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Nikotin: Ein Nervengift als Lifestyle-Trend?

„Nicotine Pouches“ statt Zigaretten – so wollen die Konzerne eine neue Generation von Abhängigen schaffen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einem wachsenden Trend, der vor allem auf junge Leute zielt: Nikotinbeutel, die meist zwischen Oberlippe und Zahnfleisch gesteckt werden. Das Produkt mache süchtig und habe schwere gesundheitliche Folgen, mahnt sie und prangert die Marketingpraktiken der Industrie an. Anbieter wollten eine neue Generation von Konsumenten in die Abhängigkeit treiben, schreibt die Organisation zum Weltnichtrauchertag (31. Mai).

Weil der Zigarettenverkauf zurückgehe, weiteten multinationale Tabakkonzerne ihre Produktpalette aus, etwa auf E-Zigaretten oder Nikotinbeutel. Der Verkauf von Nikotinbeuteln habe im Jahr 2024 mehr als 23 Milliarden Einheiten betragen, was einem Anstieg von mehr als 50 Prozent im Vergleich zum Jahr davor bedeute, berichtet die WHO. 2025 seien damit fast sieben Milliarden Dollar (rund sechs Mrd. Euro) umgesetzt worden. Die USA seien mit einem Anteil von 80 Prozent der größte Markt. Die Beutel seien unter anderem auch in Schweden besonders populär.

Anbieter werben mit einem "Nikotin-Rausch", der Gefühle von Vergnügen und Zufriedenheit auslösen soll. In Wirklichkeit ist Nikotin ein Nervengift aus der Tabakpflanze. Es kann inzwischen auch synthetisch hergestellt werden. Es gelangt beim Rauchen über die Lunge ins Gehirn, bei den Nikotinbeuteln über die Schleimhaut im Mund. Nikotin steigert das Risiko für Schlaganfall und koronare Herzerkrankungen, kann die Tumorbildung fördern und steht im Verdacht, die Gefahr von Diabetes zu erhöhen.

Vermarktung als Lifestyle-Produkt

Die Konzerne wollten mit Werbung auf sozialen Medien und über Influencer junge Leute ködern, so die WHO. Das zeigten die Geschmacksrichtungen. Auf dem Markt sind Beutel etwa mit Gummibärchen- oder Lakritzgeschmack. Die Nikotinbeutel würden als cooles Lifestyle-Produkt vermarktet oder als etwas, mit dem man heimlich, in der Schule oder vor den Eltern versteckt, Regeln brechen könne.

Die WHO weist Behauptungen, Nikotinbeutel könnten helfen, mit dem Rauchen aufzuhören, als unbegründet zurück. Oft passiere das Gegenteil: Raucher konsumierten mehr Nikotin, weil sie die Beutel dort verwendeten, wo das Rauchen verboten ist, und ansonsten weiterrauchten. Die WHO appelliert an Regierungen, Nikotinbeutel zu regulieren und Kinder und Jugendliche über die Gefährlichkeit aufzuklären.

7 Postings

Bahner Bernd
vor 4 Wochen

Der Tabak- und auch Akoholkonsum geht vor allem bei der jüngeren Bevölkerung erfreulich zurück. Dem Syndikat geht aber die Phantasie nicht aus , die Suchtbereitschaft noch jugendlicher Gehirne weiterhin ertragreich zu bedienen. Nikotin ist eines der stärksten Suchtmittel überhaupt, das rasch abhängig macht, in Pouches verpackt, ansprechend im Design und Geschmack auch für die Jüngsten attraktiv und unauffällig im Gebrauch. Nikotin greift im Gehirn vor allem in den Glutamatstoffwechsel ein, ein wichtiger Neurotransmitter, wesentlich ua. für Konzentationsfähigkeit, Lernfähigkeit ,Vigilanz. Zunächst wird Glutamat vermehrt freigesetzt, was ua auch die anfänglich belebende Wirkung von Nikotin erklärt, in der Folge aber die entsprechenden Glutamatrezeptoren ( Andockstellen) herunterreguliert, mit dann geringerer Verfügbarkeit dieses Botenstoffes, was letztlich Sucht und Abhängigkeit von laufender Nikotinzufuhr bedeutet. Chronischer Missbrauch geht dann oft mit kognitiven und emotionalen Störungen einher. Neben den zentralnervösen Veränderungen hat Nikotin, ähnlich wie Kokain, auch starke gefäßverengende Wirkung mit erhöhter Neigung zu Herzinfarkt und periphen Durchblutungsstöungen. Löblich, dass gesetzlich ein Alterslimit verfügt und der Vertrieb auf Trafiken uä beschränkt wurde, wenn schon ein eigentlich notwendiges, komplettes Verbot nicht machbar ist. Um so wichtiger ist Aufklärung, Aufklärung ,Aufklärung...

 
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senf
vor 4 Wochen

eine junge dame hat kürzlich während der schulpause gemeint, sie lehnt diese pouches ab, sie möchte kein fremdblut und eiter aus diesen beuteln schmusen, äh schlucken. da ist was dran!

 
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ruhigblut
vor 4 Wochen

......vor einigen Monaten gehe ich in Lienz eine Tankstelle – und ich traue meinen Augen kaum.......der gesamte Theken‑ und Kassenbereich ist vollgestopft mit Tabakbeuteln,flüssigen Nikotin (Dampf) E-Zigaretten usw......... bei solchen Zuständen frage ich mich wirklich, für was wir überhaupt eine Gesetzgebung haben.........ein Werbeverbot für Nikotin aller Art ist längst überfällig, denn E‑Zigaretten und ähnlicher "Dreck" sind nur dazu da, um ABHÄNGIGE zu generieren...ganz zu schweigen von den Folgen für Gesundheit und Umwelt. Die enthaltenen Batterien belasten zusätzlich die Umwelt, und auch die Brandgefahr ist nicht zu unterschätzen....wie kann es sein, dass solche Verkaufsflächen weiterhin völlig ungehindert bestehen bleiben????

 
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isnitwahr
vor 4 Wochen

in den Nachrichten war zu diesem Thema zu hören, dass insbesondere durch social media und die dazugehörigen Influencer, denen es vollständig egal ist, wofür sie Geld kassieren, aggressiv Werbung betrieben wird. Social media Verbot bis 18 und Strafanzeige mit sehr, sehr hohen Strafen gegen die Influencer, vielleicht würde das etwas bewirken. Aufklärung in den Schulen wäre natürlich an 1. Stelle zu setzen, leider sind Kinder im Teenageralter für Aufklärung nicht sonderlich zugänglich.

 
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steuerzahler
vor 4 Wochen

Warum ist der Dreck noch immer nicht verboten?

 
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    senf
    vor 4 Wochen

    Warum wohl? Weil an diesem Dreck eine Menge Leute daran Geld verdienen. Die Hersteller, Händler, Ärzte und allen voran die Lobbysten und Politiker! Da gibts eine Menge großer Drecksäcke!

     
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    18
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senf
vor 4 Wochen

Wusste nicht, dass die Gierigen der Konzerne Interesse haben, mit dieser neuartigen "Friedenspfeife" die Weltbevölkerung auf ein Minimum zu reduzieren oder gar auzurotten. Tsss...

 
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