Der Brenner ist fast dreimal so stark durch den Transit von Schwer-Lkw belastet wie die gesamte Schweiz. Über den Brenner fuhren im Vorjahr 2,42 Mio. Schwerlast-Lkw, über alle vier Schweizer Alpenpässe zusammen 0,86 Mio., teilte die Mobilitätsorganisation VCÖ in einer Aussendung mit. „Der Aufschrei der Bevölkerung ist nachvollziehbar“, resümierte man kurz vor der Demonstration auf bzw. bei der Tiroler Brennerautobahn (A13) am Samstag samt damit verbundener Totalsperre.
Die Zahl der Lasten- und Sattelzüge auf den vier Schweizer Alpenrouten (Gotthard, San Bernardino, Simplon, Gr. St. Bernhard) sei 2025 im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben. Über den Brenner habe die Zahl der schweren Lkw hingegen gegenüber dem Vorjahr - damals waren es 2,37 Mio. - um weitere zwei Prozent zugenommen.
Auch im heurigen ersten Quartal sei erneut eine Zunahme von 4,5 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres verzeichnet worden, rechnete der VCÖ vor. „Während in den vergangenen 25 Jahren die Zahl der Lkw auf den Schweizer Alpentransitrouten um rund ein Drittel zurückgegangen ist, nahm der Lkw-Verkehr über den Brenner um die Hälfte zu“, betonte VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.
Maut in Schweiz deutlich höher
Als ein Faktor dabei wurde die in der Schweiz höhere Lkw-Maut identifiziert. Dementsprechend empfahl der VCÖ eine Ausschöpfung der EU-Wegekostenrichtlinie. Zusätzlich würde die Abschaffung des Dieselprivilegs in Österreich dazu beitragen, dass Transit über den Brenner gegenüber der teureren Schweizer Route nicht mehr künstlich verbilligt werde. Auch brauche es „eine stärkere Verlagerung von der Straße auf die Schiene über die Staatsgrenzen hinweg.“

Generell wies die Mobilitätsorganisation auf starke Abgas- und Lärmbelastung infolge des Transitverkehrs für Anrainer sowie die Verkehrsbelastung für weitere Verkehrsteilnehmer und eine massive Belastung der Straßen hin. Ein 40-Tonnen-Lkw mit fünf Achsen belaste die Straße so stark wie rund 32.000 durchschnittliche Pkw, hieß es.
Demonstration wegen überbordender Transitbelastung
Am Samstag, dem 30. Mai, wird auf bzw. bei der Tiroler A13 gegen die überbordende Transitbelastung demonstriert. Die Brenner-Demo bei Matrei am Brenner war vom Bürgermeister von Gries am Brenner, Karl Mühlsteiger, als Privatperson beantragt worden. Die Kundgebung war von der Bezirkshauptmannschaft zweimal nicht erlaubt worden. Das Tiroler Landesverwaltungsgericht gab dann jedoch einer Beschwerde gegen den entsprechenden Bescheid wegen Rechtswidrigkeit bzw. Verletzung des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit statt. Daraufhin untersagte die Behörde die Demonstration nun nicht mehr.
10 Postings
auto, autobahn = freiheit und fortschritt. da ist wohl nicht mehr viel übriggeblieben. die russen machen mit ihrem krieg aber mehr umweltverschmutzung als alle autos dieser welt.
"Ein 40-Tonnen-Lkw mit fünf Achsen belaste die Straße so stark wie rund 32.000 durchschnittliche Pkw, hieß es" Das wird wohl nicht stimmen. Vielleicht 32,oo PKWs.
Ein 40-Tonnen-Lkw (4 Achsen): Verursacht Straßenschäden, die in etwa der Belastung von 60.000 Pkw entsprechen - so der VCÖ und die Forschungsgesellschaft Straße.
ich staune, wers glabt wird selig ... :-(
40tonnen mit 4 Achsen ist gesetzlich nicht gerne gesehen
!?
Früher warens mal 15000. Es wird vom VCÖ immer übertrieben dargestellt. Grundsätzlich stimmt es schon. Man braucht sich nur die Spurrillen (meistens Zwillingsräder im LKW-Abstand) und die versenkten Kanaldeckel anzuschauen. Die gibt es nur entlang LKW- und Busrouten.
Leider ist die Bahn keine echte Konkurrenz zum LKW. Ich wäre dafür, endlich mal die Geschwindigkeit der Laster auf echte 80 km/h herunterzudrücken. Dazu noch ein flächendeckendes Überholverbot und Mindestabstand 200 m. Damit wäre Kraftstoffverbrauch und Abgas gesenkt,die Lärmbelastung verringert und die Sicherheit erhöht. Das Trauerspiel Bahn wäre eine echte Herausforderung für einen Sanierer.
Wo bleibt denn das logische Denken??
Der Ansatz ist komplett falsch. Versuchen etwas attraktiv zu machen, indem man dessen Konkurrenz limitiert/verbietet, kann doch niemals zu einer Verbesserung führen.
müll dürfte einen wesentlichen teil der lkw-lawine ausmachen.
Der Wahnsinn wird jedes Jahr mehr, aber alles normal....
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