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Osttiroler Lehrlinge zu Gast im Parlament in Wien

Acht Lehrlinge der Berufsschule Lienz schlüpften beim Lehrlingsparlament in die Rolle von Abgeordneten.

Rund 90 Lehrlinge aus ganz Österreich, darunter auch acht Lehrlinge der Tiroler Fachberufsschule Lienz, nahmen am diesjährigen Lehrlingsparlament im Hohen Haus in Wien teil. Von 27. bis 28. April schlüpften sie in die Rolle von Abgeordneten, durchliefen den parlamentarischen Gesetzgebungsprozess und sammelten dabei wertvolle Erfahrungen für ihre persönliche und berufliche Zukunft.

Acht Lehrlinge der Tiroler Fachberufsschule Lienz besuchten das Lehrlingsparlament im Hohen Haus, von links: Bundesratspräsident Markus Stotter, TFBS-Dir. Klaus Oberegger, Nico Unterweger, Simon Tengg, Elias Gasser, Afshin Mohammadi, Laurin Oberhuber, Daniel Waldauf, Carolina Walder, Vanessa Preßlaber, Nationalratspräsident Walter Rosenkranz. Foto: Parlamentsdirektion/Arman Rastegar

Zu Beginn ihres Aufenthalts wurden die Lehrlinge im Parlament vom derzeitigen Bundesratspräsident Markus Stotter persönlich begrüßt. „Unsere Aufgabe ist es, junge Menschen bestmöglich auf ihre Zukunft als Fachkräfte und verantwortungsbewusste Mitglieder der Gesellschaft vorzubereiten. Die Teilnahme am Lehrlingsparlament zeigt eindrucksvoll, wie wichtig politische Bildung und Medienkompetenz in einer modernen Ausbildung sind“, so Stotter.

Gesetz für Weiterentwicklung der Berufsschule

Im Zentrum des Lehrlingsparlaments stand ein fiktiver Gesetzesentwurf zur Weiterentwicklung des Berufsschulunterrichts. Diskutiert wurden insbesondere die verpflichtende Verankerung von Medienkompetenz, Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz, Deutsch und Kommunikation sowie Politischer Bildung und Religion.

Die Lehrlinge arbeiteten intensiv in Ausschüssen, bildeten Fraktionen, verhandelten Mehrheiten und beschlossen schließlich im Plenum – unter Vorsitz von Nationalratspräsident Walter Rosenkranz – eine überarbeitete Gesetzesvorlage mit breiter Mehrheit.

Lehrlingsabgeordnete überarbeiteten den Lehrplan

Ein zentrales Ergebnis war die ausgewogene Integration von Medienkompetenz und Digitalisierung in den Lehrplan: Diese sollen künftig sowohl als Grundbildung in der ersten Klasse als auch als vertiefender Unterricht in den Folgejahren stattfinden und insgesamt rund zehn Prozent der Unterrichtszeit ausmachen. Ergänzend wurde auch eine berufsbezogene Fremdsprache als wichtiger Bestandteil moderner Ausbildung hervorgehoben.

Kennzeichnung für KI-Inhalte

Neben der Gesetzesinitiative verabschiedeten die Lehrlinge mehrere Entschließungen. Einstimmig forderten sie unter anderem eine Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte sowie verstärkte Fortbildungsangebote für Lehrkräfte im Bereich Medienkompetenz und EDV. Weitere Beschlüsse betrafen die stärkere Auseinandersetzung mit Desinformation, Datenschutz und den Ausbau technischer Infrastruktur.

„Viel gesehen und viel gelernt“

Die Teilnehmer:innen der TFBS Lienz zeigten sich besonders engagiert und interessiert. „Viel gesehen und viel gelernt“ – so fasste einer der Lehrlinge die Eindrücke zusammen. Die intensive Auseinandersetzung mit politischen Prozessen, Meinungsbildung und Kompromissfindung sei eine wertvolle Erfahrung gewesen, die weit über den Unterricht hinausgehe.

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