„Verantwortung habe ich nie gescheut, trotzdem ist das Angebot für mich überraschend gekommen“, erklärt Marika Lagger-Pöllinger. Heute, 9. April, wurde die 56-jährige Lendorferin von Landeshauptmann Daniel Fellner im Zuge der Regierungssitzung als neue Kärntner Landesrätin angelobt.
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe sie für ihr neues Amt den Bürgermeistersessel in Lendorf aufgegeben. „Lendorf ist meine Heimat, und die Arbeit für die Menschen hier war mir immer eine große Freude“, so Lagger-Pöllinger im Gespräch mit dem Landespressedienst. 2015 wurde sie zur Bürgermeisterin von Lendorf gewählt. 2023 zog sie als Abgeordnete in den Kärntner Landtag ein. Im Oktober des Vorjahres folgte der nächste „Karriereschritt“: Lagger-Pöllinger wurde Dritte Präsidentin des Kärntner Landtags.

In ihrer neuen Funktion als Landesrätin übernimmt sie die Zuständigkeiten für Gemeinden, Klima und Naturschutz sowie die Wasserwirtschaft. Als Gleichstellungs- und Frauenreferentin werde sie auch eine starke Stimme für die Anliegen der Frauen in Kärnten sein. „Die Möglichkeit, auf Regierungsebene meine Herzensthemen mitzugestalten, musste ich einfach annehmen“, begründet Lagger-Pöllinger ihre Entscheidung, in die Regierung zu wechseln. Die neue Referatseinteilung wurde in der heutigen Regierungssitzung beschlossen.
Als neues Mitglied der Landesregierung will sie Sprachrohr und Vorbild sein und zeigen, dass man sich trauen muss, neue Wege zu beschreiten und niemals aufzugeben, auch in schwierigen und herausfordernden Lebenssituationen. Damit gibt Marika Lagger-Pöllinger Einblick in ihr wohl schlimmstes Lebenskapitel: 2014 nahm sich ihr Sohn Elias mit 16 Jahren das Leben, ausgelöst durch Cybermobbing und Betrug im Netz. „Eine Zeit, in der ich als Frau und vor allem Mutter wirklich durch alle Tiefen des Lebens gegangen bin.“
Mit diesem Schicksalsschlag geht Lagger-Pöllinger offen um und setzt sich seit Jahren gegen Mobbing und Hass im Netz ein. „Wer mich kennt, weiß, dass mir das Miteinander sehr wichtig ist, auch der wertschätzende Umgang in der Politik. Wer mich kennt, weiß aber auch, dass ich eine klare Haltung habe und diese auch unmissverständlich vertrete.“
Gefragt nach ihren Stärken, streicht sie ihr verbindendes und verbindliches Auftreten und Handeln hervor, sowie Dinge ehrlich anzusprechen. Gefragt nach den Wünschen für ihre künftige Regierungszeit, erklärt sie: „Ich wünsche mir, dass die Menschen hinter große Überschriften blicken und laute Parolen durchschauen.“
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