Bei der Matura-Erfolgsquote gibt es zwischen den einzelnen Schultypen teils deutliche Unterschiede, zeigt die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der FPÖ durch Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS). Demnach haben im Vorjahr an der AHS-Langform 95 Prozent der Maturantinnen und Maturanten ihre Reifeprüfung beim Haupttermin bestanden, an den Oberstufenrealgymnasien 91. Am geringsten war die Erfolgsquote an den Handelsakademien (HAK) mit 87 Prozent.
Insgesamt sind an den AHS zuletzt knapp 94 Prozent beim ersten Anlauf durchgekommen, über alle Berufsbildenden Höheren Schulen hinweg gelang das 91 Prozent. Unter den BHS gab es die meisten erfolgreichen Antritte beim Haupttermin an den Höheren Technischen Lehranstalten (HTL) mit 93 Prozent. Nur knapp dahinter folgen die Höheren Lehranstalten für Land- und Forstwirtschaft (HLFS) mit 92 Prozent, die Humanberuflichen Schulen (u.a. mit Schwerpunkt auf Wirtschaft, Tourismus, Soziales) mit 91 Prozent und die Bildungsanstalten für Elementarpädagogik bzw. Sozialpädagogik (BAfEP, BASOP) mit 90.
2025 Allzeithoch an AHS
An den AHS war die Erfolgsquote 2025 insgesamt so hoch wie nie. Hauptgrund dürfte die Umstellung auf Freiwilligkeit bei der Vorwissenschaftlichen Arbeit (VWA) sein. Stattdessen kann seitdem auch das Ergebnis eines forschenden, gestalterischen oder künstlerischen Prozesses als „Abschließende Arbeit“ abgegeben werden. Bis inklusive 2028/29 kann man alternativ auch eine zusätzliche mündliche oder schriftliche Maturaprüfung wählen. 54 Prozent der AHS-Maturanten haben sich im Vorjahr für diese Variante entschieden.

Dementsprechend geringer war diesmal der Anteil mit einer „unvollständigen“ Matura etwa wegen nicht (rechtzeitig) abgegebener Abschlussarbeiten, er sank von zuvor drei bis fünf auf ein Prozent. An den BHS ist eine Diplomarbeit weiterhin Pflicht, der Anteil an „unvollständigen“ Reifeprüfungen lag dort in den vergangenen Jahren jeweils bei rund zwei Prozent.
Vor Corona Erfolgsquote um die 85 Prozent
Vor Corona waren sowohl an den AHS als auch an den BHS Erfolgsquoten von rund 85 Prozent mit wenigen Ausschlägen nach oben oder unten üblich. 2020 wurden wegen der Einschränkungen im Schulbetrieb aufgrund der Pandemie aber deutliche Erleichterungen eingeführt: Die Zahl der Klausuren wurde eingeschränkt, es gab längere Arbeitszeiten und vor allem die Einrechnung der Jahres- in die Maturanote, die als einzige Maßnahme ins Dauerrecht übernommen wurde. In Folge stieg die Erfolgsquote auf über 94 Prozent. Auch 2021 und 2022 gab es noch Sonderregelungen, die Erfolgsquoten blieben entsprechend hoch (94 bzw. 91 Prozent). In diesen Jahren hatten bei den Erfolgsquoten nach Schultypen übrigens die BHS die Nase vorne.
Durch die Einrechnung der Jahres- in die Maturanote können Schüler mit mindestens einem Befriedigend in der Abschlussklasse seit 2020 bei der schriftlichen Matura nur noch durchfallen, wenn sie weniger als 30 Prozent der möglichen Punkte schaffen. Bei der mündlichen Prüfung reicht dann überhaupt das Mitwirken. Dementsprechend blieben die Erfolgsquoten (AHS und BHS zusammen) seither deutlich über dem Niveau der Vor-Corona-Zeit (2023: 89 Prozent, 2024: 90, 2025: 92).
Die Erfolgsquoten beziehen sich dabei auf die Gesamtbeurteilung aller mündlichen und schriftlichen Reifeprüfungen samt Einrechnung der Jahresnote, etwaiger Kompensationsprüfungen und Beurteilung der Vorwissenschaftlichen Arbeit bzw. Abschließenden Arbeit oder Diplomprüfung. Erfasst sind neben den standardisierten Klausuren, bei denen die Aufgaben österreichweit vom Bildungsministerium vorgegeben werden, auch die nicht standardisierten schriftlichen Reifeprüfungen in Fächern wie Darstellende Geometrie, Physik, Musikkunde, die an den Schulen erstellt werden.
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