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Liste Fritz fordert einen „Bettenstopp“ in Tirol

Trotz immer neuer Nächtigungsrekorde niedrige Auslastung. Rund 70 Prozent ausländische Arbeitskräfte.

Vor dem Hintergrund neuer Großprojekte auch in Osttirol lässt eine Forderung der Liste Fritz aufhorchen, die für ganz Tirol einen „Bettenstopp“ im Tourismus fordert und daran erinnert, dass auch die ÖVP unter Günther Platter schon in diese Richtung dachte. 

„Die ÖVP hatte unter ihrem ehemaligen Chef eine Betten-Obergrenze von 330.000 gefordert. Das war 2021. Heute, fünf Jahre später, hat Tirol 355.000 Betten. Wie sich das auswirkt, erleben alle Tirolerinnen und Tiroler, wenn sie im Stau stehen. Am Fernpass, im Zillertal und inzwischen fast tirolweit“, meint Markus Sint, Klubobmann der Liste im Tiroler Landtag. 

Eine starre, landesweite Bettenobergrenze ist juristisch heikel. „Aber eine Beschränkung auf 300 Betten pro Hotel über touristische Sonderflächen, das wäre möglich. Was es dazu braucht, ist der politische Wille. Die Raumordnung ist Länderkompetenz und über die Raumordnung lässt sich viel machen“, ist Sint überzeugt. 

In Südtirol gelte seit Jahren eine Betten-Obergrenze. Sint: „Das hat noch nicht zum gewünschten Ziel geführt, weil zu viele Schlupflöcher offen blieben. Aber man hat sich der politischen Diskussion gestellt, auch wenn das innerhalb der eigenen Partei, der SVP, mehr als strittig war und ist.“

Eine ähnliche Diskussion wünscht sich die Liste Fritz auch in Tirol und legt deshalb den Fokus auf eine Verlagerung der Bewertung, weg von Nächtigungen hin zum Thema Auslastung. 

Bettina Tschol und Markus Sint erinnern an ein Konzept des Landes Tirol für eine raumverträgliche Tourismusentwicklung. Ist es in Vergessenheit geraten? Foto: Liste Fritz

Bettina Tschol ist Gemeinderätin in St. Anton und Bezirkssprecherin der Liste Fritz in Landeck, dem tourismusintensivsten Bezirk Tirols. „In der Wintersaison 2024/2025 lag die Bettenauslastung in St. Anton bei 42,9 Prozent, in ganz Tirol bei 48,4“, erklärt Tschol. Im Sommer sinke die Auslastung in St. Anton auf magere 14,9 Prozent, in ganz Tirol auf lediglich 39 Prozent. 

Und Tschol sieht noch ein Problem: „In den letzten Jahren wurden Hotels von ausländischen Investoren übernommen. Vor allem kleinere und mittlere Betriebe kommen unter Druck, dort ist die Auslastung noch geringer als in der gehobenen Hotellerie.“ 

Tirolweit erhöhen zu viele Betten aus Sicht der Liste Fritz auch den Arbeitskräftemangel: „In der letzten Wintersaison lag der Anteil an ausländischen Arbeitskräften im Tiroler Tourismus bei 70 Prozent. Diese Zahl sagt auch etwas über den Tourismus als Arbeitgeber aus“, erklärt Markus Sint. „Es ist klar, dass vor allem Saison-Betriebe ohne ausländische Mitarbeiter nicht mehr existieren könnten, umso wichtiger ist es, statt Nächtigungsrekorde zu feiern, eine umfassende Tourismusstrategie zu entwickeln.“

Ein Posting

heli52
vor 2 Stunden

Vielleicht kann einmal jemand den Herrschaften der Liste Fritz sagen, dass es auch in Lienz und in Sillian Stau gibt - und das ohne gänzliche Überkapazität an Betten im gesamten Bezirk ....

 
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