Die Stadt Innsbruck weist in ihrem Rechnungsabschluss für 2025 ein Plus von 19,7 Millionen Euro auf. Einnahmen von 567 Millionen standen Ausgaben von 547,2 Millionen gegenüber, hieß es am Freitag in einer Aussendung. Budgetiert worden waren Einnahmen von 564,7 und Ausgaben von 574,4 Millionen Euro.

Bürgermeister Johannes Anzengruber (JA - Jetzt Innsbruck) verwies auf verantwortungsvolles Sparen und eine „seriöse Finanzpolitik". Man habe dank „Budgetstrenge" somit um 27,2 Millionen Euro weniger ausgegeben als geplant, resümierte der Stadtchef. Innsbrucks Finanzdirektor Martin Rupprechter zufolge hatte man auch eine Darlehensaufnahme von 60 Millionen Euro eingeplant, aber schlussendlich nur 47 Millionen Euro abgerufen.
Schulden um rund 40 Millionen gestiegen
Der Gesamtschuldenstand stieg indes deutlich. Die Pro-Kopf-Verschuldung lag bei 1.606 Euro und damit um rund 300 Euro höher als noch im Vorjahr. Auch der Gesamtschuldenstand stieg von 171,7 Millionen Euro auf 211,7 Millionen Euro.
„Neue Investitionen sollen in Zukunft möglichst ohne Schulden auskommen. Aber für die Altlasten aus Regionalbahn und Gestellungsbetrieb müssen wir heute und morgen weiterhin aufkommen", hieß es auf APA-Anfrage dazu aus dem Büro Anzengrubers. Dafür sei ein „belastbares, sorgfältig kalkuliertes Budget erstellt" worden.
Die Stadt investierte 69 Millionen Euro, hieß es. „Seriöse Finanzpolitik und Zukunftsinvestitionen sind kein Widerspruch", so Anzengruber. Auch Vizebürgermeister Georg Willi (Grüne) betonte, ein solider Rechnungsabschluss sei „kein Selbstzweck", sondern Voraussetzung für wichtige Investitionen in Soziales bis hin zu Kultur. Vizebürgermeisterin Elisabeth Mayr (SPÖ) lobte einen „verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln" und gleichzeitig „einen klaren Blick auf den sozialen Zusammenhalt in der Stadt".
Weitere Sparmaßnahmen 2026 notwendig
Für das laufende Jahr versprachen die Verantwortlichen, sich nicht auf den positiven Zahlen ausruhen zu wollen. Es seien weitere „Sparschritte bei Projekten und bei den Personalkosten notwendig", erläuterte Anzengruber. Auch plane die Dreierkoalition bestehend aus der Bürgermeisterpartei JA - Jetzt Innsbruck, Grünen und SPÖ Effizienzsteigerungen im Magistrat, strukturelle Anpassungen im Personalbereich sowie maßvolle Gebührenanpassungen. Der Bericht zum Rechnungsabschluss werde dem Gemeinderat im Oktober zur Beschlussfassung vorgelegt.
Kritik aus Opposition an Schuldenstand
Die FPÖ zeigte sich indes „erbost" über die „jüngste Inszenierung" Anzengrubers zum Finanzabschluss. Dieser verschwieg den Schuldenstand „wissentlich", meinte Klubobfrau Andrea Dengg. „Mit 212 Millionen Euro, die zu Buche stehen, kann und darf man nicht zufrieden sein, und schon gar nicht von einem enkelgerechten Wirtschaften sprechen", hielt sie fest.
Die Koalition mache Schulden auf Kosten anderer und die Politikerin führte Gebührenerhöhungen und „ständige Teuerungen in allen Lebensbereichen" ins Treffen. Dengg forderte einen „rigorosen Sparkurs aufseiten der Stadtregierung".
Auch das oppositionelle „Das Neue Innsbruck" übte Kritik an dem gestiegenen Schuldenstand. Ein operativer Gewinn möge nett klingen - „wenn gleichzeitig der Schuldenstand massiv steigt, wäre wohl keine Jubelmeldung, sondern eher eine Kurskorrektur dringend angezeigt", wurde Stadtrat Markus Stoll in einer Aussendung zitiert. Die Schulden würden „der Stadt langfristig die Luft zum Atmen nehmen". Als Preistreiber sah Stoll die Personalentwicklung der Stadt.
16 Postings
Wenn die Schulden von 211 Millionen getilgt sind und dann noch 20 Millionen in der Kassa bleiben, dann haben sie dieses Plus erwirtschaftet.
Ich bin kein Ökonom , ich verstehe es aber schon . Das eine ist der Verwaltungshaushalt, der laufende Verbrauchs-, Aufwands- bzw. Betriebshaushalt. Die neuen Schulden sind Investitionen in Gebäude wie Kindergärten, aber auch Straßen und Plätze, und das kommt zum Vermögen. Wenn du dein Haus neue sanitäre Anlagen gönnst , die Einfahrt neu , Garten neu angelegt , moderne Energiesparende Technik, dann ist dein Haus mehr wert . Wenn ich es richtig mitbekommen habe, hat die Stadt Innsbruck ihren Haushalt in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck ausgearbeitet , sich gut daran gehalten und so eine positive Bilanz.
