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Mit Peter Kaiser verlässt ein profilierter Landespolitiker und Sozialdemokrat die politische Bühne in Kärnten. Foto: Landespressedienst Kärnten

Mit Peter Kaiser verlässt ein profilierter Landespolitiker und Sozialdemokrat die politische Bühne in Kärnten. Foto: Landespressedienst Kärnten

Ein „leises Servus“ nach 13 Jahren Peter Kaiser

300 Weggefährt:innen verabschiedeten im Konzerthaus Klagenfurt den Kärntner Landeshauptmann. 

13 Jahren als Landeshauptmann und insgesamt 18 Jahren in der Kärntner Landesregierung sagte Peter Kaiser am Dienstag, 31. März, frei nach dem Wahlkärntner Peter Alexander „beim Abschied leise Servus“. Rund 300 Weggefährtinnen und Weggefährten feierten mit ihm im Konzerthaus Klagenfurt.

„Gemeinsam schaffen wir Vieles für unsere Heimat Kärnten“, war nach einer sehr emotionalen Rede sein Aufruf an alle. Moderiert hat die Veranstaltung LHStv.in Gaby Schaunig, das gesamte Regierungskollegium und viele andere waren in Videobotschaften zu hören. Kaisers verbindende, wertschätzende Art wurde von allen hervorgehoben. Auf der Bühne sprach Altlandeshauptmann Peter Ambrozy, den Kaiser immer als „Vorbild, Förderer und Freund“ bezeichnet hat. Die Musikbeiträge waren zweisprachig und symbolisierten damit Kaisers Politik des Dialoges und Miteinanders.

Nach den vielen geäußerten Dankesworten meinte Kaiser und auf sein Team verweisend bescheiden: „Man könnte meinen, ich bin der neue Übermensch. Das bin ich nicht und will es auch nicht sein.“ Er sei vielmehr jemand, der für dieses Land und seine Menschen die Ärmel hochgekrempelt habe. Es gehe darum, Dinge, mit denen man unzufrieden sei, zu ändern. Er habe dies immer in Kollegialität, Miteinander, mit Hirn und Herz versucht.

Ein schöner und bestätigender Moment sei die letzte Landtagssitzung gewesen, als sich alle Abgeordneten zum Abschied erhoben haben. Da sei das Gemeinsame spürbar gewesen. Miteinander und Zusammenhalt seien vor allem auch in schwierigen Situationen, wie nach dem Attentat in Villach, unabdingbar. „Das hilft, solchen Situationen zu begegnen“, betonte Kaiser.

13 Jahre und vier Tage sei er Landeshauptmann gewesen, so Kaiser weiter. Kärnten habe sich sichtbar und spürbar in Europa integriert und etabliert – heute liege es respektiert im Herzen Europas. „Seien wir uns dieses Vorteils bewusst, nutzen wir die Chancen daraus“, rief er auf. Gerade in der aktuell sehr herausfordernden Zeit, wo es offenbar zu einer Neuverteilung der Welt komme, müsse man sich auf EIN Europa besinnen.

„Europa ist die Chance, uns zu behaupten und ein Machtfaktor zu werden“, ist für Kaiser klar. Dafür brauche es eine gemeinsame Außen-, Wirtschafts- und Handelspolitik sowie eine gemeinsame Sicherheitsdoktrin. Kaiser dankte zum Abschied allen politischen Mitwirkenden – aller Parteien – sowie auch dem Kollegium der Landesregierung, seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, seiner Familie. Er habe an seine Mutter denken müssen, die bei seiner Angelobung gesagt habe: „Bua, ich bin so stolz auf das, was wir gemeinsam geschafft haben.“

Altlandeshauptmann Ambrozy kennt Kaiser schon seit der gemeinsamen Jugendarbeit: „Du warst schon damals kein Polterer, sondern stets diskussionsfreudig und unterhaltsam.“ Das politische Talent Kaisers habe sich sehr früh gezeigt, attestierte Ambrozy. Er sei auch immer ein Basisarbeiter gewesen. Viele hätten ihn unterschätzt – „du bist aber immer du selbst geblieben, bist zu deiner Meinung gestanden, hast dich nie verbogen.“

Als wohl wichtigsten Erfolg der Regierung Kaiser nannte Ambrozy die Abwendung der drohenden Finanzkatastrophe im Zuge von Hypo/Heta. Weiters führte er die Verwaltungsreform, die Reformen für Schulen und Kindergärten, den Ausbau des tertiären Bildungswesens, die Kulturstrategie und leistbares Wohnen an. Und Kaiser habe in der Krisenbewältigung immer alle eingebunden. Der scheidende Landeshauptmann sei ein glühender Europäer und Nachbarschaftspolitiker sowie vor allem ein dauernder Kämpfer für die Demokratie. So habe er sich für eine plurale Gesellschaft, Toleranz, Menschenrechte und die Volksgruppe eingesetzt. „Du hast das politische Klima Kärntens positiv gestaltet. Das wird dein größtes und bleibendes Verdienst sein“, sagte Ambrozy.

„Brücken zu bauen ist für Peter Kaiser Haltung und es ist auch die Art seiner Amtsführung“, sagte Schaunig in ihrer Moderation. Daher seien zur Festveranstaltung auch so viele Menschen gekommen, die Danke sagen wollen. „Du hast unauslöschliche Spuren in Kärnten hinterlassen. Das Land hast du mit ruhiger Hand auch durch äußerst stürmische Zeiten geführt“, betonte sie.

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