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Finanzierung eines Eigenheims in Osttirol „unleistbar“?

Jenseits der Kärntner Grenze sieht es anders aus, dort steht die „Leistbarkeitsampel“ auf Grün.

Längst ist die Behauptung, heutzutage könne man sich kein Eigenheim mehr leisten, zu einer omnipräsenten Floskel geworden. Wie das Vergleichsportal „Durchblicker“ in seiner aktuellen Ausgabe des Immo-Leistbarkeitsindexes vor Augen führt, hat diese Feststellung aber in zumindest 52 österreichischen Bezirken eine gewisse Berechtigung. Dort steht die „Leistbarkeitsampel“ nämlich auf Rot, der Kauf eines Wohnhauses gilt als „unleistbar“.

Zwei Medianeinkommen

Doch welche Berechnungsgrundlage liegt diesem Index zugrunde? Die Plattform geht von zwei Durchschnittsverdienern, deren Gehalt dem Medianeinkommen entspricht (2.676 Euro netto pro Monat), aus. Weiters wird angenommen, dass diese Doppelverdiener einen Kredit mit einer Laufzeit von 30 Jahren beim derzeitigen Zinssatz von 3,72 Prozent aufnehmen.

Liegt deren monatliche Zinslast dann unter 35 Prozent des Haushaltseinkommens, gilt das Eigenheim als „leisbar“. In einem Grenzbereich wird eine Kreditbelastung von 35 bis 40 Prozent angesiedelt, ab 40 Prozent des Nettoeinkommens klassifiziert „Durchblicker“ die Finanzierung als „unleistbar“. Schließlich sind Banken bei der Kreditvergabe dazu angehalten, die Tilgungsrate von 40 Prozent des Nettoeinkommens nicht zu überschreiten, auch wenn die KIM-Verordnung mittlerweile Geschichte ist.

Westen Österreichs ist unleistbar

Unter diesen Annahmen gilt die Finanzierung eines Eigenheims in 41 von 105 österreichischen Bezirken als unleistbar, in zwölf weiteren als schwer finanzierbar. Bemerkenswert ist ein starkes Ost-West-Gefälle, da in sämtlichen Bezirken Vorarlbergs und Tirols - inklusive Osttirol - die Leistbarkeitsampel rotes Licht zeigt. Feinere Differenzierungen, etwa auf Ebene der unterschiedlichen Gemeinden eines Bezirks, nimmt das Vergleichsportal allerdings nicht vor.

Ein durchschnittliches Eigenheim ist für zwei Medianverdienende in 41 von 105 österreichischen Bezirken unleistbar. Vollständig rot eingefärbt ist der gesamte Westen Österreichs, inklusive Osttirol. Grafik: durchblicker

Durchschnittlich müssten in Tirol Haushalte mit zwei Medianeinkommen 62 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Kredittilgung aufwenden. Selbst für zwei Besserverdienende ist das Eigenheim in 25 Bezirken Österreichs unleistbar: „Wer die Immobilie nicht schon vererbt bekommt oder Spitzenverdiener ist, hat in Großstädten sowie im Westen schlechte Karten“, bringt es Martin Zwickl, Chief Operations Officer von „Durchblicker“, auf den Punkt.

Völlig anders ist die Ausgangslage dagegen, wenn man in das nahegelegene Kärnten blickt: Die Bezirke Spittal und Hermagor zählen zu den 52 leistbaren Bezirken und auch im gesamten Bundesland liegt die Tilgungsrate im Schnitt bei 31,1 Prozent.

Zinskonditionen vergleichen

Kaufinteressierten rät Zwickl, nicht nur zur eigenen Hausbank zu gehen, sondern mehrere Angebote einzuholen und zu vergleichen. Dazu liefert er ein aktuelles Beispiel: Bei einem Finanzierungsbetrag von 350.000 Euro erhalten Kreditnehmer:innen bei gleicher Bonität für dasselbe Objekt bei Bank A 3,55 Prozent effektiv und bei Bank B 4,22 Prozent. Die monatliche Differenz beträgt 144 Euro, nach einer Laufzeit von 30 Jahren belaufen sich die Mehrkosten auf insgesamt 46.210 Euro. „Im ersten Fall würde die Kreditbelastung bei 38,4 Prozent liegen, also noch im leistbaren Bereich, im zweiten bereits bei 45 Prozent“, so Zwickl.

