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Das Heer wünscht sich ein „uniformes Erscheinungsbild und die Aufrechterhaltung der inneren Ordnung“. Foto: APA/Slovencik

Das Heer wünscht sich ein „uniformes Erscheinungsbild und die Aufrechterhaltung der inneren Ordnung“. Foto: APA/Slovencik

Zöpfe für Soldaten sind ab sofort erlaubt

VfGH erkennt nach Beschwerde eines Offiziers „Benachteiligung auf Grund des Geschlechts“.

Der Verfassungsgerichtshof hat das für Soldaten geltende Zopf-Verbot gekippt. Da es Soldatinnen sehr wohl erlaubt ist, einen Pferdeschwanz zu tragen, sehen die Höchstrichter eine „Benachteiligung auf Grund des Geschlechts“. Zudem erkannte der VfGH eine Verletzung des Rechts auf Privatleben. Die entsprechende Verordnung ist daher „unverzüglich“ aufzuheben.

Anlass für das Verfahren war die Beschwerde eines Vorarlberger Offiziers, dem wegen seines Zopfs eine Strafe von 3.000 Euro aufgebrummt worden war. Nachdem das Bundesverwaltungsgericht seine Strafe nur herabgesetzt hatte, wandte sich der Mann gegen den entsprechenden Erlass des Verteidigungsministeriums an den VfGH und bekam schon insofern recht, als es sich für die dortigen Richterinnen und Richter gar nicht um einen Erlass sondern um eine Verordnung handelt. Diese wiederum hätte einer gesetzlichen Grundlage bedurft.

Heer argumentierte mit „militärfachlichen Gründen“

Aber auch inhaltlich kamen die Vertreter des Verteidigungsministeriums beim Höchstgericht nicht durch. Das Verteidigungsressort hatte das Vorschreiben der Haarlänge mit dem „uniformen Erscheinungsbild und der Aufrechterhaltung der inneren Ordnung und Disziplin des Bundesheeres“ argumentiert. Weiters waren vor allem „militärfachliche Gründe“ angeführt worden, z.B. zur Vermeidung von Arbeitsunfällen und bezüglich der Besonderheiten des Nahkampfes. Dazu setze das Ansehen des Bundesheeres (auch bei internationalen Partnern) ein einheitliches Erscheinungsbild voraus.

Der VfGH stellte diese Argumentation in Frage, da ausschließlich Soldaten, nicht aber auch Soldatinnen dieser Verpflichtung unterlagen. Das Verteidigungsministerium hatte die Unterscheidung vergeblich damit argumentiert, dass man potenzielle Rekrutinnen nicht durch strenge Regelungen bei der Haarlänge abschrecken wollte.

Die Verordnung regelte übrigens nicht nur die Haarlänge. So wird festgehalten, dass die „Haartracht“ den Sitz der Kopfbedeckung nicht behindern dürfe. Zudem müsse sie „sauber und gepflegt“ sein. Modische Frisuren seien erlaubt, „sofern sie nicht in Schnitt und Form besonders auffällig sind“. Haarfärbungen dürften nur „dem Spektrum der natürlichen Haarfarben“ entsprechen. Bei Soldatinnen waren die Regeln weniger streng. Hier war nur ein Pferdeschwanz oder eine Hochsteckfrisur vorgeschrieben, wenn die Haare die Schulter berühren würden. Form und Farbe der Haarspangen bzw. Bänder waren „dezent zu halten“.

Verteidigungsministerium prüft

Das Verteidigungsministerium erklärte auf APA-Anfrage, dass man das Erkenntnis in den kommenden Wochen prüfen und dabei das weitere Vorgehen beraten werde. Bis auf weiteres gelten somit keine Haarlänge-Vorschriften mehr.

11 Postings

lia
vor 2 Wochen

im gefecht haben die langhaarigen die besseren überlebenschancen.

 
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Casko
vor 2 Wochen

Es geht um Gleichberechtigung! Ein Vorschlag von mir: Man sollte die Grundausbildung auch im homeoffice machen dürfen! Würde wahrscheinlich sehr gut ankommen ‍♂️🪖

 
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    Godmensch
    vor 2 Wochen

    sehr gute Idee 👍👍👍

     
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Outlandla
vor 2 Wochen

Persönlich sehe ich die Aufhebung der, so glaube ich aus den 70er Jahren stammenden, Verordnung aus 2 Blickwinkeln. Im Sinne der Gleichberechtigung aller Geschlechter macht es Sinn und entspricht unserem Zeitgeist (ob man diesen gut heißt oder nicht sei dahingestellt). Im Umkehrschluss leidet meiner Meinung nach jedoch das Erscheinungsbild des Soldaten zumindest in der Anfangsphase durchaus darunter. Vermutlich wird es so wie bei der Barttrageerlaubnis nach ein paar Jahren aber zur Gewohnheit/zur Normalität werden. Fakt ist, ob lang oder kurz getragen, über die Kompetenz oder die innere Haltung von Soldaten/innen sagt die Haarpracht nichts aus.

