Österreichs Geschäftsbanken schreiben außergewöhnlich hohe Gewinne. Gleichzeitig ist die Rechnung aus der Bankenrettung nach der Finanzkrise 2008/09 bis heute nicht beglichen. Die staatlichen Kosten der Bankenrettung beliefen sich auf 10,8 Milliarden Euro. Über die Bankenabgabe flossen zwischen 2011 und 2025 aber nur 5,8 Milliarden Euro zurück. Damit stehen die Banken beim Staat noch mit rund fünf Milliarden Euro in der Kreide, wie das Momentum Institut in einer Analyse zeigt.

„Bevor die Regierung bei Familien, Pensionist:innen und der arbeitenden Bevölkerung harte Einschnitte macht, sollte sie dort ansetzen, wo noch Milliarden offen sind: bei den Banken. Wer damals vom Staat gerettet wurde und heute Übergewinne macht, sollte jetzt auch seine Schulden begleichen“, so Barbara Schuster, stellvertretende Chefökonomin am Momentum Institut.
„Bevor die Regierung bei Familien, Pensionist:innen und der arbeitenden Bevölkerung harte Einschnitte macht, sollte sie dort ansetzen, wo noch Milliarden offen sind.“
Barbara Schuster, Ökonomin
Wie gering der Beitrag der Banken heute tatsächlich ist, zeigt der Blick auf die Bankenabgabe im Verhältnis zu den Gewinnen. Selbst die erhöhte Bankenabgabe macht 2025 nur 4,3 Prozent der Bankengewinne aus. In den Jahren davor lag der Anteil sogar noch niedriger: 2021 bei 1,6 Prozent, 2022 bei 1,3 Prozent, 2023 bei 1,2 Prozent und 2024 bei 1,4 Prozent. Damit ist die Abgabe im Vergleich zur Ertragslage der Banken kaum mehr als ein kleiner Abschlag auf außergewöhnlich hohe Gewinne.

Bankengewinne explodieren weiter
Denn die Gewinne der heimischen Banken liegen weiterhin deutlich über dem Niveau der Jahre vor der Zinswende. Die Bank Austria erzielte 2025 einen Jahresgewinn von 1,29 Milliarden Euro, die BAWAG 760 Millionen Euro, die Erste Bank Österreich 569 Millionen Euro, Raiffeisen Wien-NÖ 514 Millionen Euro und Raiffeisen OÖ 429 Millionen Euro.
Gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2018 bis 2022 bedeutet das teils massive Zuwächse: bei Raiffeisen Wien-NÖ plus 348 Prozent, bei der Bank Austria plus 174 Prozent, bei Raiffeisen OÖ plus 169 Prozent, bei der BAWAG plus 98 Prozent und bei der Erste Bank Österreich plus 93 Prozent.

