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Österreich: Klimaschädliche Emissionen sind gestiegen

Für Minister Totschnig bleibt Reduktion der Treibhausgase „gemeinsame Aufgabe für die Bundesregierung“.

Die klimaschädlichen Treibhausgas-Emissionen (THG) sind im vergangenen Jahr in Österreich laut erster Abschätzung des Umweltbundesamts im Vergleich zu 2024 um rund ein Prozent gestiegen. Das wäre eine Zunahme von circa 700.000 Tonnen CO2-Äquivalenten, wie es am Montag in einer Aussendung hieß. Die vorläufigen Daten mit Stand Februar 2026 zeigen Treibhausgas-Emissionen in Höhe von rund 67,3 Millionen Tonnen.

CO2-Äquivalente sind eine Maßeinheit zur Berechnung der Auswirkung unterschiedlicher Treibhausgase auf das Klima. Die Wirkung schädlicher Emissionen, also der Ausstoß solcher Gase, wird mit der Auswirkung von Kohlendioxid verglichen. CO2, die chemische Formel für das Gas Kohlendioxid, wird am häufigsten für die Bewertung des erwärmenden Einflusses auf das globale Klimasystem herangezogen.

Die Abschätzung des Umweltbundesamts erfolgte auf Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK).

Weiterer Ausbau der Erneuerbaren

„Die Zunahme der Treibhausgasemissionen im Jahr 2025 führt uns vor Augen, dass wir weiter in den Ausbau der Erneuerbaren Energien investieren müssen. Außerdem ist es notwendig, die Umstellung auf Strom - von der Industrie bis zur elektrischen Mobilität - erfolgreich fortzusetzen. Auch der Umstieg von Öl- und Gasheizungen auf umweltfreundliche Heizsysteme wie Wärmepumpen oder Biomasse wird für den künftigen Emissionsausstoß eine wichtige Rolle spielen", hieß es von Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP).

Für Umweltminister Norbert Totschnig führt die Zunahme der Treibhausgasemissionen vor Augen, dass weiter in den Ausbau der Erneuerbaren Energien investiert werden muss. Foto: APA Images/Schlager

Die Reduktion der Treibhausgase bleibe eine „gemeinsame Aufgabe für die Bundesregierung" und dafür müsse in den kommenden Jahren das „notwendige Budget zur Verfügung" stehen, so Totschnig.

Höhere Industrieproduktion als Grund

Der Anstieg der Emissionen im Vorjahr wird hauptsächlich auf eine höhere Industrieproduktion zurückgeführt. Außerdem habe mehr Stromerzeugung in Gaskraftwerken aufgrund niedrigerer Wasserstände in den Flüssen und ein höherer Heizenergiebedarf bei Endverbraucher:innen im Vergleich zu 2024 Auswirkungen gehabt.

Dämpfend habe sich 2025 der deutlich geringere Dieselverbrauch, bereits beschlossene und umgesetzte Maßnahmen zur Treibhausgasreduktion und die anhaltend schwache wirtschaftliche Entwicklung hierzulande ausgewirkt.

Überschreitung der Höchstmenge im Vorjahr

Dadurch ergibt sich laut Aussendung für die Sektoren außerhalb des Emissionshandels ein differenzierteres Bild: Obwohl die EU-rechtliche Höchstmenge an Treibhausgasemissionen im Vorjahr überschritten wird, legen die aktuellen Berechnungen nahe, dass Österreich das Ziel für die Abrechnungsperiode 2021 bis 2025 einhalten dürfte.

„Unsere Abschätzung für das Jahr 2025 zeigt einen Anstieg der Treibhausgas-Emissionen um ca. ein Prozent. Das zeigt einmal mehr, wie notwendig es ist, kontinuierlich Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen und auf Erneuerbare Energieträger umzusteigen", sagte Günther Lichtblau, Klimaexperte des Umweltbundesamts.

Mehr Erdgas für Stromproduktion

Im Emissionshandelsbereich ist nach vorläufigen Daten (Stand Februar 2026) im Vergleich zu 2024 ein Anstieg um 1,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent (6,3 Prozent) auf insgesamt 25,4 Millionen Tonnen zu erwarten. Laut Aussendung wurde 2025 deutlich mehr Erdgas für die Stromerzeugung als 2024 eingesetzt. In der produzierenden Industrie kommt der Emissionszuwachs insbesondere aus der Stahlproduktion.

