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Social Media: Junge zweifeln am eigenen Aussehen

31 Prozent der intensiven Nutzer:innen denken über Schönheits-OPs nach. Ein Kunstprojekt will aufklären.

Soziale Medien prägen den Alltag und das Körperbild junger Menschen. Intensive Social Media-Nutzung verstärkt die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper und belastet das Wohlbefinden.

Das zeigen die jüngsten Daten der Gesundheit Österreich GmBH (GÖG), die seit Beginn der Corona-Pandemie regelmäßig Umfragen zur Gesundheitsförderung durchführt: Fast jede zweite junge Person (45 Prozent) fühlt sich durch Beiträge in sozialen Medien unter Druck gesetzt, den eigenen Körper verändern zu müssen, erläuterte GÖG-Geschäftsführer Herwig Ostermann bei der Pressekonferenz in der Akademie der Bildenden Künste in Wien.

Instagram-Filter, Tiktok-Trends und Influencer:innen erzeugen Druck auf junge Menschen. Fast jede zweite junge Person glaubt, den eigenen Körper verändern zu müssen. Foto: APA/dpa

30 Prozent der jungen Menschen meinen, dass sie sich auf Bildern mit einem Filter schöner finden, bei den jungen Frauen waren es gar 45 Prozent. Unter den rund 1.000 Befragten waren 129 Personen zwischen 16 und 25 Jahre alt - aufgrund der geringen Stichprobengröße liegt die Schwankungsbreite bei acht Prozent.

Schönheitsideal korreliert mit Mediennutzung

Das Schönheitsideal korreliert mit der Dauer der Nutzung sozialer Medien. Laut Ostermann denken fünf Prozent der jungen Menschen, die täglich weniger als zwei Stunden auf TikTok und Co. verbringen, über Schönheits-OPs oder Eingriffe nach. Bei den 16 bis 25-Jährigen, die mehr als zwei Stunden jeden Tag online sind, sind es gar 31 Prozent. „Das ist ein sehr, sehr deutliches Ergebnis. Wir sprechen nicht über Randphänomene, sondern über ein gesellschaftliches Thema", konstatierte Ostermann.

Workshops in Museen

Genau hier setzt das Präventions- und Kunstvermittlungsprojekt „YOUareART - Ungefiltert schön" an und zeigt, wie Jugendliche lernen können, mit diesen Einflüssen umzugehen. Im Zentrum stehen Workshops in der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien und in der Heidi Horten Collection.

Jugendliche setzen sich dort gemeinsam mit Psychologinnen und Kunstvermittelnden mit historischen und aktuellen Schönheitsidealen auseinander - und bringen diese mit ihrer eigenen Lebensrealität in Verbindung.

„Wir sprechen nicht über Randphänomene, sondern über ein gesellschaftliches Thema"

GÖG-Geschäftsführer Herwig Ostermann

Ein wesentliches Element der Workshops ist der Einsatz von Augmented Reality: Mit einer App werden gängige Beauty-Filter auf klassische Kunstwerke gelegt, die Gemälde sind dann nicht mehr erkennbar. So zeigt sich bei Rembrandts Bildnis einer jungen Frau von 1632, dass alle Eigenheiten des Porträts - Ausdruck, Haltung, Stimmung - verschwinden.

„Das war sehr interessant", berichtete eine Schülerin des Neustiftgymnasiums, die am Dienstag den Workshop absolviert hat. Das Projekt habe auch gezeigt, „dass das Schönheitsideal von heute zum großen Teil nur noch digital in Realität gesetzt werden kann", berichtete ein Schüler.

Jugendliche nutzen soziale Medien täglich

Mehr als 80 Prozent der Jugendlichen, die den Workshop absolviert haben, nutzen soziale Medien täglich, mehr als 40 Prozent sogar fast den ganzen Tag. Die Jugendlichen wissen, dass gefilterte Bilder nicht real sind und empfinden echte Menschen oft sogar als schöner. Dennoch erleben sie einen starken Druck, diesen Idealen zu entsprechen.

Bis Ende Juni werden rund 1.000 weitere Jugendliche an Workshops in der Heidi Horton Collection sowie in der Akademie der bildenden Künste teilnehmen. Diese Workshops bis zum Schulschluss sind bereits fix gebucht, im Herbst soll es dann wieder weitergehen. Das Projekt soll künftig auch auf weitere Museen in Österreich ausgeweitet werden, so soll es etwa im nächsten Jahr im Lentos Kunstmuseum in Linz starten.

In einer ersten Befragung im Rahmen der Evaluation berichteten Absolvent:innen des Workshops, dass sie Schönheitsideale nun bewusster hinterfragen und den Einfluss von Social Media kritischer reflektieren. Viele gaben an, dass ihnen besonders die Gegenüberstellung von historischen Kunstwerken und digitalen Filtern in Erinnerung bleibt.

„41 Prozent der Jugendlichen waren das erste Mal im Museum", berichtete Hilde Wolf, Geschäftsführerin des Gesundheitszentrums FEM Süd. „Viele Jugendliche haben mit den Museen auch einen neuen Ort entdeckt, an dem sie willkommen sind", sagte sie.

Ein Posting

lia
vor 34 Minuten

ich war in meiner jugend auch nicht gescheiter.

 
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