Diese mega Sparmaßnahmen was die Opposition fordert , ist in meinen Augen nicht schlau .Man muss ja nur zum Nachbarn Deutschland schauen , die durch ihr Sparprogramm einen Investitionsstau haben , für den sie Jahrzehnte benötigen um die Infrastruktur , Militär, und viele andere Dinge wieder auf ein Niveau zu bringen , was man von der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt erwartet .
Die Megasparmaßnahmen machen durchaus Sinn, wenn man es richtig macht. Das große Problem sind die unendlich vielen Gschaftlhuber, die aufgeblähte Verwaltung, ein viel zu großer Staatsapparat, der sich selbst immer mehr vergößert, sinnlose Vorschriften und die dazugehörige Bürokratie und der gigantische Aufwand für externe Berater, usw. Dazu noch Freunderlwirtschaft, Korruption, Versorgungsposten und alles, was noch so läuft. Unsere Bonzen leben in Saus und Braus, sparen sollen wir, damit sie uns dann das Geld abnehmen können.
Am Haushalt haben sie ja gespart. Meistens wird ja in Investitionen gespart , und die Fehler wiederholen sich , als Beispiel Deutschland und Österreich ,haben schon wieder das Budget der Bahn gekürzt , wodurch es wieder einen Investitionsstau gibt . Das schwächt den Standort und bei wiederholenden Energiekrisen , total dumm. Zurück zu Innsbruck , ich habe mir die Zahlen mal angeschaut , Innsbruck steht zum Vergleich anderer Großstädte sehr gut da , bei der pro Kopf Verschuldung . Auch die Wirtschaft steht trotz mehrerer Krisen gut da, wenn ich mir die Zahlen anschaue.
Lienz , wo nachgesagt wird, dass die Super- Haushalten und der Haushalt von allen Gemeinderatsmitglieder mit Applaus verabschiedet werden , steht viel schlechter als Innsbruck bei der pro Kopf Verschuldung. Ich sehe, dass Innsbruck seine Hausaufgaben gemacht hat , und das Augenmerk sollte man auf andere Städte und Gemeinden richten . Eine Stadt wie Innsbruck kann sich Schulden leisten und hat Recht, dass sie investieren, um den Standort weiterhin so attraktiv zu machen . Ich habe vor 20 Jahren in Innsbruck gelebt , die Stadt hat sich entwickelt , das ist jetzt eine moderne europäische Großstadt, viel attraktiver für junge Menschen. Das ist unsere Zukunft , junge Menschen, die den Standort attraktiv finden , bleiben oder zuziehen . Haushalt radikal zu kürzen funktioniert nicht , das wird ihnen jeder Volkswirt einfach mit Zahlen belegen . Schritt für Schritt ist es möglich , aber nicht radikal .
Schulden um 40 Millionen gestiegen - plus von 20 Millionen erwirtschaftet.
Ich bin offensichtlich zu blöd, um das zu verstehen. Wer hilft mir? Oder sind - wenns um Millionen geht - plus und minus nicht mehr relevant?
Alles nur Schönfärberei.
Das nennt man KREATIVE BUCHHALTUNG! Wenn man die geplanten Ausgaben nur hoch genug ansetzt und in der Folge weniger ausgibt, hat man dann wirklich gespart? Die Verschuldung steigt ja trotzdem. Haben wir denn überhaupt keine Fachleute mehr in der Politik?
was ist ein operativer gewinn
@spitzeFeder, wenn du mehr über solche Zahlenspielereien erfahren willst, besuch den altgedienten Banker und Finanzprofi in der Mühlgasse 11, 2 Etage. Dort hilft man dir mit Leidenschaft weiter.
@spitzeFeder: Der Überschuss resultiert aus der Differenz der tatsächlichen Einnahmen/Ausgaben (Jahresrechnung) und den geplanten Einnahmen/Ausgaben (Budget) eines Jahres! Die Gesamtverschuldung kann zB durch neue Kredite steigen. Man kann dann eventuell NACH Jahresabschluss vorzeitige Tilgungen vornehmen, wenn dies Sinn macht. (Schwimmbad LZ würde bei 0,54% Zinsen KEINEN Sinn machen) Üblicherweise entstehen Überschüsse durch nicht realisierte Ausgaben (Bauvorhaben nicht abgeschlossen) oder durch erhöhte Einnahmen (bessere wirtschaftliche Entwicklung in Ö = höhere Ertragsanteile).
Also, die Aussagen von @wolfgangwien (Schönfärberei) und @Annalies (kreative Buchhaltung) zeugen nur von totaler eigener Unwissenheit, die ich so nicht öffentlich dokumentieren würde, ausser man will sinnloserweise provozieren.
