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Anti-Rassismus-Verein ZARA droht das Aus

Ministerin Claudia Bauer (ÖVP) stoppt Förderung. Breite Kritik auch aus der SPÖ und von den Tiroler Grünen.

Die Anti-Rassismus-Beratungsstelle ZARA steht vor dem Aus. Die laut dem Verein wichtigste und größte Förderung durch das Familienministerium von Claudia Bauer (ÖVP) wurde nicht mehr gewährt, bestätigte ZARA einen Bericht des „Standard“. 2025 lag die Förderung in etwa bei 330.000 Euro, hieß es zur APA. Auch im Büro von Bauer bestätigte man, dass die beantragte Förderung nicht gewährt werden könne, es müssten „in allen Bereichen Einsparungen vorgenommen werden“.

ZARA sieht die Lage dramatisch. Laut Verein mussten deshalb bereits Mitarbeitende vorsorglich gekündigt werden, insgesamt seien 18 Beschäftigte betroffen. Der Verein betont, dass er seit acht Jahren vom Bund mitfinanziert worden sei und die Absage erst Anfang April für den Förderzeitraum ab 1. Jänner 2026 eingelangt sei. Dadurch sei bereits eine finanzielle Vorleistung entstanden, die ein Defizit ausgelöst habe. Hoffnung setzt ZARA nun auf kurzfristige Hilfe, pocht aber vor allem auf eine verlässliche, mehrjährige Finanzierung statt jährlicher Unsicherheit.

Politisch fällt die Kritik scharf aus. Die Gleichbehandlungsanwaltschaft nennt ZARA eine „unabdingbare Ressource“ für Menschen, die von Rassismus und Hass im Netz betroffen sind, und warnt vor den Folgen weiterer Kürzungen bei NGOs. Auch SOS Mitmensch, epicenter.works, Südwind, Aufstehn.at, die ÖH, die HOSI Wien und weitere Organisationen protestieren gegen den Förderstopp. Der Klagsverband warnt zudem davor, dass Österreich mit ZARA seinen einzigen „Trusted Flagger“ für priorisierte Löschungen bei Cybergewalt und illegaler Hassrede verlieren könnte.

Kein Verständnis haben die Tiroler SPÖ-Landesfrauenvorsitzende und Nationalratsabgeordnete Selma Yildirim und SPÖ-Klubobfrau Elisabeth Fleischanderl. Die SPÖ Tirol spricht von einem inakzeptablen Schritt, gerade weil Hass im Netz, Deepfakes und digitale Gewalt zunähmen und Prävention sowie Beratung dringend gebraucht würden. Die Tiroler Grünen sehen im Förderstopp ein „fatales Signal“ und fordern eine Aufstockung des Budgets. „ZARA hat viel Pionierarbeit geleistet und sich als erste Anlaufstelle etabliert. Solange Frauen Hass und Gewalt im Netz erleben, ist diese Arbeit unverzichtbar“, argumentiert Landtagsabgeordnete Zeliha Arslan.

Der Konflikt zeigt, wie eng die Auseinandersetzung um Budgetkürzungen mit der Debatte über Gewaltschutz, digitale Gewalt und Prävention verknüpft ist. Während die Bundesregierung auf Sparzwänge und eine Neuordnung der Förderungen verweist, argumentieren Kritikerinnen und Kritiker, dass ausgerechnet jene Stelle geschwächt werde, die Betroffene von Rassismus und Hass im Netz konkret unterstützt.

Rassismus-Report 2025 zum Download

10 Postings

HussaHussaTrollolo
vor 4 Wochen

NGOs sind wichtig für die Demokratie – aber nur, wenn sie wirklich non-governmental sind, denn politische Finanzierung untergräbt ihre Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit. Darum ist es richtig, solche Förderungen zu beenden.

Und Hand aufs Herz: Würde eine rechte Regierung „ihre“ NGOs (z. B. aus dem Burschenschafts-Umfeld) finanzieren, wäre der Aufschrei sofort da.