Vielleicht legt der ein oder andere, kasernennahe Friseur ja noch Rechtsmittel ein. :-)

 
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Haberg21
vor 2 Wochen

Die Welt wird immer bunter.......

 
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    Godmensch
    vor 2 Wochen

    die Welt und ihre "Gesetze" wird immer "plemplemer" 🤷‍♂️

     
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    andreas.klotz
    vor 2 Wochen

    Österreich ist nicht die Welt ,beim Nachbarn in Deutschland sind lange Haare bei Soldaten verboten , höchstens wenn einer Sikh ist, die tragen aber eine traditionelle Kopfbedeckung. Sie sind trotz ihrer langen Haare gefürchtete Soldaten und sehr geschätzt in der britischen Armee, da eine Kriegerkultur. Österreich sollte sich an seinen großen Nachbarn halten, beim Haarschnitt der Soldaten . Dass die Welt immer bunter wird , das sehe ich nicht , es gibt einen deutlichen internationalen Trend, bei dem konservativ-religiöse Strömungen und rechte bis rechtspopulistische Politik zunehmend miteinander verschmelzen. Dazu langt es wenn ich die großen Nationen aufzähle, USA , Indien mit seinen Hindu Nationalismus , Russland ist bunt verboten, China hat einen ausgeprägten Nationalismus. Dann die Nachbarn von Österreich, Ungarn ,Slowenien , Slowakei,Tschechien , Italien , Schweiz und Bayern . Da ist kein einziger Bund , vielleicht in München mal paar bunte Ausschweifungen , sonst sind die alle konservativ bis Nationalistisch . Es besteht aktuell keine bunte Gefahr , die großen Krisen der Welt sind im Moment geprägt von der dunklen Seite der Macht

     
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      Annalies
      vor 2 Wochen

      Dann tragen Soldaten von nun an bunt, der eine im orangen Jumpsuit, der nächste im knallgelben Minirock und ein weiterer im rosa Tutu. Ach, wie sind wir tolerant! Gerade bei Themen wie Sicherheit, Landesverteidigung, Funktionalität und Uniformität sind Regeln und deren Einhaltung (überlebens)wichtig. Dies wieder dafür zu (miss)brauchen, wie nahezu bei mittlerweile jedem Thema, politische Insinuierungen unterzubringen, finde ich persönlich unpassend, denn nicht jede Thematik eignet sich als Trojaner.

       
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      Godmensch
      vor 2 Wochen

      ......nett geschrieben. Was machen wir jetzt mit den langen Haaren und Bärte unserer Soldaten 🙄

       
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      Annalies
      vor 2 Wochen

      godmensch. Alles ab!! Stellen wir uns vor, dass ein Sniper mit seinem Zopf an einem Gebüsch hängen bleibt oder ein Bärtiger, der im Feldeinsatz sein Essgeschirr sauber ausleckt....alles bleibt im Moustache hängen! Oder ein Zopf, der über den Donnerbalken in die Grube hängen kann. Bitte auch keine Dauerwelle, die hat nämlich unter dem Helm nicht Platz. Ich gehe davon aus, dass bei Übungen die Hygiene manchmal zu kurz kommt. Also alles ab, was hinderlich sein könnte!

       
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      andreas.klotz
      vor 2 Wochen

      @ Annalies Ich habe geschrieben , dass man sich an den großen Nachbarn in dieser Frage halten soll. Wo es eine Dienstvorschrift gibt , und ein kurzer Haarschnitt und bei Bartträger ein gestutzter Bart Vorschrift ist. Da Bundesheer und Bundeswehr in vielen Bereichen zusammenarbeitet, wäre es natürlich wünschenswert, dass österreichische Soldaten beim nächsten gemeinsamen Training der Spezialeinheiten nicht wie Hippies daherkommen . Wenn jemand von “ bunte Welt” schreibt , was ein politischer Begriff ist, erlaube ich mir darauf zu antworten . Verteidigung ist ein politisches Thema .

       
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