Mit den Arbeitslosenzahlen von März sieht das Arbeitsmarktservice (AMS) tirolweit eine Kehrtwende erreicht: „Nach neunundzwanzig Monaten steigender Arbeitslosigkeit in Tirol können wir erstmals wieder sinkende Arbeitslosigkeit feststellen“, freut sich Johannes Schranz, stellvertretender Landesgeschäftsführer des AMS Tirol, über den Rückgang von einem Prozent arbeitsloser Menschen im Vergleich zum Vorjahr.

Lienz: Zunahme von zwei Prozent
Nicht in diesen Trend eingliedern lässt sich der Bezirk Lienz, wo im März ein Anstieg der Arbeitslosigkeit um zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet wurde. Mit Stichtag 31. März waren laut Daten des AMS Lienz insgesamt 923 Personen, davon 381 Frauen und 542 Männer arbeitslos gemeldet.

Besonders deutlich waren die Zuwächse der Arbeitslosen verglichen mit dem Vorjahr in der Gruppe der unter 25-Jährigen (Zunahme von 16,2 Prozent) und der Ausländer:innen (Zunahme von 15,6 Prozent). Rückläufig war demgegenüber die Zahl der über 50-Jährigen ohne Job, hier betrug die Abnahme 7,1 Prozent.
Deutlich mehr Lehrstellen als Interessenten
Ebenfalls im Widerspruch zum Tirol-Trend verhält sich die Entwicklung der offenen Stellen: Während im gesamten Bundesland die verfügbaren Stellen deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen, wurden im Bezirk Lienz mehr offene Stellen registriert: 419 Stellen galten als sofort verfügbar, weitere 240 könnten zu einem späteren Zeitpunkt angetreten werden.
Ähnliches gilt für die Lehrstellen, wo die verfügbaren Posten die Lehrstellensuchenden massiv übersteigen: Demnach verzeichnete das AMS Lienz im März sieben Interessenten für eine Lehrstelle, denen 105 sofort verfügbare Lehrstellen gegenüberstanden.
5,5 Prozent Arbeitslose
Im Februar lag die Arbeitslosenquote in Osttirol bei 5,5 Prozent. Damit verzeichnete Lienz nach Innsbruck Stadt/Land (5,7 Prozent) den zweithöchsten Wert.

Betrachtet man die einzelnen Personengruppen im Bezirk Lienz, fallen die Männer auf, deren Arbeitslosenquote sich auf 8 Prozent belief. Mit diesem hohen Anteil lässt sich vermutlich die saisonbedingte Arbeitslosenquote im Bauwesen von 19,8 Prozent in Zusammenhang bringen, da diese Tätigkeiten überwiegend von Männern ausgeführt werden.
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