 
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    Bahner Bernd
    vor 4 Wochen

    Die unten angeführten NGOs haben mit politischen, re oder li ideologischen Ausrichtungen nichts zu tun, sie sind vor allem menschenrechtlichen und caritativen Aufgaben verpflichtet. Burschenschaften,Identitäre fallen nicht darunter. Ein Staat, der sich nicht als Parteienkonglomerat versteht, kann auch Organisationen, die entsprechende Kriterien erfüllen, fördern ohne ihre Unabhängigkeit zu gefährden

     
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Bahner Bernd
vor 4 Wochen

NGOs , wie ZARA, Caritas, Ärzte ohne Grenzen , Amnesty internatioal und viele andere, sind ein unverzichtbares Basiselement der Demokratie, ein Ausdruck sozialen und humanitären Anliegens von den Wurzeln der Gesellschaft her, gleichsam auch öffentliches Gewissen und Mahnung vor Einbrüchen bei rechtsstaatlichen Grundsätzen. Das Wirkung der NGOs bedeutet Kontrollverlust für den politischen Machtapparat, was den natürlich einigermaßen störrisch macht und zu restriktiven Maßnahmen greifen lässt. Das betrifft vor allem paternalistisch und autoritär ausgerichtete Regime, die freie Medien und unabhängige NGOs rasch gezügelt oder eliminiert sehen wollen. Musterbeispiele sind da natürlich Russland und ähnlich geartete Regime weltweit, Ungarn hat sich vorerst freigespielt. Auch Meister Kickl, der Hüter und umsichtige Lenker des Volkswillens, hält NGOs für verzichtbar, jedenfalls nicht für förderungswürdig, allenfalls die Identitären,die er eine Reihe mit Amnesty uä stellt. Nun also Bauer, die Rechtsauslegerin der ÖVP , die, unter dem Titel Sparzwang, ZARA die Luft zum Atmen nehmen möchte, eine der wenigen Organisationen, die sich glaubhaft der Opfer von Rassismus, sexueller Diskriminierung, Cyberkriminalität ua annimmt und demokratiepolitische Bedrohungen aufzeigt. Die Kosten, die jetzt eingespart werden wird unsere Zivilgesellschaft um ein Mehrfaches wieder zurückzahlen müssen.

 
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Biker
vor 4 Wochen

Diese Einsparungen werden das Budget auch nicht retten. Warum Frau Bauer ausgerechnet hier den Rotstift ansetzen will erschließt sich mir nicht.

Insgesamt finde ich ihre Denkweise und Handeln rückwärtsgerichtet, teilweise bedenklich radikal und öfters seltsam altmodisch.

Die Annäherung an die FPÖ wird hier direkt und unverblümt vollzogen und ich bin mir sicher das die ÖVP Herbert Kickl nach der nächsten Wahl den roten Teppich ausrollt und ihn zum Bundeskanzler macht (VOKAKI). Wir werden und noch wundern was alles möglich ist!

 
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bobbilein
vor einem Monat

zara ist mir seit jeher als wichtige und unerlässliche beratungsstelle bei hass und rassismus ein begriff. dass diese so wichtige einrichtung - besonders in diesen immer schwierigeren zeiten was diese themen betrifft - ihre arbeit nicht mehr umsetzen kann, macht mich einfach nur sprachlos.

Spenden an ZARA: https://zara.or.at/spenden

 
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steuerzahler
vor einem Monat

Wir fördern sowieso viel zu viele Vereine. Man könnte angesichts der Anzahl den Eindruck gewinnen, viele Vereine werden nur gegründet, um Förderungen einzusammeln.

 
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    TW-WU
    vor einem Monat

    "Während es Hilfsangebote für spezifische Zielgruppen wie Kinder oder Jugendliche gibt, betreibt Zara die einzige bundesweite Beratungsstelle in Österreich, die allen von Hass im Netz, aber auch von Rassismus Betroffenen offensteht, wie der Verein argumentiert. Seine Klienten seien meistens Menschen, die bereits mehrfach belastet sind und schwer Zugang zu Unterstützung finden... "

    In zeiten wo hass im netz explodiert, die österreichweit erste anlaufstelle dagegen einzustellen, noch dazu eine beratungsstelle für jene leute, die sich keinen anwalt leisten können, ist ziemlich hirnrissig.

