Ihr Dolo Plus Vorteil:
Diesen Artikel jetzt anhören

Der Kirschlorbeer: schön, aber gefährlich

Die Heckenpflanze gilt als beliebt, ihre Robustheit wird in der Natur aber zum Problem.

Der Naturschutzbund Österreich hat den Kirschlorbeer zum „Neophyten des Jahres 2026“ gewählt. Als Neophyten bezeichnet man gebietsfremde Pflanzen, die erst nach der Entdeckung Amerikas 1492 nach Europa importiert wurden.

Die meisten dieser Pflanzen sind zwar harmlos, einige verhalten sich jedoch invasiv, indem sie verwildern, sich stark ausbreiten und heimische Arten verdrängen.

Beliebt im Garten, aber nicht harmlos

Als invasiv gilt auch der Kirschlorbeer, der zwar aufgrund seiner Robustheit, Krankheitsresistenz und seines schnellen Wachstums als Hecke sehr beliebt ist, in der Natur aber zum Problem werden kann.

Ursprünglich stammt der Kirschlorbeer aus Südosteuropa und Kleinasien, doch längst ist er in hiesigen Gärten sehr beliebt. Aus Sicht des Naturschutzbundes Österreichs soll sich das jedoch wieder ändern. Foto: Pixabay

Denn wie der Naturschutzbund Österreich erklärt, breitet sich die Pflanze stark aus und verdrängt heimische Arten. Samen werden durch Tiere oder Wasser weit gestreut, zusätzlich vermehrt sich der Kirschlorbeer durch Absenker, Schösslinge und auch durch abgetrennte Pflanzenteile.

In Österreich ist die Art mittlerweile vielerorts verwildert und dringt zunehmend in Wälder und an Wiesenränder vor. Dort bildet sie dichte Bestände, die anderen Pflanzen Licht und Nährstoffe entziehen. Selbst typische Frühjahrsblüher wie Maiglöckchen oder Bärlauch haben unter dem dichten Blätterdach kaum eine Chance.

Kaum Nutzen für Tiere

Auch für die Tierwelt bietet der Kirschlorbeer wenig Mehrwert: Seine Blüten sind für viele Bestäuber ungeeignet, die Beeren werden nur von wenigen Vogelarten gefressen. Als Lebensraum oder Nistplatz ist die Pflanze ebenfalls kaum von Bedeutung.

Der Kirschlorbeer ist mit der Kirsche verwandt. Seine schwarzen Beeren sehen schön aus, werden aber nur von wenigen Vogelarten gefressen. Foto: Pixabay

Hinzu kommt: Alle Pflanzenteile sind giftig – ein Risiko vor allem für Kleinkinder und Haustiere. Auch bei der Entsorgung ist Vorsicht geboten, da sich das Laub nur schwer zersetzt und bei falscher Kompostierung durch die enthaltene Blausäure Kleintiere schädigen kann.

Auf heimische Alternativen setzen

Der Naturschutzbund ruft gemeinsam mit „Gartenpolylog“ und dem „Forum Urbanes Gärtnern“ dazu auf, bestehende Kirschlorbeer-Hecken schrittweise durch heimische Gehölze zu ersetzen und auf Neupflanzungen zu verzichten.

Während in der Schweiz der Verkauf des Kirschlorbeers bereits seit September 2024 verboten ist und auch in Deutschland darüber diskutiert wird, ist die Pflanze in Österreich weiterhin frei erhältlich und wird teils sogar als „bienenfreundlich“ beworben.

Vor diesem Hintergrund spricht sich der Naturschutzbund für ein Verkaufsverbot des Kirschlorbeers in Österreich aus und appelliert an Gartenbesitzer:innen, durch heimische Pflanzen die Artenvielfalt zu schützen.

Ein Posting

jacqueline
vor 2 Stunden

und warum pflanzt die OSG dann Kirschlorbeer im grossen Stil als Sichtschutz? und warum wird er nicht entfernt wenn eh nur Probleme damit verbunden sind?

 
0
3
Sie müssen angemeldet sein, um ihre Stimme für dieses Posting abzugeben.
Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren