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PV-Pumpe hält Amphibien in Oberlienz feucht

Neue Technik gleicht Verdunstung aus und sichert Laichgewässer an der Isel langfristig ab.

Seit 10. April versorgt eine photovoltaikbetriebene Pumpe zwei Amphibienteiche bei Oberlienz mit Wasser aus der Isel. Die Anlage soll ein Problem lösen, das sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft hat: das rasche Austrocknen künstlich angelegter Laichgewässer.

Die beiden Teiche wurden im Frühjahr 2021 im Rahmen eines Interreg-Projekts am rechten Iselufer errichtet. Ziel war es, gefährdete Amphibienarten zu fördern. Hintergrund ist die Regulierung der Flussufer: In den verbliebenen Auwaldresten kommt es kaum noch zu natürlichen Überschwemmungen – jene Dynamik, die früher regelmäßig neue Laichgewässer entstehen ließ, fehlt heute weitgehend. Die künstlichen Tümpel sollten diese Lücke schließen.

Die Sonne versorgt eine Pumpe mit Energie, die aus der Isel eine genau dosierte Wassermenge an zwei kleine Amphibienteiche in Oberlienz abgibt. Foto: Osttirol Natur

Begleitet wurde das Projekt von Beginn an durch ein Monitoring der Laborklassen des Gymnasiums Lienz. Die Auswertung der vergangenen drei Jahre brachte jedoch ein ernüchterndes Ergebnis: Aufgrund zunehmender Trockenperioden trockneten die Teiche zu schnell aus, ein Großteil der Kaulquappen überlebte nicht.

Als Reaktion darauf finanzierte der Verein Osttirol Natur eine PV-betriebene Wasserpumpe. Sie ist so konzipiert, dass sie täglich etwa jene Wassermenge nachliefert, die durch Verdunstung verloren geht. Planung und Umsetzung übernahmen Martin und Daniel Kollnig von der Firma sun.e-solution GmbH, die das System entwickelten, testeten und schließlich installierten.

Ein kleiner Bergmolch wird von den Schüler:innen des Gymnasiums unter die Lupe genommen.
Die Bergkröte in ihrem Element. Eine schlaue technische Lösung macht´s möglich. Fotos: Osttirol Natur

Bereits wenige Tage nach Inbetriebnahme, am 13. April, wurde das Monitoring durch Schüler:innen wieder aufgenommen – erstmals nach einem Jahr Pause. Die Rückmeldungen sind positiv: Grasfrösche, Bergmolche und Erdkröten konnten bereits als Teichbewohner nachgewiesen werden.

Um zu verhindern, dass sich Fische ansiedeln und den Amphibienlaich gefährden, wird die Anlage am Ende des Sommers wieder abgebaut. Die Teiche können dann – wie in natürlichen Systemen – austrocknen.

„Wir haben die Natur so stark verändert, dass man zum Schutz gefährdeter Tiere manchmal eben auch technische Hilfe in Anspruch nehmen muss. Wir freuen uns, mit dieser Anlage einen Beitrag zum Schutz der am stärksten gefährdeten Wirbeltiergruppe zu leisten, den Amphibien,“ unterstreicht Renate Hölzl, die Obfrau des Vereins Osttirol Natur.

Ein Posting

bb
vor 15 Stunden

Ein ziemlich cooles Projekt!

 
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