    Wüsste da ein paar vereine, die laut strache am rechnungshof vorbei parteien finanzieren. Die sollte man eher einstellen:

    "Er hatte im Sommer 2017 über mögliche Konstrukte gesprochen, die große Spenden am Rechnungshof vorbei an die Parteien leiten könnten, und hatte dabei Namen von Unternehmern genannt - René Benko, Gaston Glock, Heidi Goëss-Horten sowie der Glücksspielkonzern Novomatic hätten an Vereine gespendet..."

    https://www.diepresse.com/5657257/ibiza-affaere-welche-parteinahen-vereine-die-ermittler-ueberpruefen-wollen

     
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    andreas.klotz
    vor einem Monat

    Das ist inzwischen eine gezielte Kampagne, in Deutschland war es hate aid , die von der US Regierung sanktioniert wurden . Wenn du von der US Regierung Sanktioniert wirst , hast du ein gewaltiges Problem im Alltag, auch in Europa. NGO, die Menschen gegen Hass im Netz helfen , sind ein Feindbild der aktuellen US Regierung und der Tech Milliardäre , noch unbeliebter als der Papst. Wobei es auch schon Überlegungen gibt , den Papst zu sanktionieren . Die lassen dann eine Propaganda-Welle los , nicht Trump oder Musk persönlich, das machen ihre Helfershelfer . Undemokratisch, links, radikal, lieben den Terror, der Papst will die Atombombe für den Iran und viele andere Dinge tauchen dann im Netz auf. Bei hate Aid wurde behauptet, dass politische Rechte, keine Hilfe bekommen und Hilfe abgelehnt wurde . Was vom Team Kontraste ( Politikmagazin ) nachgegangen wurde , alles nicht gestimmt , jeder von diesen Personen aus AFD , FDP ( gehen inzwischen Richtung AFD)Umfeld, hat eine Antwort bekommen , wo sie informiert wurden wie sie Hilfe bekommen .

    Prof. Annette Zimmermann / Politische Philosophie "Das ist nicht nur die Macht der Trump Administration, sondern auch die Macht der Industrie, also die Big-Tech-Oligarchen, die sich in letzter Zeit sehr stark an Trumps Regierung angenähert haben, das sind Akteure, die schon immer sehr skeptisch gegenüber demokratischen Prozessen und Institutionen waren." Aus Sicht von Josephine Ballon hat sich im gesellschaftlichen Diskurs um digitale Gewalt in den letzten Jahren etwas grundlegend verändert.

    Josephine Ballon Rechtsanwältin, Geschäftsführerin HatAid . "Früher konnte man sich mal darauf einigen, dass es richtig ist, Rechtsdurchsetzung im Internet zu fördern, heutzutage gilt das als links. Und ich frage mich ehrlich gesagt langsam, wenn das jetzt als Links gilt und ja andere Sachen als rechts gelten, wo ist denn dann aber die Mitte?" Längst geht es nicht mehr nur um HateAid – die Organisation ist zu einem Symbol geworden für den Kulturkampf in Deutschland, sondern auch für einen Streit um Meinungsfreiheit zwischen Trumps USA und der EU. Der Herr Steuerzahler ist ein Teil dieses Trump System , die mit ihren Aussagen NGO und Vereine ins schlechte Licht stellen .

    Das wird in paar Jahren noch viel schlimmer werden , da Deutschland und Österreich erpressbar sind .

     
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    Joe B. Tolliver
    vor 4 Wochen

    Den Eindruck kann man durchaus gewinnen, aber gerade ZARA leistet sehr wertvolle und wichtige Arbeit. Interessant wäre, ob auch andere (und welche) Vereine zukünftig nicht mehr gefördert werden sollen. Wenn ZARA allgemein für so wichtig gehalten wird wie es der momentane Aufschrei vermuten lässt, wird eine Spendenfinanzierung leicht möglich sein.

     
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      gnom
      vor 4 Wochen

      Sollten irgendwann einmal Agrarförderungen gestrichen werden, wird der Aufschrei ungleich größer sein und vermutlich werden Traktoren Richtung Wien fahren. Da müßte das Spendenaufkommen ja geradezu astronomisch sein.....

       
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