Der Waldbrand im Kärntner Lesachtal, der am Donnerstagabend im steilen Gelände ausgebrochen war, hat sich in der Nacht rasch ausgebreitet. Waren bis Mitternacht acht Hektar Waldfläche betroffen, so wuchs die Fläche bis Freitagvormittag auf 35 Hektar an. Fünf Hubschrauber und 23 Feuerwehren mit rund 210 Feuerwehrleuten waren im Einsatz, man ging davon aus, dass der Einsatz mehrere Tage lang dauern wird, hieß es auf APA-Anfrage von der Landesalarm- und Warnzentrale (LAWZ).
Von einer angespannten Lage sprach der Bürgermeister von Lesachtal, Bernhard Knotz (ÖVP), zu Mittag im APA-Interview: „Das Feuer ist an einer Stelle nur 100 Meter von bewohnten Gebäuden entfernt. Jetzt ist wieder Wind aufgekommen, deshalb wurde eine zweite Löschleitung verlegt und sechs weitere Feuerwehren werden angefordert.“ Zu verhindern, dass sich das Feuer weiter ausbreitet, habe nun Priorität: „Wir sind guter Dinge, dass wir die 35 Hektar, die in Brand stehen, jetzt einmal so halten können.“ Das sei nicht nur eine Fläche, die glost, sondern tatsächlich ein Vollbrand, präzisierte der Bürgermeister.
Wind und Trockenheit
Dass sich das Feuer in der Nacht so stark ausgebreitet hat, sei auf den Wind zurückzuführen - und auf die extreme Trockenheit: „Es hat in letzter Zeit immer wieder geregnet, aber immer nur fünf bis zehn Liter, das war absolut nicht ausreichend. Der letzte kräftige Niederschlag war der Schnee im Winter. Das spüren wir jetzt immens.“ Das Lesachtal ist immer wieder den Naturgewalten ausgesetzt - ob durch große Schneemengen oder Unwetter mit Stürmen. „Das ist immer eine Herausforderung“, so der Bürgermeister, und nun sei es wieder ein Schadensereignis: „Aber das Wichtigste ist jetzt, dass Leib und Leben geschützt werden.“
Am Freitag rückte auch das Bundesheer zum Assistenzeinsatz ins Lesachtal an. Eingesetzt werden ein Hubschrauber des Typs AB212, ein Hubschrauber des Typs AW169 sowie ein Tanklöschfahrzeug, hieß es vom Bundesheer. Die Dauer des Einsatzes war vorerst noch nicht absehbar. „Unsere Soldaten stehen bereit, um in dieser herausfordernden Situation rasch und entschlossen zu helfen“, sagte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP). Der Schutz der Bevölkerung habe oberste Priorität.

Krisenstab aktiviert
Ebenfalls am Freitag wurde vom Hermagorer Bezirkshauptmann Heinz Pansi der Bezirkskrisenstab aktiviert. Das Land Kärnten sei mit dem Bezirkskrisenstab, dem Landesfeuerwehrkommando und dem Katastrophenschutz in laufendem, engem Austausch: „Angesichts der aktuellen Lage mit der Ausbreitung des Waldbrandes und dem umfangreichen Einsatz zahlreicher Kräfte sowie der Luftunterstützung zeigt sich, wie gut unsere Einsatzorganisationen zusammenarbeiten“, sagte Katastrophenschutzreferent Landeshauptmann Daniel Fellner (SPÖ).
Das Feuer war am Donnerstag gegen 21.30 Uhr östlich der Ortschaft Maria Luggau ausgebrochen - wegen der massiven Trockenheit in diesem Gebiet breiteten sich die Flammen schnell aus. „Momentan ist mit Bodenmannschaften relativ wenig zu machen, weshalb mehr Hubschrauber angefordert wurden“, hieß es am Vormittag von der Feuerwehr. Die Flammen würden sich im steilen Gelände buchstäblich nach oben fressen. Auch der Wind und die starke Rauchausbreitung sorgen für Probleme, hieß es vom Bezirksfeuerwehrkommando Hermagor.
