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Werkbank statt Klassen­zimmer: Das war der Girls‘ Day

Der Aktionstag soll Vorurteile abbauen. Auch Osttiroler Betriebe öffneten wieder ihre Türen.

Seit mittlerweile 25 Jahren bietet der Tiroler Girls' Day Mädchen die Gelegenheit, Erfahrungen in technischen, handwerklichen und naturwissenschaftlichen Bereichen zu sammeln. Durch das Schnuppern in Unternehmen, Schulen und Organisationen sollen Vorurteile abgebaut, neue Perspektiven eröffnet und das Interesse an Berufen gesteigert werden, in denen Frauen nach wie vor unterrepräsentiert sind.

Am diesjährigen Aktionstag öffneten auch die Firma Liebherr, die Tischlerei Forcher sowie das Frauenberufszentrum Osttirol ihre Türen für die Schülerinnen der 7. Schulstufe.

Liebherr will frühzeitig Interesse an Technik wecken

Bei der Firma Liebherr erhielten zwölf Schülerinnen einen Einblick in die Ausbildungsmöglichkeiten im Betrieb. Außerdem sammelten sie praktische Erfahrungen: Sie bauten ihre eigene Lampe mit Solarpanel, frästen und bogen Metallbauteile und setzten ihr elektrotechnisches Know-how ein.

In anderen Bereichen erlebten sie beispielsweise den gesamten Materialfluss vom Wareneingang über die Fertigungsplanung bis hin zur Produktfertigung mit. Einige Teilnehmerinnen programmierten sogar erste interaktive Codezeilen. „Der Girls’ Day ist für uns jedes Jahr eine wertvolle Gelegenheit, jungen Mädchen technische Berufe näherzubringen und frühzeitig ihr Interesse für Technik zu wecken“, erklärt HR-Managerin Sylvana Hopfgartner-Wolsegger.

Mädchen bauten Organizer aus Zirbenholz

Die Tischlerei Forcher öffnete ihre Werkstatt für zehn Mädchen aus den Mittelschulen Lienz, Abfaltersbach, Virgen und Defereggen. Unter der Anleitung von Geschäftsführer Gabriel Forcher durften die jungen Teilnehmerinnen ein besonderes Werkstück fertigen.

Nachdem in den vergangenen Jahren eine Schatzkiste gebaut worden war, entschied man sich in diesem Jahr für einen Organizer aus Zirbenholz mit einer Ledereinlage. „Wie heißt es so schön, wer gut organisiert ist, hat schon halb gewonnen. Das gilt auch für uns Tischler, wer sein Werkzeug im Griff hat und die nächsten Schritte kennt, ist klar im Vorteil“, so Forcher. Derzeit absolvieren sechs junge Frauen eine Tischlerlehre im Betrieb, drei davon mit Matura.

Vinylcutter, Thermopresse und 3D-Druck im Einsatz

Auch das Frauenberufszentrum Osttirol beteiligte sich am Aktionstag und lud in Zusammenarbeit mit dem AMS Lienz zum Technik-Workshop. Zehn Schülerinnen aus drei Schulen nahmen an der Veranstaltung teil, bei der sich die Mädchen zuerst mit Geschlechterrollen und Berufswahl auseinandersetzten. „Technik ist eher nichts für Mädchen? – Stimmt gar nicht!“, erklärte eine Teilnehmerin in diesem Zuge selbstbewusst. 

Im Anschluss folgte der Workshop des Vereins „Spielraum FabLab Innsbruck“. Dabei entwickelten die Schülerinnen eigene Designs für T-Shirts und Taschen. Mit der Software Inkscape setzten sie diese mit Vinylcutter und Thermopresse auch gleich selbst um. So wurde unter der Anleitung von Teamleiter Stefan Strappler aus einer Idee Schritt für Schritt ein fertiges Produkt. 

Mit dem „FabLab2GO“ konnten die Mädchen zudem erste Erfahrungen mit 3D-Druck sammeln und erleben, wie aus digitalen Entwürfen reale Objekte entstehen. 

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