Sie sind nachtaktiv, klein und meist gut verborgen. Wenn es jedoch nachts auf dem Dachboden raschelt und kratzt oder in Baumkronen quiekt, könnte ein Bilch unterwegs sein.
Diese auch als „Schlafmäuse“ bezeichneten Tiere gehören zu den unbekanntesten Wildtieren Tirols. Obwohl auf der Landesfläche alle vier mitteleuropäischen Bilcharten vorkommen, ist über ihre tatsächliche Verbreitung und Bestände wenig bekannt, sind sie doch wahre Meister im Verstecken. Selbst Naturbegeisterte bekommen die Tierchen nur selten zu Gesicht.
Die vier Bilcharten im Überblick
Der Siebenschläfer
Der bekannteste Bilch ist der Siebenschläfer. Er ist oft auch in Dachböden oder Nistkästen anzutreffen. Er ist die größte der vier Arten und nicht nur stimmfreudig, sondern auch ein wahrer Winterschlaf-Profi.

Die Haselmaus
Die Haselmaus ist als kleinste Schlafmaus streng geschützt. Sie lebt vor allem in dichten Sträuchern, wie Brombeerhecken, und baut kugelige Nester. Ihre Fraßspuren an Haselnüssen sind ein guter Hinweis auf ihr Vorkommen.

Der Gartenschläfer
Der Gartenschläfer wird wegen seiner auffälligen Gesichtsmaske und der dreifarbigen Fellzeichnung im Tiroler Oberland auch „bunte Maus“ genannt. Er lebt gerne in strukturreichen Landschaften mit Felsen, Büschen und Schlupfwinkeln. Allerdings ist sein Bestand in Mitteleuropa stark zurückgegangen, stellenweise um bis zu 50 Prozent.

Der Baumschläfer
Der Baumschläfer ist schließlich der seltenste Vertreter in Tirol. Äußerlich ähnelt er dem Gartenschläfer, er ist aber wesentlich kleiner als dieser. Bisher gibt es nur sehr wenige Nachweise aus Tirol, die sich auf Regionen südlich des Inns beschränken.

Langer Winterschlaf
Ihren Namen verdanken die „Schläfer“ ihrem langen Winterschlaf: Der Siebenschläfer etwa schläft bis zu acht Monate im Jahr – in Ausnahmefällen sogar bis zu elf. In der Zeit des Winterschlafs leben die Bilche in frostfreien Erdhöhlen, z. B. unter Baumwurzeln. Im Sommer sind die Tierchen deutlich aktiver – und manchmal auch recht lautstark unterwegs.

Charakteristisch für alle Bilche ist ihr stark behaarter, mitunter buschiger Schwanz, durch den sie sich von Waldmaus und Co. unterscheiden.
Beobachtungen der Bevölkerung sind gefragt
Obwohl Tirol als eine von wenigen Regionen alle vier mitteleuropäischen Bilcharten beherbergt, ist über die Bestandssituation der Schlafmäuse bislang wenig bekannt. Die vorhandenen Daten sind lückenhaft, viele Nachweise stammen aus älteren Einzelstudien oder sind auf bestimmte Gebiete begrenzt, flächendeckende Erhebungen fehlen.
Um diese Wissenslücken zu schließen, haben die Tiroler Landesmuseen ein Forschungsprojekt gestartet, das wissenschaftliche Methoden mit Citizen Science verbindet. In ausgewählten Untersuchungsgebieten werden unterschiedliche Nachweismethoden, wie Nistkästen, Wildkameras, bioakustische Aufnahmen und Spurentunnel, getestet.
Darüber hinaus ist jedoch die Mithilfe aus der Bevölkerung ein zentraler Bestandteil des Projekts, wie die wissenschaftliche Mitarbeiterin Petra Schattanek-Wiesmair erläutert. Beobachtungen lebender Tiere, Spurenfunde oder auch Totfunde liefern wertvolle Hinweise zur tatsächlichen Verbreitung der Bilche.
Sichtungen melden
Wenn man eine Schlafmaus gesehen hat - lebendig oder tot - soll die Beobachtung mit Foto, Fundort und Funddatum an Petra Schattanek-Wiesmair (p.schattanek@tiroler-landesmuseen.at) oder Carsten Löb (0664 12 39 949) übermittelt werden.
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