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Psychosozialer Krisendienst Kärnten ist gefordert

3.300 Einsätze und 8.700 telefonische Beratungen 2025. Einsatzzahlen steigen stark. Land finanziert mit 497.000 Euro.

Bei psychischen Notlagen oder einer akuten psychosozialen Krise steht in Kärnten der psychiatrische Not- und Krisendienst (PNK) bereit – kostenlos, täglich und rund um die Uhr. Diese Verfügbarkeit ist ein Unterschied zur gleichnamigen Einrichtung in Tirol, die laut Landes-Website von 8.00 bis 20.00 Uhr, laut Website des Dienstes von 9.00 bis 19.00 Uhr telefonisch erreichbar ist.

Das Angebot in Kärnten ist zudem umfangreicher. In Tirol ist das Ziel, professionelle Hilfe für eine Erstabklärung leicht zugänglich zu machen: „Dabei wird eine Gefährdungseinschätzung und Krisenintervention vorgenommen. Gleichzeitig wird - wenn notwendig - in Absprache mit der Patientin/dem Patienten eine Weiterbehandlung koordiniert.“

In Kärnten reicht der Interventionsdienst über telefonische Beratung hinaus bis zur Unterstützung vor Ort und besteht zusätzlich zur Versorgung in den Krankenanstalten. Angesiedelt ist es bei der KABEG. „Der PNK deckt alle psychischen Herausforderungen ab, die einer Akutintervention bedürfen – bis hin zum Suizidversuch. Er berät auch zu Therapiemöglichkeiten und schließt die Angehörigen mit ein. Ziel ist es, psychische Krisen frühzeitig zu erkennen, zu lindern und stationäre Aufenthalte zu vermeiden“, unterstreicht Gesundheitslandesrätin Beate Prettner.

Dass dieses Angebot benötigt wird, zeigen die aktuellen Zahlen: Im Jahr 2025 wurden über 3.300 Einsätze verzeichnet – das sind um 11,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Auch die Zahl der telefonischen Beratungen hat sich um mehr als zehn Prozent gesteigert: „Über 8.700 telefonische Beratungen wurden 2025 durchgeführt. Die Nachfrage steigt also – auch weil die Gesellschaft in Bezug auf psychische Gesundheit zum Glück immer sensibler reagiert“, so Prettner.

Es gibt zwei Standorte, den PNK Ost (Klinikum Klagenfurt) und den PNK West (LKH Villach). Multiprofessionelle Teams kümmern sich um die Akutinterventionen, es verrichten immer zwei Mitarbeitende gemeinsam Dienst.

„Der psychiatrische Not- und Krisendienst steht weiterhin flächendeckend und niederschwellig für alle Menschen in Kärnten zur Verfügung, denn oft macht schnelle Hilfe den entscheidenden Unterschied“, so Prettner und verweist auf Fördermittel des Landes von 497.000 Euro.

Der PNK ist erreichbar unter:

  • PNK Ost (für die Bezirke Klagenfurt Stadt/Land, St. Veit/Glan, Feldkirchen, Völkermarkt, Wolfsberg): 0664/300 7007
  • PNK West (für die Bezirke Villach Stadt/Land, Feldkirchen, Spittal/Drau, Hermagor): 0664/300 9003

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