Gefährlicher Einsatz in der Nacht
Nicht nur Feuerwehren aus dem oberen Gailtal, sondern auch aus Osttirol wurden zum Löscheinsatz beordert. Zuerst galt es, eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Wegen des steilen Geländes und der Dunkelheit war der Einsatz für die Feuerwehrleute aber sehr gefährlich, sagte Hermagors Bezirksfeuerwehrkommandant-Stellvertreter Gerd Guggenberger.
Besonders herausfordernd ist die Löschwasserversorgung: „Mit drei Tanklöschfahrzeugen wurde ein Pendelverkehr eingerichtet. Außerdem musste eine rund vier Kilometer lange Zubringerleitung verlegt werden, um Löschwasser an die Brandstelle zu befördern“, erklärte Guggenberger. Seit den Morgenstunden stehen die Feuerwehren erneut im Einsatz.
Wegen der Gefahr von auf die Fahrbahn herabrollenden Teilen musste die Lesachtalstraße (B111) zwischen St. Lorenzen im Lesachtal und Maria Luggau für den gesamten Verkehr gesperrt werden, die Sperre dauert bis mindestens 20.00 Uhr. Eine Umfahrung ist nur großräumig über Osttirol möglich.
Dieser Artikel wurde am 24. April um 15.30 Uhr aktualisiert.
10 Postings
Es ist wohl höchst an der Zeit einmal den Feuerwehrmännern/Frauen ein Lob und ein Dankeschön für ihren bisher unermüdlichen Einsatz auszusprechen. Ich wünsche all diesen viel Erfolg und vor allem Gesundheit.
danke@karlheinz, ich schließe mich Ihrem Dank an. Was duese Teams leisten ist unbezahbar!! vielen Dank für Euren selbstlosen Einsatz!
Aktuell sind ja schon 70-80ha Fläche in brand
"Eine neue Studie, ais dem USA, ergab, dass Menschen, die in den vergangenen drei Jahren erhöhten Konzentrationen von Waldbrandrauch ausgesetzt waren, ein erhöhtes Risiko für Lungen-, Darm-, Brust-, Blasen- und Blutkrebs hatten...
https://www.washingtonpost.com/health/2026/04/21/wildfire-smoke-cancer-risk-study/
Gscheider wäre, wenn man hier positives schreiben würde und nicht von Studien aus den USA berichten würde! De Gscheidheiten braucht jetzt niemand im Lesachtal! Amerika ist zurzeit kein Thema, schon gar nicht wenn man an seinen "irren" Präsidenten denkt! Ich wünsche allen Feuerwehrleuten, dass sie wieder gesund in die Zentralen einrücken können, denn das ist Schwerarbeit in diesem Gelände!
... zum beispiel das heute am sonnblick, das erste mal 430ppm co2 gemessen wurden?! Aber ich weiss schon, immer diese fakten und zahlen, die darf man heut zu tage eh nicht mehr verlautbaren.
Wann ist schon der richtige zeitpunkt? Wenn nix is interresierts keinen und wenns wieder mal brennt oder lamd unter ist, dann darf man auch nicht mehr darüber sprechen. Wir haben uns gesellschaftlich auf ignoranz geeinigt...
@TW-WU: da waren wir aber letzte Jahr auch schon drüber... (Monatsdurschnittswert März 2025: 431,64ppm)
@TW-WU,was möchten sie uns jetzt damit sagen bzw.wie hilft es den Feuerwehren und den Lesachtalern?
......vermutlich, dass die Feuerwehrleute sich vom Brand fernhalten sollten????
Mögliche Brandursache könnt sein, weil der Herr Olympia gestern auf der Lesachtalrunde seine Mitstreiter "herbrennt" hat... seine Wattwerte lassen es vermuten! ;)
Ernsthaft: alles viel zu trocken... da brauchts nicht viel! Alles Gute den Feuerwehren... dass alle wieder gsund vom Einsatz kommen
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