Die Präsentation einer Studie der Tiroler Bauwirtschaft am Mittwoch, 8. April, nutzte der Tiroler Wirtschaftslandesrat Mario Gerber, um von der Bundesregierung in Wien Entlastungen für Unternehmen etwa bei Arbeits- und Energiekosten einzufordern.
„Als zuständiger Landesrat hätte er längst selbst handeln können“, kam postwendend die Antwort der Tiroler Neos. „Es ist scheinheilig, nach Wien zu rufen, während man als Wirtschaftslandesrat die Tiroler Betriebe selbst mit einer unsinnigen Zwangsabgabe belastet. Über 600 Branchen in Tirol zahlen eine Tourismusabgabe, von der sie keinerlei Nutzen haben. Ob Fahrlehrer:innen, Bestatter:innen oder Schriftsteller:innen: Sie alle werden für etwas zur Kasse gebeten, das mit ihrem Geschäft nichts zu tun hat. Wer es mit der Entlastung ernst meint, muss diese Zwangsabgabe abschaffen“, so Neos-Klubobfrau Birgit Obermüller.

Gerbers Reform der Tourismusabgabe habe unter dem Strich nur kosmetische Korrekturen gebracht und die Abgabe für kaum mehr existierende Branchen gesenkt. Sogar die Wirtschaftskammer habe deshalb die Reform als an den Bedürfnissen der Wirtschaft vorbeigehend kritisiert. „Wir Neos fordern seit Jahren die komplette Abschaffung der Tourismusabgabe. Die Finanzierung der Tourismusverbände und der Tirol Werbung muss über das Landesbudget erfolgen. Wer über Entlastung redet und gleichzeitig an einem System aus 1927 festhält, nimmt die Betriebe nicht ernst“, betont Obermüller.
„Gerber hat es selbst in der Hand. Er ist der zuständige Landesrat, er kann handeln. Statt Forderungen nach Wien zu schicken, sollte er dieses überholte System aus dem Jahr 1927 endlich beenden. Das wäre echte Wirtschaftspolitik für Tirol“, meint Obermüller.
6 Postings
Meine Tourismusabgabe wird mit fast schon unverschämten Aufschlag dem ersten Tourismusbetrieb in dem ich arbeite weiterverrechnet.
Glücklicherweise geht sich das locker aus und ich verdiene daran noch etwas.
Der Sinn einer Tourismusabgabe für mein Ingenieurbüro für Forstwirtschaft in Lienz (2013 und 2019) hat sich mir nie erschlossen. Birgit Obermüller(NEOS) fordert zurecht, und nicht zum ersten Mal, die ersatzlose Streichung.
Ganz ohne Bezug ist ein Forst-Ingenieurbüro zum Tourismus eben nicht: Skipistenplanung, Rodungs- und Ausgleichsmaßnahmen, Berechnung von Entschädigungen für Pistennutzung, Lawinen- und Erosionsschutz oder der Ausbau von Forst- und Zufahrtswegen – das alles hängt direkt oder indirekt am Tourismus.
Viele dieser Projekte gäbe es ohne Seilbahnen und Wintersport in der Form gar nicht.
Zu sagen, man habe „keinerlei Nutzen“, ist daher einfach zu kurz gegriffen.
Diese Zwangssteuer sollte gestrichen werden. Wenn sich Tourismusbetriebe etwas davon versprechen, können sie ja freiwillig einzahlen.
Transparenz bei der Mittelverteilung wäre mal der erste Schritt bei der Beurteilung ob diese Steuer in Ihrer Höhe und Verwendung sinnvoll ist.
wenn man die ganzjährig teils bedenkenlose Ressourcenverschwendung durch den Osttiroler TVB bedenkt, bin ich für eine generelle Abschaffung der Beiträge. Allein die Kosten für den Aufenthalt internationaler Radteams oder die sinnlosen Ausgaben für internationale Rundfahrten unter dem Vorwand, Osttirol sei eine Straßenradsportdestination, diese in Wahrheit lediglich zur Befriedigung persönlicher Eitelkeiten des Obmannes dienen, lassen meine Haare zu Berge stehen. Schulterklopfer im Oberland und im Talboden werden eifrig bedient, andere notwendige touristische Infrastrukturmaßnahmen, wie zb eine ansprechende Langlaufloipe im Defereggental sind anscheinend unfinanzierbar. Böse Zungen behaupten, dies sei eine Reaktion auf ein nicht entsprechendes Wahlergebnis.
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