Aktuell wird bereits gemunkelt, dass die Europäische Zentralbank aufgrund der wieder ansteigenden Inflation im Juni möglicherweise wieder Zinsschritte nach oben setzen wird. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Banken durch die ungleiche Weitergabe der gestiegenen Zinsen Milliarden verdient haben. Auch in diesem Hinblick sollte für das Staatsbudget der kommenden beiden Jahre ein angemessenerer Beitrag der Banken kalkuliert werden.
Das Momentum Institut empfiehlt daher bei der Höhe der Bankenabgabe nachzubessern. In Zeiten eines angespannten Budgets sollte die Regierung zuerst dort Geld eintreiben, wo der Staat noch Milliarden ausständig hat – und nicht zuerst bei jenen kürzen, die ohnehin unter hohen Preisen, Mieten und Lebenshaltungskosten leiden.
19 Postings
lt. Kleine Zeitung vom Jahr 2019 sollen schon 4 Millarden zurückgezahlt worden sein. Jetzt 6 Jahre später nur 1,4 mehr? Wenn man hochrechnet sollten 3,5 mehr sein. wo sind die fehlenden 2,1 ?
Einige Banken haben die staatlichen Hilfen zurückgezahlt (mit Zinsen), andere gibt's bereits nicht mehr. Da jedoch jegliches innerstaatliches Missmanagement mit Steuergeldern ausgeglichen werden muss ( z.B. Hypo Alpe Adria, ..) sollten die Übergewinne höher als bisher besteuert werden. Ob die Banken die Erhöhungen dann wieder an die Kunden weitergeben...? Auch eine Kürzung der Parteienförderung wäre ein gutes Signal. Spielraum scheint u.a. dadurch ersichtlich, da noch stets hohe externe Beraterhonorare bezahlt werden können.
wenn dem so ist,sollte wirklich gehandelt werden, vielleicht kann das Thema auch über die Grenzen von diesem Forum hinaus angegangen werden, können sie das "anstossen" Herr Pircher und alle die vielleicht gehört werden..im Orf habe ich von dem Thema noch nichts gesehen..gelesen..
@Senf . du scheinst immer alles zu wissen . an dir ist ein Bürgermeister oder höher verloren gegangen . das ist jetzt mein Ketchup dazu
danke, wie schmackhaft ;-)
... aber ja, gab es da nicht mal einen "Senfter"?
Es gab einen BM Senfter im Oberland. Er saß auch im GVA. Ein kooperativer Mann, der sich sehr für die Gemeindebürger eingesetzt hat. Ich dachte, er sei ÖVP- Mitglied.
@Annalies, S. Senfter:
BM Gemeinde Leisach (1975/98), Verdienstmedaille des Landes Tirol, Ehrenkranzträger des Bundes der Tiroler Schützenkompanien, Ehrenringträger der Gemeinde, Grünes Verdienstzeichen des Landesverbandes der Tiroler Blasmusikkapellen, Verdienstmedaille des Österr. Blasmusikverbandes in Gold.
Mitglied im Tiroler Bauernbund ..., ein verdienstvoller Mann, 2018 im Alter von 91 Jahren verstorben. Von 1953 bis 1971 war Alfred Senfter BM der Gemeinde Leisach.
Wofür die beiden Rotstrichalan san, verstehe wer will!
senf, die Rotstricheln sind der Annalies-Bonus!
Ich bin davon überzeugt, dass senf über sehr gute Kontakte verfügt und im Laufe der Zeit Erfahrungswerte 'gesammelt' hat. Obwohl sein Herz wohl offensichtlich 'purpurrot' schlägt, lese ich seine Kommentare gern, ich finde sie ehrlich und differenziert!🤠
Hallo @Annalies, i kanns nit lassen: vagelts Gott, so viel Lob, muss schmunzeln aber das "purpurrot" nimmt ein Marketingheini oft und gern für seine Folder-Farbcollection, denn rot ist ja die Farbe der Signal- und Aufmerksamkeit. Die Marketing-Farblinie des Tourismusverbandes Osttirol folgt diesem modifizierten Merkmal seit Jahren, da hat man tatsächlich schon unter Michors Zeiten schon einen Goldgriff gemacht.
Lieg ich damit richtig? ;-)
Da muß ich dem Momentum Institut einmal recht geben. Es kann nicht sein, da. der Steuerzahler alle rettet und nicht den vollen Betrag plus Zinsen (erachte ich auch für selbstverständlich) zurück bekommt. Auch hier ist unsere Regierung säumig. Ebenso muß die Gewinnverschiebung der Konzerne ins niedrig besteuerte Ausland unterbunden werden. Und wenns wem nicht passt, soll er gehen, es werden andere kommen.
Absolut auch der Meinung, dass offene Schulden (natürlich verzinst) baldigst rückzuerstatten sind!!! Wenn die Regierungsparteien nicht sofort damit aufhören, ständig den kleine/n Bürger/in zu belasten, wird die Rechnung bei der nächsten Wahl so eklatant gut für die Schreierpartei FPÖ ausfallen, dass zumindest mir Angst wird, wenn ich denke, dass dieser Kickl "Volkskanzler" wird. 🤢
Aber solange nur die Reichen geschützt werden, kann sich dieser blaue Dampfplauderer zurücklehnen und fein abwarten, denn die Regierungen verstehen einfach nicht, wie gefährlich dieses Spiel mit der FPÖ ist... Man streitet lieber intern oder schützt solche Leute wie Wöginger oder Großkonzerne...
Kaum kommen Menschen an die Macht, scheinen sie Scheuklappen zu bekommen.
Eine etwas eigenartige Ansicht von dir. Stell dir vor, es gäbe den Kiki und die seinen nicht? Wem würdest denn du die Schuld für den Bankendeal des Regierungsparteien geben? Anstatt klar zu sagen was zu tun wäre, überträgst du die Verantwortung anderen statt den Verursachern. Die Milliarden an die Banken sind längst versickert, dafür zahlen wir jetzt!
Kapito?
der kiki is schon lange mit der volksbank gestorbn ...
Es ist inmer wieder Interessant wie so mancher oder auch schon viele wenn es um Politische Themen geht die FPÖ angreifen obwohl diese in diesem Kontext nichts tun können noch direkt dafür verantwortlich sind. Sie haben Angst vor Kickl? Ich habe Angst von dieser Regierung welche gerade am Werkln ist unser aller Wohl (wie auch in Deutschland) zu verspielen! Meiner Meinung müsste man auch Politiker für ihr handeln Haftbar machen so wie jeder Einzelunternehmer Haftet!
'Was nicht links ist, ist rechts', so lautet hier der gesellschaftliche Tenor. Übersetzt bedeutet das, ein Jede(r) mit divergierender Meinung ist rechts zuzuordnen! Wennwohl alle wissen, dass damit ein fairer Meinungsaustausch unterbunden wird und ein Dialog emotionsbeladen wird. Manche meinen, dass bereits der Verdacht, eine(n) 'Rechten' enttarnt zu haben, eigene Untergriffigkeiten und das Ausleben niedriger Gefühle rechtfertigt. Die digitale Welt bietet ideale Voraussetzungen für diese 'Gantenbein-Gesellschaft'. Die Ehrlichkeit scheint auf dem Verliererposten. Nur so ist zu erklären, dass sich die meisten hier großmütig, tolerant, weltoffen und demokratisch präsentieren und Umfragen zufolge die FPÖ bei 36 - 38% liegt! Das passt doch irgendwie nicht zusammen.
....wenn Banken dem Staat Milliarden schulden, dann ist Zurückzahlen kein Akt der Nächstenliebe, sondern Pflicht......stattdessen werden Pensionisten und Arbeitnehmer geschröpft...das ist keine Solidarität sondern ein schlechter Witz....wann reagiert hier die Politik endlich einmal im Sinne der Österreicher...egal welche Parteifarbe?...darf ja alles nicht mehr wahr sein schön langsam...
stimme zu, aber es ist leider schon Parteifarbig belastet, dass die Banken sich drücken können.
ÖVP und NEOS müssen sich da bewegen!
@ Franz Brugger... sicher sind die Schwarzen und Neos federführend, aber es regieren drei Parteien, und ALLE drei unterschreiben ständig für diese miesen Absurditäten...
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