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„Lebendige Flüsse schützen, statt Fischotter abschießen“

Naturschutzbund hält naturnahe Flüsse für den wirksamsten Weg, um Fischbestände langfristig zu stärken.

Anlässlich des bevorstehenden Welttags der Otter am 27. Mai setzt sich der Naturschutzbund Österreich für die Wiederherstellung natürlicher Gewässer ein.

Zeigertier“ für intakte Flüsse

Der Fischotter ist ein wichtiger Bestandteil intakter Gewässerökosysteme und gilt als Indikatorart für unbelastete Flusslandschaften. In Österreich hat die Art in den letzten Jahrzehnten viele Teile ihres ursprünglichen Lebensraums erfolgreich wiederbesiedelt. Zugleich haben mit der Rückkehr Konflikte, insbesondere in strukturell verarmten Gewässern und bewirtschafteten Fischteichen, zugenommen.

„Der Fischotter ist natürlicher Teil unserer Gewässerökosysteme. Die Ursachen für die Schädigungen dieser Lebensräume liegen bei uns Menschen“

Lucas Ende, Naturschutzbund-Artenschutzkoordinator

Parallel dazu stehen viele Flüsse und Bäche weiterhin massiv durch Menschen unter Druck: Begradigungen, Verbauungen, Wasserkraftnutzung und fehlende Gewässerdynamik haben Lebensräume für Fische zunehmend verloren gehen lassen.

Fehlende Verstecke für Fische

Gerade dort, wo Gewässer arm an Strukturen sind, fehlen Fischen wichtige Verstecke, Ruhezonen und Laichplätze. Natürliche und naturnahe Flusslandschaften mit Totholz, Kiesbänken, Ufergehölzen und Seitenarmen schaffen dagegen vielfältige Lebensräume und erhöhen die Widerstandskraft von Fischbeständen – auch gegenüber zunehmender Trockenheit und Erwärmung infolge des Klimawandels.

In den letzten Jahrzehnten hat sich der Fischotter in Österreich zurückgekämpft. Besonders in strukturarmen Gewässern ist die Art allerdings für Fische gefährlich. Daher appelliert der Naturschutzbund für die Wiederherstellung natürlicher Flüsse und Bäche. Foto: Robert Hofrichter

„Der Fischotter ist natürlicher Teil unserer Gewässerökosysteme. Die Ursachen für die Schädigungen dieser Lebensräume liegen bei uns Menschen“, stellt Lucas Ende, Artenschutzkoordinator beim Naturschutzbund klar. „Wo Flüsse und Bäche wieder lebendig werden dürfen, profitieren Fische, Fischotter und letztlich auch wir Menschen. Demgegenüber gibt es keinerlei wissenschaftliche Studien, die einen positiven Effekt von Fischotterabschüssen auf Fischbestände nahelegen.“

Artenschutz für intakte Ökosysteme

Aus Sicht des Naturschutzes braucht es daher Lösungen, die an den Ursachen ansetzen: die Renaturierung von Gewässern, den Schutz von Auen, bessere Durchgängigkeit für wandernde Fischarten und die Sicherung ökologisch funktionsfähiger Ufervegetationsstreifen.

Der Naturschutzbund Österreich möchte daher zum Weltottertag daran erinnern, dass der Schutz einzelner Arten kein Selbstzweck ist, sondern intakte Ökosysteme zum Ziel hat, von denen auch der Mensch abhängig ist. Natürliche und naturnahe Gewässer sind weit mehr als Lebensraum einzelner Arten. Sie sichern Artenvielfalt, verbessern den Wasserrückhalt, helfen bei Hochwasser und Trockenheit und sind ein unverzichtbarer Teil einer lebenswerten Umwelt.

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