Das europäische Emissionshandelssystem (EU-Emissions Trading System, EU-ETS) ist ein zentrales Klimaschutz-Instrument der EU. Es besteht seit 2005 und umfasst die Energiewirtschaft, die Industrie sowie Teile des Flug-und Seeverkehrs und deckt damit rund 40 Prozent des Treibhausgasausstoßes der EU ab. Das EU-ETS ist eines der größten Emissionshandelssysteme weltweit.

Für die Sektoren außerhalb des Emissionshandels rechnen die Expertinnen und Experten des Umweltbundesamts in ihrer ersten Analyse für 2025 mit rund 41,8 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent. Das bedeutet einen Rückgang um rund zwei Prozent (0,8 Millionen Tonnen) gegenüber 2024. Damit liegen die Emissionen 1,1 Millionen Tonnen über der für 2025 gültigen Höchstmenge von rund 40,7 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent.

Mehr Heizöl- und Erdgasverbrauch, weniger Diesel

Größeren Zuwachs erwarten die Expert:innen im Sektor Gebäude (rund 7,4 Prozent). Abhängig sei diese Entwicklung stark von der Witterung. Im vergangenen Jahr sind deutlich mehr Heizgradtage verzeichnet worden als in den überdurchschnittlich warmen Jahren zuvor. Das schlage sich im Verbrauch von Heizöl und Erdgas nieder. Im Bereich des Verkehrs wird jedoch eine deutliche Abnahme der Emissionen (rund 6,3 Prozent) erwartet. Dies sei auf einen geringeren Dieselverbrauch zurückzuführen.

Die vorliegenden Berechnungen zu den Treibhausgas-Emissionen für 2025 sind noch mit größeren Unsicherheiten behaftet, hieß es in der Aussendung. Detailliertere Aussagen sind mit dem jährlichen Nowcast im August 2026 zu erwarten.

15 Postings

lia
vor 2 Wochen

wir österreicher werden das klima retten.

 
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    wolf_C
    vor einer Woche

    ... kommt auf die Erfindungen und Vorbildwirkung und das Verhalten an, wenn jedoch der Verkehrsminister Demos in Frage stellt, dürften Sie Recht bekommen ...

     
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wolf_C
vor 2 Wochen

... wie wäre es mit weniger Autoverkehr, der ist der Hauptverursacher ...

 
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Biker
vor 2 Wochen

Ja Herr Minister es stimmt schon dass am Ausbau der Netze kein Weg vorbeiführt. Aber das man deswegen ganzen Talschaften mit Unsinnigen, Radikalen, Umweltschädigenden Trassenführungen die touristische Existenzgrundlage zerstört scheint Sie nicht zu Interessieren. Was ist Ihre Meinung zu dem Thema! Wie stehen Sie zu den derzeitigen Ausbauplänen insbesondere den Trassenführungen im Lienzer Talboden und im Lesachtal!

Es ist Ihr Ressort das hier Zuständig ist! Schweigen ist Zustimmung! Sie machen sich der Mittäterschaft schuldig!

 
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    senf
    vor 2 Wochen

    Welche Alternative hat man, zeig sie bitte auf, andererseits lassen wir dem Nimbydenken den Vortritt. Ob das wohl reicht?

     
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      Biker
      vor 2 Wochen

      Wenn man will gibts Alternativen. Wenn man sich aufführt wie die trotzigen Kinder im Kindergarten ists schwierig!

       
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      senf
      vor einer Woche

      Ich möchte ja, aber du zeigst leider keine einzige Alternative auf. Spott bringt uns nicht weiter. Und ja, im Isel-Tauerntal, im Pustertal, Möllltal, den Pinzgau, überall findet Tourismus statt. Trotz Hochspannungsleitungen durcht diese Täler, sogar mehrfach. Schön sind sie nicht, die Masten und ihre Verspannungen, aber sind Gebirgsstraßen und ihre Autos schön (auch deines), die weitum Lärm erzeugen und stinken, oder sind die Liftstützen mit ihren Gehängen, samt Pisten gar Landschaftschmuck?

      Wenn man Fortschritt haben will, wird man nicht umhinkommen, die dafür notwendige Infrastruktur zu schaffen und damit zu leben. Aber welche welche Variante ist die passende, die optimale, die restlos Zustimmung findet? Ich kenne keine und muss auch manchmal in saure Äpfel beissen!

