Trotz "hohem Nikotingehalt" konsumiere ich inzwischen insgesamt weniger Nikotin. Von den gesundheitlichen Auswirkungen kann man sich von den inkorrekt durchgeführten Studien gerne selber ein falsches Bild machen.
Mir geht es besser seither. Punkt.
Undiskutierbar ist der Jugendschutz, am Besten ist doch immer noch nichts von Alledem zu sich zu nehmen. Da hat die Werbung vor einem halben Jahrhundert schlechte Vorbilder herangezogen, dessen Opfer ich selbst wurde.
Lange Rede, kurzer Sinn: Die Diskussion kam vor Jahren schon auf, mich hat das Dampfen vom Rauchen befreit. Ich persönlich finde es dumm, das jezt noch mehr zu besteuern. Lasset die Dislikes regnen...
@ruhigblut: Darf ich mir die Frage erlauben, ob sie mal geraucht haben oder es immer noch tun?
ja darfst du natürlich: und ja , ich war jahrelang starker Raucher, bin leider auch auf dieses perfide Spiel der Tabakindustrie reingefallen..aber alles gut , bin mittlerweile seit ca. 20 Jahren wieder FREI und wundere mich nur, wie lange ich es eigentlich ausgehalten habe, mich selbst so zu schädigen. Ansonsten bin ich einfach nur froh dass ich den ganzen Rattenschwanz an "Dreck, Gestank und finanziellem Wahnsinn hinter mir gelassen habe. ;-)
...endlich...höchste Zeit unsere Jugend vor solch einem ungesunden, unnötigen "Dreck" zu schützen
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