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Tirol: Abtreibungen nun auch in Klinik möglich

Die Kosten sind selbst zu tragen. Lob für die Erweiterung kommt von SPÖ, Grünen und Neos.

Bisher war ein Schwangerschaftsabbruch, der seit Einführung der „Fristenlösung“ 1975 innerhalb der ersten zwölf Schwangerschaftswochen straffrei ist, in Tirol ausschließlich im niedergelassenen Bereich möglich. Allerdings führte tirolweit nur ein einziger niedergelassener Arzt Abbrüche auch tatsächlich durch.

Tirol Kliniken übernehmen Aufgabe

Um eine verlässliche und flächendeckende Versorgung zu gewährleisten, erfolgt nun eine Erweiterung des Angebots auf öffentliche Einrichtungen. Die Tirol Kliniken übernehmen diese Aufgabe künftig als Privatleistung an einem Standort.

Die Kosten eines Schwangerschaftsabbruchs sind ohne medizinische Notwendigkeit privat zu tragen. Für Härtefälle stehen entsprechende Unterstützungsinstrumente zur Verfügung. Weiterhin können Mitarbeitende und Ärzt:innen selbst entscheiden, ob sie einen Schwangerschaftsabbruch durchführen wollen.

Hagele will zulässiges Angebot sicherstellen

Aus Sicht von Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele (ÖVP) gehe es hierbei nicht um eine „weltanschauliche Debatte, sondern um die Verantwortung der öffentlichen Hand, die notwendigen Beratungen, ein gesetzlich zulässiges medizinisches Angebot und eine qualitätsvolle Nachsorge verlässlich sicherzustellen.“ Ziel sei es, Frauen ein medizinisch qualitätsgesichertes und diskretes Angebot zu ermöglichen.

Da Schwangerschaftsabbrüche ein sensibles Thema seien, hält Hagele „einen klar geregelten Rahmen, medizinische Standards, Diskretion und ein geordnetes Unterstützungsangebot“ für notwendig. Foto: Land Tirol/Sedlak

SPÖ sieht deutliche Verbesserung

Eine „klare Verbesserung des Zugangs und die Stärkung der Selbstbestimmung von Frauen“ sieht Soziallandesrätin Eva Pawlata (SPÖ). Ähnliche Töne schlagen ihre Parteikolleginnen Selma Yildirim, SPÖ-Landesfrauenvorsitzende und Nationalrätin, sowie Elisabeth Fleischanderl, Klubobfrau im Landtag, an.

Nationalratsabgeordnete Selma Yildirim und Klubobfrau Elisabeth Fleischanderl freuen sich über den frauenpolitischen Erfolg. Foto: Hitthaler

Sie erinnern daran, dass die SPÖ-Frauen auf die Umsetzung gepocht und dafür gesorgt hätten, „dass eine Verbesserung der prekären Situation in Tirol im Regierungsprogramm festgeschrieben wird.“

Lob von Grünen und Neos

Als „Gamechanger für Tirol“ bezeichnet die Grüne Landtagsabgeordnete Zeliha Arslan den neuen Zugang. Sie gratuliert außerdem Landesrätin Hagele und der Regierung, angesichts der Widerstände nicht eingebrochen zu sein. „Dass Frauen in Tirol bis jetzt von einem Arzt abhängig waren oder teilweise ins Ausland ausweichen mussten, war ein unhaltbarer Zustand. Dieser Schritt war längst überfällig. Es ist richtig, dass der Zugang klar geregelt, medizinisch abgesichert und diskret organisiert wird. Genau das braucht es in einer so sensiblen Situation“, so Arslan.

Die Forderung der Grünen geht aber darüber hinaus: Sie verlangen die Anerkennung von Schwangerschaftsabbrüchen als Krankenkassenleistung, da Selbstbestimmung keine Frage des Geldbörserls sein dürfe. „Wenn ein medizinischer Eingriff legal ist, muss er auch leistbar sein - für alle Frauen“, so Arslan abschließend.

Auch die Neos begrüßen, dass Schwangerschaftsabbrüche in der Innsbrucker Klinik möglich sein werden. Es sei gut, dass „nun offensichtlich auch innerhalb der ÖVP ein Umdenken stattgefunden hat.“ Bislang sei eine derartige Lösung am innerparteilichen Widerstand gescheitert, nun sei jedoch „ein Schritt in die richtige Richtung für die Selbstbestimmtheit von Frauen“ geschehen, so Klubobfrau Birgit Obermüller.

Ein Posting

istiti
vor 54 Minuten

Wow endlich, bin absolut dafür!

 
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