      Trotzig finde ich die kompromisslosen, die gegen alles sind und selber aus dem Vollen schöpfen. Seien sie nicht so gehässig, an Kirchtürme und ihr Gebimmel haben sich viele Menschen auch gewöhnen müssen.

       
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Ist es so
vor 2 Wochen

Solange gerade Direktverbraucher wie Fabriken, Shoppingcenter oder Lebensmittler keine Photovoltaik am Dach haben müssen, der Diesel wieder en vogue werden könnte oder alles "Grüne" negativ dargestellt wird, wie es die FPÖ aus reiner Ignoranz und Wissenschaftsleugnung macht, kann sich nichts ändern.

Totschnig ist einer der Minister, der regierend all das viel schneller umsetzen könnte, aber die ÖVP steht ja auch überall noch auf der Bremse. Aber Hauptsache, man schützt immer noch solche Politiker wie Wöginger, kein Wunder, dass immer weniger an die Umsetzung von Themen durch die Politik glauben, die ständig nur mit solchen Blödheiten auffällig wird...

 
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heli52
vor 2 Wochen

Solange der gesamte in Österreich getankte Treibstoff - also auch von durchreisenden Urlaubern, Transit-LKW, grenznahen Italienern etc. - der Emission in Österreich zugezählt wird, sind diese Werte überhaupt nicht aussagekräftig!

 
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    blubberhorst
    vor 2 Wochen

    Da das die letzten Jahre auch dazugezählt wurde, kann man hier natürlich vergleichen und somit sind diese Werte sehr wohl aussagekräftig.

     
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      heli52
      vor 2 Wochen

      Wenn der Transit zugenommen hat (was wohl niemand bestreiten wird), also mehr in Österreich getankt wird, sind die Werte wohl wenig vergleichbar! Außerdem, wenn eine Berechnung jahrelang falsch (und zum Nachteil Österreichs) ist, wird sie dann richtig- nach 3, 5, 10 Jahren???

       
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    isnitwahr
    vor 2 Wochen

    .. wenn eine Berechnung jahrelang zum Nachteil Österreichs ist... - interessante Anschauung, also sollte sie zum Vorteil Österreichs geschönt werden, oder wie soll man das verstehen? Österreich ist ein Autoland par excellence, da können sie es für sich drehen und wenden wie sie wollen, es wird nichts an der Tatsache ändern!!!

     
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    andreas.klotz
    vor 2 Wochen

    Im Artikel steht ja , warum die Emissionen gestiegen sind, einfach mal besser lesen und verstehen. Durch Industrie und Gaskraftwerke, die zugeschaltet werden mussten, da zu wenig Wasser , Österreich zu wenig auf Windkraft setzt um das auszugleichen . Verkehrsemissionen sind rückläufig. Statistiker sind in der Lage, Zahlen zu lesen. Natürlich spielt der Transitverkehr bzw das Tanken in Österreich eine Rolle , man kann aber trotzdem sehen wo der Schuh drückt . Begründung: Warum weniger Emissionen im Verkehr , mehr Kilometer mit der Bahn und Elektroautos. Diese ganzen Niederländer und Skandinavier die Richtung Italien reisen , sind im Schnitt über 50 Prozent der Neuzulassungen Elektroautos, die Wikinger aus Norwegen sogar aktuell 96% . Deutsche und Österreicher hinken hinterher , liegt wahrscheinlich an der Wissenschaftsfeindlichkeit , wo man mit Bulgarien an der Spitze liegt . Selbst wenn der Strom aus Gas erzeugt wird , ist ein E-Auto viermal effizienter als ein Verbrenner . Das spielt alles eine gewaltige Rolle . Würde Österreich auch Stück für Stück unabhängiger machen , und Hormus bereitet weniger Sorgen . Wirtschaft , Umwelt und unsere Sicherheit könnten wir gewaltig verbessern , wenn man mal einen Zahn zulegen würde. Selbst die Ungarn haben mehr auf erneuerbare Energie wie Windkraft gesetzt , ganz deppert war der Orban nicht .

     
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      heli52
      vor 2 Wochen

      Ach, die E-Auto-Schwärmer! Seltene Erden für Batterien, deren Gewinnung, Entsorgung .... alles Wurscht .....

       
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      F_Z
      vor 2 Wochen

      Info für heli52: für die Batterie brauchts keine seltenen Erden - die sind im E-Motor. Bei Verbrennungsmotoren sind die übrigens auch enthalten ...

       
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