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Das hält Osttirols Jugend von der Nightliner-Kürzung

Die Nachtschwärmer sorgen sich um die Gastronomie, die Sicherheit auf der Straße und ihr eigenes Heimkommen.

Lokalaugenschein in der Innenstadt bei der Veranstaltung „Lienz tanzt“ am vergangenen Samstag: Dolomitenstadt-Reporterin Jasmina Berger hat sich bei den Feierlustigen umgehört, was sie von der Streichung der Nightliner-Verbindungen nach 0:30 Uhr halten und ihre Argumente mit der Kamera eingefangen.

Der Grundtenor: Die Jugendlichen zeigen wenig Verständnis für die Entscheidung des VVT, wenngleich die dahinterliegende Problematik angetrunkener Fahrgäste von keinem der Befragten in Zweifel gestellt wird.

Wohl aber wünschen sich die Nachtschwärmer:innen eine andere Lösung, da „nur weil sich ein paar nicht aufführen können“, nicht alle darunter leiden sollten. Sorgen machen sich die Partygänger etwa um die innerstädtische Nachtgastronomie, die Auswirkungen auf den Straßenverkehr und ihr eigenes Heimkommen. Der Nightliner „war einfach perfekt, dass man sicher heimkommt“, bringt ein junger Mann die Bedeutung des vormaligen Angebots abschließend auf den Punkt.

Jasmina Berger studiert Kommunikation an der Uni Salzburg, arbeitet als Fußball-Jugendtrainerin und als freie Reporterin für Dolomitenstadt.

4 Postings

DenkMalOsttirol
vor 2 Wochen

Die geplante Einschränkung des Nightliners in Osttirol ist aus meiner Sicht ein falsches Signal und sollte dringend überdacht werden. Natürlich müssen Sicherheit, Ordnung und der Schutz der Busfahrerinnen und Busfahrer sowie der Fahrgäste oberste Priorität haben. Beschädigungen, Verschmutzungen und aggressives Verhalten dürfen nicht toleriert werden. Aber die Lösung kann nicht sein, ein wichtiges öffentliches Verkehrsangebot für alle einzuschränken, weil sich einzelne Personen danebenbenehmen.

Der Nightliner ist für Osttirol weit mehr als nur ein Bus in der Nacht. Er steht für Mobilität, Sicherheit, Jugendkultur, Umweltschutz und Lebensqualität. Gerade in einer Region, in der viele Orte weit auseinanderliegen und öffentliche Verkehrsmittel am Abend und in der Nacht ohnehin begrenzt sind, ist ein funktionierender Nightliner besonders wichtig.

Ein zentraler Punkt ist die Sicherheit im Straßenverkehr. Wenn jungen Menschen und Erwachsenen die Möglichkeit genommen wird, nach dem Ausgehen sicher mit dem Bus nach Hause zu kommen, steigt das Risiko, dass wieder mehr Personen selbst mit dem Auto fahren oder bei anderen mitfahren, obwohl Alkohol im Spiel ist. Der Nightliner bietet genau dafür eine sichere Alternative und schützt damit nicht nur die Fahrgäste, sondern auch alle anderen Verkehrsteilnehmer. Jeder Bus, der Menschen sicher nach Hause bringt, kann im Ernstfall einen Unfall verhindern.

Auch aus Sicht des Umweltschutzes ist der Nightliner ein wichtiger Bestandteil moderner Mobilität. Wenn viele einzelne Autofahrten durch einen Bus ersetzt werden, bedeutet das weniger Verkehr, weniger Emissionen, weniger Lärm und weniger Parkplatzdruck. Gerade heute, wo überall über Klimaschutz, nachhaltige Mobilität und die Stärkung des öffentlichen Verkehrs gesprochen wird, wäre es widersprüchlich, ausgerechnet ein Nachtangebot zu kürzen. Wer öffentlichen Verkehr ernst nimmt, muss ihn auch dann anbieten, wenn er gebraucht wird — nicht nur zu Bürozeiten.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Nachtgastronomiesterben. Lokale, Bars, Veranstaltungen, Konzerte und Vereine leben davon, dass Menschen auch am Abend und in der Nacht mobil sind. Wenn es keine sichere Heimfahrtmöglichkeit mehr gibt, überlegen sich viele zweimal, ob sie überhaupt ausgehen. Das trifft nicht nur Jugendliche, sondern auch Gastronomie, Veranstalter, Kulturinitiativen und Vereine. Gerade in Osttirol, wo vieles mit persönlichem Einsatz organisiert wird, darf man das Nachtleben nicht zusätzlich schwächen. Ein funktionierender Nightliner unterstützt die regionale Wirtschaft und hält das gesellschaftliche Leben lebendig.