Jede Gemeinde, jeder Kämmerer MUSS kaufmännisch vorsichtig budgetieren, d.h. Einnahmen vorsichtig eher niedrig und Ausgaben eher realistisch (höher) ansetzen!
Also Herr Schwarzer, ich verstehe es, wenn Sie mit Zähnen und Klauen politische Entscheidungsträger verteidigen, da Sie als Vertreter einer Minipartei Teil des lokalen Gemeinderats waren. Diese Tatsache macht Sie, jedoch für mich, weder zum Budget- noch zum Politikexperten. Die Innsbrucker Stadtregierung hat seit vielen Jahren unter Beweis (Oppitz-Plörer, Willi, Anzengruber) gestellt, dass Wahlversprechen nichts wert und offensichtlich keine Budgetexperten am Werk sind/waren. (Hungerburgbahn, Wohnbau, Dienstvertrag Stadtbedienstete). Nach Van Staa und Zach ging es deutlich bergab.
Ach, @Annalies, ich nehme an, dass Sie noch kein Budget bzw. noch keine Jahresrechnung der Stadt je gelesen haben (sofern Sie nicht dem GR angehören, wäre dies im Stadtamt ersichtlich, wer Einsicht nimmt). Und Sie wollen mir (34 Budgets, davon 30 mitbeschlossen, ebenso 34 / 30 Jahresrechnungen) die Expertise absprechen, mutig!!
Glauben Sie nicht, dass Sie sich da ein wenig selbst überschätzen?
Da Sie persönlich wurden: mein Politikverständnis bzw. -wissen beruht auf umfangreichem Grundwissen (Uni Ibk), 30+ Jahre GR Tätigkeit und einschlägiger beruflicher Tätigkeit (Politik) und NICHT auf Stammtischgeschrei!
Fragen? Gerne !
Herr Schwarzer, vielen Dank für ihre Ausführungen samt Auszug aus dem Curriculum. Ich wusste nicht, dass so viele Budgets von Ihnen erstellt (oder doch nur mitbeschlossen) wurden. In jeder Gemeinde, Stadt, in den Ländern und im Bund gibt es Experten und trotzdem laufen die Budgets aus dem Ruder. Warum? Und Sie werden es wahrscheinlich nicht für möglich halten, auch andere Menschen haben Ausbildungen absolviert. Ihre herablassende Art, die Kommentare von Postern zu bewerten, finde ich destruktiv.
Ach @Annalies; wenn man : Frau sinnerfassend lesen könnte, wäre vieles einfacher; Ich schrieb; ....'..34, davon 30 mitbeschlossen...'. und Sie 'LESEN': '...erstellt...!' Das ist Polemik und sonst nichts! Detto 'Minipartei' (bei 4-2-3-2-1 Mandaten waren wir immer stärker als dieGrünen und die Blauen).
Herr Schwarzer, nun zum Abschluss dieser Diskussion. Die 'Polemik' meinerseits ist eine Reaktion auf Ihre abwertenden Kommentare und Zurechtweisungen. Für mich persönlich gehören Sie zu den 'bitteren' Menschen, von denen ich mir die 'Welt' nicht erklären lassen möchte. Da ich Ihren politischen Werdegang kenne (ich habe für die Liste damals selbst unterschrieben), weiß ich auch, dass Sie als Spitzenkanditat nicht erfolgreich waren. Ich habe das Posten als Meinungsaustausch verstanden, manchmal hitzig, zeitweise humorvoll, einfach entspannend. Offensichtlich wird dieses Medium von so manchen Postern dazu verwendet, andere Meinungen zu entwerten und Menschen bewusst lächerlich zu machen. Ich bin manchmal auch übermütig und zynisch, jedoch die Dosis macht das Gift.
Naja – ich würde das Prinzip mal (wenn ich das Ganze richtig verstehe) mit einem Haushalt vergleichen.
Ist das Haushaltseinkommen übers Jahr höher wie die Ausgaben sind sie im Plus, haben mehr Geld im Vergleich zum Vorjahr und legen es beiseite für Notfälle, Reparaturen, Sparen usw. Und das trotz langfristig laufen Kredit für Haus, Wohnung der schon läuft.
Im selben Jahr ist aber ihr Heizung eingegangen, haben sie ein neues Auto benötigt oder ähnliches.
Diese notwendige Investition habe sie per Bankkredit, Leasing, wie auch immer finanziert da sie die notwendige Summe nicht am Sparbuch hatten. Die Kreditraten, Leasingraten können sie sich leisten und bringen das Haushaltseinkommen nicht ins Minus, das Plus ist eventuell nur etwas geringer.
Haushaltseinkommen im Ergebnis also auf Jahressicht im Plus, die Verschuldung hat sich aber erhöht.
Das ist sicher bei einer Stadt wie Innsbruck komplizierter, aber vom Prinzip her könnte es so sein.
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