Bisher war der 1994 neu gegründete Verein „Curatorium Pro Agunto“ für die Forschung, Erhaltung und Vermittlung von Aguntum zuständig. Nun werden das Museum und der archäologische Park in die Tiroler Landesmuseen eingegliedert.
Weiterentwicklung vorantreiben
Leo Gomig, Obmann und Mitbegründer des Aguntum-Vereins, begrüßt diesen Schritt, da die Tiroler Landesmuseen „organisatorisch wie fachlich ein starker und verlässlicher Partner“ seien. Zudem sei es für den Verein in den vergangenen Jahren zunehmend schwierig geworden, die vielfältigen Aufgaben rund um die Römerstadt alleine zu bewältigen. Durch die Eingliederung hofft man nun auf neue Möglichkeiten und „langfristige Perspektiven für die nachhaltige Weiterentwicklung.“
Erweiterung für Themenschwerpunkt „Römerzeit“
Eine „große Chance für beide Seiten“ sieht Andreas Rudigier, Direktor der Tiroler Landesmuseen. Bereits seit der Gründung des Vereins „Tiroler Landesmuseen“ im Jahr 1823 gibt es die Archäologische Sammlung, nun erhält der Themenschwerpunkt Römerzeit mit Aguntum aber zusätzlich ein eigenes Museum mit einem archäologischen Park.

„Wir können unserem Publikum neue Zugänge zur römischen Geschichte Tirols eröffnen und zugleich wertvolle Synergien zwischen Wissenschaft, Vermittlung und Tourismus schaffen. Unser Ziel ist es, den Standort künftig noch stärker in nationale und internationale Forschungsnetzwerke einzubinden und wir wollen die moderne Vermittlung archäologischer Inhalte weiter ausbauen.“
Ausstellung über Grabungsgeschichte
Rudigier gibt auch bereits einen Einblick in inhaltliche Pläne: So soll etwa 2028 in einer Ausstellung die 200-jährige Grabungsgeschichte von Aguntum in den Mittelpunkt gerückt werden.
Verstärkt werden soll außerdem die Vernetzung mit der Region: „Wir möchten die Bevölkerung einbinden, Aguntum soll ein lebendiger Ort der Begegnung sein, mit dem sich die Menschen aus der Region identifizieren können und dazu möchten wir mit ihnen ins Gespräch kommen, damit wir auch auf regional relevante Themen reagieren können“, so Rudigier. Auch die Kooperation mit Institutionen vor Ort, wie Schloss Bruck, der Burg Heinfels oder dem TAP, soll verstärkt werden.
Mehr Abwechslung
Auch an dem Konzept der gleichbleibenden Dauerausstellung wird möglicherweise gerüttelt, diese sei nicht mehr zeitgemäß. Stattdessen brauche es mehr Abwechslung sowie die Zielsetzung, das Unsichtbare sichtbar zu machen und das römische Leben in Osttirol anschaulicher zu vermitteln. „Die kuratorischen Fähigkeiten unserer Mitarbeiter:innen werden hier sehr gefragt sein“, kündigt Rudigier an.
Außerdem auf der Agenda stehen schließlich Fragen rund um Aufenthaltsdauer und -qualität, Barrierefreiheit, Sonnenschutz oder Wasserversorgung.
Über Aguntum
Aguntum zählt zu den bedeutendsten archäologischen Stätten Österreichs. Die einzige Römerstadt Tirols war über Jahrhunderte ein wichtiges Handels- und Verwaltungszentrum.

Erste Erkundungsgrabungen im Areal östlich des Debantbaches wurden von dem Benediktiner Albert von Muchar 1828 durchgeführt. Er stieß dabei auf Räume mit Gewölbeheizungen, Marmor- und Mosaikfußböden. Seit den ersten wissenschaftlichen Grabungen 1912/13 wurden zahlreiche bedeutende Bauwerke freigelegt, darunter die Stadtmauer, Thermenanlagen, das Atriumhaus sowie das römische Marktgebäude „Macellum“.
Die jährlichen Grabungskampagnen in Aguntum werden seit 1991 vom Institut für Archäologien der Universität Innsbruck in enger Zusammenarbeit mit dem Land Tirol und dem 1994 neu gegründeten Verein „Curatorium Pro Agunto“ durchgeführt.
Aguntum ist damit ein Ort, an dem weiter aktiv geforscht und gegraben wird. Die laufenden Forschungen liefern bis heute neue Erkenntnisse in Hinblick auf das Leben und den Handel im römischen Osttirol.
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