Geht es nach Bildungslandesrätin Cornelia Hagele, ist die Anmeldeplattform „FRIDA“ für Plätze in Kindergärten, -krippen und Horten ein voller Erfolg: Rund 11.600 Anmeldungen gingen bis Ende Jänner ein, knapp 87 Prozent konnten mittlerweile erfolgreich abgeschlossen werden, wie in einer Aussendung verlautbart wird.
Individuelle Lösungen für offene Fälle
Dass in den übrigen rund 13 Prozent noch keine finale Zuteilung erfolgte, wird auf unterschiedliche Gründe zurückgeführt: So sei in manchen Fällen unklar, ob eine Betreuung überhaupt in Anspruch genommen wird. Andere Eltern würden die Warteliste für ihre Wunscheinrichtung bevorzugen oder erst den Erhalt des Stundenplans abwarten wollen, da davon das Betreuungsausmaß abhängt.

Vonseiten der Landesrätin werden für alle Eventualitäten Lösungen versprochen, wenngleich die finale Zuteilung bis in den Herbst andauern kann: „Wichtig ist: Die Gemeinden und privaten Erhalter haben oder hatten in den meisten Fällen mit Eltern und Erziehungsberechtigten bereits schriftlichen oder persönlichen Kontakt. Sie kennen den Status der Anmeldung bzw. die weitere Vorgehensweise", so Hagele.
Grüne fordern längere Öffnungszeiten
Etwas skeptischer blicken die Oppositionsparteien auf die Erfolgserzählung „FRIDA”. So besteht für die Tiroler Grünen die echte Bewährungsprobe des Konstrukts erst darin, die rund 1.500 Kinder, die noch auf einen Platz warten, einer Einrichtung zuzuteilen. Aus Sicht von Familiensprecherin Zeliha Arslan sei unklar, ob es tatsächlich die versprochenen wohnortnahen Lösungen geben werde.

Als zweiten Knackpunkt identifiziert Arslan alltagstaugliche Öffnungszeiten, da Tirol in diesem Bereich noch immer Schlusslicht sei. „Zu kurz geöffnet – und zu lange geschlossen. Das ist in vielen Gemeinden nach wie vor Realität. Im Bezirk Lienz und in Reutte ist das Angebot in den letzten Jahren sogar zurückgegangen“, verweist Arslan auf einen Monitoringbericht der Statistik Austria zum Kindergartenjahr 2024/25. Dieser Bericht weist Lienz im Bereich der Vollzeit-konformen Einrichtungen mit einem Anteil von 13,8 Prozent als bundesweites Schlusslicht aus.
Ferien als Belastungsprobe
Besonders die langen Ferien seien für Eltern eine Herausforderung: „Der nächste Sommer ohne Betreuung ist im Anflug. Für Eltern bedeutet das eine enorme Belastung, denn sie müssen im Alltag noch mehr unter einen Hut bringen“, sagt die grüne Familiensprecherin. Entsprechend fordern die Grünen neben einer Garantie auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem ersten Geburtstag auch ganzjährig und ganztägig geöffnete Einrichtungen sowie kostenlose Betreuung.
Unklare Kosten
Die Liste Fritz begrüßt zwar grundsätzlich die Plattform „FRIDA”, hält wesentliche Fragen aber noch für offen: „Für viele Eltern ist noch immer nicht klar, was die Betreuung schlussendlich kosten wird. Unbeantwortet ist auch, wie der Transport organisiert wird, wenn Kinder einen Betreuungsplatz außerhalb ihrer Heimatgemeinde bekommen, und wer die dafür anfallenden Kosten übernimmt“, erklärt Liste-Fritz-Parteichefin Andrea Haselwanter-Schneider.

Auch für Gemeinden stelle sich letztlich die Frage, wer welche Kosten zu tragen hat, wenn Kinder in einer anderen Gemeinde betreut werden.
Daten zur Kinderbetreuung im Bezirk Lienz
Laut Statistik Austria gab es im letzten Betreuungsjahr 2024/25 im Bezirk Lienz insgesamt 58 Kindertagesheime, davon 11 Krippen, 45 Kindergärten und zwei Horte. Dort wurden 1.832 Kinder von 282 Elementarpädagog:innen betreut, wobei mit 1.534 Kindern der absolute Großteil in Kindergärten untergebracht war.
Nur in 16,8 Prozent aller Kindertagesheime wurde ein Mittagessen angeboten. Zum Vergleich: Österreichweit lag der Anteil bei 64,7 Prozent, in Tirol bei immerhin 49 Prozent.
Etwas höher war die Versorgung mit einer warmen Mittagsmahlzeit in Krippen, dort gab es in 34 Prozent der Einrichtungen ein derartiges Angebot. Noch niedriger war der Wert hingegen bei den Kindergärten, wo nur 12 Prozent der Einrichtungen ein Mittagessen boten. Österreichweit betrug der Anteil der Kindergärten mit Mittagessen 53,5 Prozent, tirolweit 38,4 Prozent.
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Eltern und IdeologInnen die jegliche Betreuung durch nicht blutsverwandte Personen bis auf das Äußerste verteufeln in 3..2..1..
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