Ein Blick in die Landschaft genügt, um das seit Monaten im Südwesten Österreichs anhaltende Niederschlagsdefizit zu erkennen. „Der März 2026 brachte in Kärnten und Osttirol im Flächenmittel nur 19 Millimeter Niederschlag, das entspricht einem Defizit von 64 Prozent, stellenweise lag das Defizit im März sogar bei 90 Prozent gegenüber dem Klimamittel“, resümiert der Wetterdienst Tauernwetter.
Betrachtet man das gesamte Winterhalbjahr von Oktober 2025 bis März 2026, fällt das Niederschlagsdefizit noch deutlicher ins Gewicht. In diesem Zeitraum fielen in Kärnten und Osttirol lediglich 289 Millimeter Niederschlag, während das Klimamittel der Periode 1991 bis 2020 bei 456 Millimetern liegt.
Das entspricht laut Tauernwetter einer negativen Abweichung von 36 Prozent, mehr als ein Drittel des üblichen Niederschlags sei ausgeblieben. „Besonders stark betroffen sind Osttirol und der Westen Oberkärntens, wo die Abweichung stellenweise bei minus 50 bis minus 60 Prozent liegt“, erklärt Meteorologe David Kaufmann.
Sichtbar wird das Niederschlagsdefizit auch an den Pegeln der Osttiroler Flüsse. Der Wasserstand der Drau – das gesammelte Wasser aus beiden Osttiroler Flüssen – sank in den letzten Tagen auf den niedrigsten Wert der Vergleichsperiode, die bis 1995 zurückreicht. Hier die Grafik:

Auch für die kommenden Tage wird kein nennenswerter Niederschlag erwartet und diese Prognose geht einher mit verbreitet hoher bis sehr hoher Waldbrandgefahr in den Tallagen. Die Bezirkshauptmannschaft Spittal hat deshalb am 31. März ein striktes Feuerverbot per Verordnung erlassen. Die BH Lienz ist hier noch nicht nachgezogen.
Auch die Trinkwasserversorgung sei zunehmend betroffen, sagt Kaufmann. Die Gemeinde Malta habe deshalb schon Mitte März einen Aufruf zum Wassersparen an mehrere Ortschaften gerichtet und das Befüllen von Pools untersagt. Bereits im Jänner war die Quellschüttung der Stadtgemeinde Spittal von 120 auf 58 Liter pro Sekunde zurückgegangen.
Lienz kann sich im Vergleich zu Spittal insofern glücklich schätzen, als die Dolomitenstadt neben sprudelnden Quellen auch auf einen riesigen Grundwassersee zugreifen kann. Doch manche Landgemeinde hatte auch in Osttirol in der Vergangenheit schon Probleme mit der Wasserversorgung.
Noch kann kein Wetterdienst seriös abschätzen, wie lange die Trockenheit anhält. Kaufmann: „Wenn es in den kommenden Wochen nicht über einen Zeitraum von mindestens zwei Monaten überdurchschnittlich viel regnet, sind im Laufe des Sommers in Teilen Kärntens und Osttirols Einschränkungen bei der Trinkwasserversorgung nicht gänzlich ausgeschlossen.“
4 Postings
"...und es gibt ihn einfach nicht, den blöden Klimawandel..." Das wird wohl erst dann beim letzten Ignoranten ankommen, wenn es tatsächlich ums Wassersparen geht, vorher ist es vielen leider egal und die bösen Grünen werden weiter verteufelt, denn Klimawandel, wer will das schon wahrhaben und darüber auch noch nachdenken? Deshalb, FPÖ wählen, die kennen das Wort Klimawandel gar nicht, was für eine schöne, problemlose und wohl auch wasserreiche blaue (Schein-)Welt....
Und da setzt man noch auf Wasserkraftwerke ...
@irina, Wasserkraftwerke weg und schon regnets wieder.
WK sind oft Speicher und Wasserbezugsstellen für die Feuerwehr. So einfach funktioniert die Welt nicht!
Die österr. Feuerwehren werden sich bald Canadair Löschflugzeuge anschaffen müssen, um die Waldbrände zu bekämpfen. Die vielgepriesenen Mischwälder ohne nennenswerte Rendite werden sich selbst überlassen und sind brandgefährlich. Südeuropa macht es uns in jeder Hinsicht vor.
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