Besonders betroffen ist die Jugend. Junge Menschen brauchen Räume, Möglichkeiten und Angebote, um sich zu treffen, auszugehen und am sozialen Leben teilzunehmen. Wenn man ihnen diese Mobilität nimmt, wird das Leben am Land wieder ein Stück unattraktiver. Viele Jugendliche haben kein eigenes Auto, manche noch keinen Führerschein und andere wollen bewusst nicht fahren, wenn sie feiern gehen. Der Nightliner gibt ihnen Freiheit, aber auch Sicherheit. Eine Region, die junge Menschen halten will, darf ihnen nicht das Gefühl geben, dass nach Mitternacht nichts mehr möglich ist.

Natürlich dürfen die Probleme im Nightliner nicht schön geredet werden. Wenn es zu Sachbeschädigungen, Verschmutzungen oder Gefährdungen kommt, braucht es klare Konsequenzen. Diese müssen aber gezielt jene treffen, die sich falsch verhalten — nicht die gesamte Bevölkerung. Sinnvoller wären Maßnahmen wie Sicherheitspersonal an stark frequentierten Nächten, Videoüberwachung, konsequente Anzeigen, Regressforderungen bei Schäden, befristete Beförderungsausschlüsse und stärkere Kontrollen. Auch eine Zusammenarbeit mit Gemeinden, Schulen, Jugendzentren, Lokalen und Veranstaltern könnte helfen, Bewusstsein zu schaffen und Verantwortung einzufordern.

Der Nightliner ist kein Luxusangebot, sondern ein wichtiges öffentliches Sicherheits- und Mobilitätsangebot. Gerade in ländlichen Regionen bedeutet Mobilität Teilhabe. Wer keine Möglichkeit hat, sicher nach Hause zu kommen, wird ausgeschlossen — oder trifft im schlechtesten Fall riskante Entscheidungen.

Darum sollte die Einschränkung des Nightliners nicht als endgültige Lösung betrachtet werden. Es braucht ein gemeinsames Konzept, das Sicherheit und Ordnung gewährleistet, ohne das Angebot für alle zu zerstören. Die Region braucht keinen Rückschritt, sondern eine Weiterentwicklung des Nightliners: sicherer, kontrollierter und verantwortungsvoller — aber weiterhin verfügbar.

Mein Appell: Nicht den Nightliner abschaffen oder massiv einschränken, sondern die Probleme dort lösen, wo sie entstehen. Die Mehrheit der Fahrgäste nutzt dieses Angebot verantwortungsvoll. Sie darf nicht für das Fehlverhalten einzelner bestraft werden. Osttirol braucht einen funktionierenden Nightliner — für die Jugend, für die Sicherheit, für die Umwelt, für die Gastronomie und für ein lebendiges gesellschaftliches Leben in der Region.

 
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oschtirola
vor 3 Wochen

Summa Summarum: "Mir findn´s olle Sch....", war zumindest die Standardaussage der Jugend. And by the way, wie man sieht ist Gösser das Lieblingbier der Jugend Osttirol ;-)

 
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    Sensei
    vor 2 Wochen

    Das fällt tatsächlich auf und würden manche weniger davon konsumieren, hätten sie jetzt auch noch einen Nightliner ;)

     
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schlagzeilenschurke
vor 3 Wochen

Die Bedenken der verbliebenen Lienzer Nachtgäste sind absolut berechtigt. Die Einstellung des Nightliners wird das Aussterben der Nachtgastronomie vermutlich nicht bremsen.

 
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