„Durchblicker“-Immo-Experte Simon Böchzelt rät zudem aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen und geopolitischen Lage zu einem fix verzinsten Kredit: „Dieser gibt Planungssicherheit und schützt vor möglichen Zinssprüngen, die sich enorm auf die Monatsrate und damit auf die Leistbarkeit auswirken können.“

16 Postings

lia
vor einer Woche

wer glaubt, die politik hat einfluss auf den wohnungsmarkt, hat recht. die sind alle verbandelt. am wohnungsmarkt hat sich noch nie etwas geändert, seit 50 jahren nicht. die jungen waren immer die blöden.

 
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    Annalies
    vor einer Woche

    Angebot und Nachfrage- Markteingriffe werden von vielen Experten negativ bewertet. Für das Erwerben von Eigentum (Haus, Wohnung) gab es 'früher' steuerliche Erleichterungen, heute nicht mehr. Menschen der Boomer-Generation haben Häuser phasenweise gebaut, über Jahre hinweg. Vielfach unter Mithilfe der Familie, Freunde und auch Nachbarn. Auch stellte man sich darauf ein, den Gürtel während vieler Jahre sehr eng zu schnallen. Die Prioritäten haben sich jetzt verschoben und die Lebensmodelle verändert. Die Jugend wird ihren Weg finden, da bin ich optimistisch!

     
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    Joe B. Tolliver
    vor 7 Tagen

    Wir haben ein Bildungssystem, das - im Gegensatz zu früher - jedem und jeder kostenlos zur Verfügung steht. Wer ist wohl daran Schuld, wenn die Jungen blöd sind?

     
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      Annalies
      vor 7 Tagen

      Sie sind nicht blöd, die Jungen haben andere Lebenskonzepte. Wir fanden es normal, zu sparen, einige Jahre den Urlaub auf der Alm zu verbringen und wenn nötig, noch einen 2. Job zu haben. Verzicht war normal. Heute gilt man bereits als armutsgefährdet, wenn man nicht jedes Jahr wegfahren, -fliegen kann. Man setzte sich Ziele und das Erreichen machte stolz und zufrieden. Der Faktor Arbeit war positiv besetzt, das machte die Bewältigung um vieles leichter. Heutzutage finde ich es schwieriger für junge Menschen. Es gibt wesentlich mehr mediale Manipulation, das Vertrauen in sich selbst und die Mitmenschen wird durch unzählige 'Lifestyle-Vorgaben' erschüttert. Es ist ein anderer Weg für die Jugend, aber sie wird ihn bewältigen. Denn wir haben das Fundament geschaffen, auch wenn wir nun so manches Mal (milde) belächelt werden.....

       
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Annalies
vor einer Woche

Es ist alles teurer geworden, Baugrund, die Materialien und der Dienstleistungssektor. Es hat sich jedoch auch die Einstellung junger Menschen geändert, vorallem in den Städten. Der Akzent liegt mehr auf Lebensqualität und auch Freizeit. Man möchte nicht Jahrzehnte durch Kreditrückzahlungen und Verpflichtungen eingeschränkt werden.

 
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    Joe B. Tolliver
    vor 7 Tagen

    Sie beschreiben es sehr zutreffend: Die Einstellung (vieler) junger Menschen hat sich geändert. Sie wollen nicht arbeiten und auf nichts verzichten, aber alles geschenkt kriegen, und zwar gleich.

     
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      Eddy
      vor 6 Tagen

      Ich frage mich bei dieser Aussage wer die jungen denn erzogen hat? Und ob es eher ein Mangel an väterlichen Werten (Disziplin, Zielsetzung,...) oder an mütterlichen Werten ist, der hier in der Gesellschaft vorliegt?

       
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      senf
      vor 6 Tagen

      Ist denn die Jugend nun tatsächlich so wie sie sie beschreiben? Ich find es nicht so. Die Jugend steht aber leider vor einen unheimlichen Leistungsdruck, vielleicht hat sie davor Angst, vielleicht dadurch aber auch eine andere Wertvorstellung. Wo bleiben Bezugspersonen? Aufwachsen in diesem Umfeld bereitet den einen oder anderen Heranwachsenden arge Probleme, es haben ja die wenigsten Eltern die nötige Zeit für ihren Sprössling, der ja oft bereits im zweiten Lebensjahr von der Familie getrennt wird, weil Karriere und Geld scheffeln für nicht nötigen Luxus und Ramsch und Urlaubsgetue wichtiger ist. Kinder merken sofort, wenn sie am Abstellgleis landen. Das erfordert längst einen Systemwechsel in unserer, ach so heuchlerischen Gesellschaft, die materiell denkt und ständig nach Geltung und Ansehen strebt.

       
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      Annalies
      vor 6 Tagen

      Joe B. Tolliver. Ich verstehe ihren Hinweis. Auf uns Eltern kommt der Druck, finanziell kräftig mitzuhelfen. Man finanziert Studien und dann geht's flott weiter. Das Studium wird ca. zw.d.26.-30. Lj. beendet. Danach beginnt man einige Jahre zu arbeiten, dann geht der Kurs in Richtung Familienplanung. Ein Nest muss gebaut werden (Haus, Wohnung ca. 400000-1 Mio.). Bis vor 1 Jahr Eigenmittelanteil 20%. Woher?

       
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    Eddy
    vor 6 Tagen

    Ich kann nur immer wieder auf das Schuldgeldsystem verweisen, das war für mich zumindest in der Entwicklung der wichtigste Faktor. Wenn Banken ohne Deckung Geld erschaffen können - egal ob Hausbank, Nationalbank, oder Europäische Zentralbank - und dann für dieses Erschaffen aus dem nichts Zinsen verlangen, und somit die "normalen Menschen" im Hamsterrad zwingen den Zinsen und Schulden hinterherzulaufen, dann sollte man sich über eine Fairness dieses Systems mal Gedanken machen. Die Gewinner sind näher an der Geldschöpfung dran, siehe/google Cantillion Effect. Doch dieses Spiel ist jetzt ausgereizt und fast am Ende, so nehme ich es wahr. Das monetäre System muss und wird sich ändern, dann lohnt es sich auch wieder neu zu investieren.

     
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    Sensei
    vor 4 Tagen

    Dazu muss man auch anmerken, dass es immer mehr kinderlose Menschen und Beziehungen gibt. Wenn man niemandem etwas vererben kann, wieso sollte man sich dann mehrere Jahrzehnte lang dem Stress eines Kredits aussetzen anstatt einfach in einer schönen Mietwohnung zu leben? Das letzte Hemd hat jedenfalls keine Taschen.

     
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Lara
vor einer Woche

Deshalb sind wir nach Oberkärnten ausgewandert, dort gab es ein kleines Haus mit grossem Garten zum Preis einer 50qm2 Wohnung in Lienz.

 
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lia
vor einer Woche

die politik hinkt immer hinterher. ich habe noch nie von einem politiker etwas positives erfahren, vor allem beim geld.

 
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gunzu
vor einer Woche

So dramatisch scheint es wohl nicht zu sein, wenn man sich ansieht, wie viele neue Eigenheime gebaut werden und noch dazu in welchen Dimesnsionen, merke ich wenig davon, dass sich die Leute das nicht mehr leisten können. Man beobachtet sogar, dass Einzelne mehrfach ein Haus bauen ... Mitleid Ende

 
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    Sensei
    vor einer Woche

    Vorsicht Bubble! Wenn in Ihrer Umgebung viele neue Eigenheime gebaut werden, manche sogar mehrfach bauen, bedeutet das wohl einfach, dass Sie in einer priviligierten Gegend leben.

     
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Letsfetz
vor einer Woche

Da die Politik nicht viel ändert, wird dies auch so bleiben.

Solange es z.B. "en vogue" ist, für Gutbetuchte Wohnraum als reine Wertanlagen zu errichten, der dann oft als Leerstand unbenützt bleibt, kann alles nur noch teurer werden. Es sollte somit nicht mehr möglich sein, Wohnraum zu kaufen, wenn dieser nicht nachweislich auch zum Wohnen verwendet wird. Reiner Leerstand wäre ansonsten so hoch zu besteuern, dass es unrentabel wird, sein Geld in Immobilien zu stecken. Der Nachweis des Leerstandes sollte doch sehr leicht nachweisbar sein, wenn kein durchschnittlicher Wasser- oder Energieverbrauch für diese Immobilie vorliegt.

Es kann doch nicht sein, dass Wohnraum immer teurer wird, im Gegensatz wird aber laufend Natur zerstört und der Leerstand steigt unentwegt, da es gesetzlich nun mal keine Schranken gibt, die diesen Unsinn beenden würden.

Die Kluft zwischen arm und reich wird auch dadurch immer größer, das ist eine gefährliche Entwicklung, wenn sich z.B. nur noch vermögende Menschen modernen Wohnraum leisten können. Dadurch steigt Unzufriedenheit in der Bevölkerung, die irgendwann in der Gesellschaft zu spüren sein wird, wenn dann der Kochtopf bis zum Anschlag prodelt oder sogar explodiert.

 
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