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Tausende pilgerten zur Demo auf den Brenner

Friedlich aber entschlossen stemmt sich die Zivilbevölkerung gegen eine aberwitzige Verkehrslawine.

Die Demonstration auf der Tiroler Brennerautobahn (A13) bei Matrei am Brenner, die eine Totalsperre des Brennerkorridors zur Folge hatte, ist Samstagnachmittag gestartet. Laut ersten Schätzungen der Feuerwehr pilgerten rund 4.500 Menschen auf die Autobahn, wo sie von den Bürgermeistern des Wipptales begrüßt wurden. Der Initiator des Protests, der Grieser Bürgermeister Karl Mühlsteiger, ortete einen „historischen Moment.“

„Ihr geht in die Geschichte ein!“, rief Karl Mühlsteiger – flankiert von Amtskollegen – den Demonstant:innen zu. Der Grieser Bürgermeister ist Organisator des Protests.

„Ihr geht in die Geschichte ein“, rief er den Demonstrierenden zu Beginn der Veranstaltung um kurz vor 14.00 Uhr zu. Dass so viele Menschen dem Aufruf zur Demo gefolgt seien, war für Mühlsteiger „berührend“ und „ergreifend“. Die Bevölkerung stehe hier nun „erhobenen Hauptes“, hielt der Ortschef fest.

Am Brenner sei jedenfalls eine „Schmerzgrenze erreicht“, sagte Mühlsteiger und verwies auf die Millionen Fahrzeuge, die jährlich durch das Nadelöhr fahren. „Wir dürfen uns unser Land nicht nehmen lassen“, verdeutlichte er und fügte hinzu: „Die Bevölkerung war vor der Autobahn hier“ - dafür erntete er prompt frenetischen Applaus von den Teilnehmenden.

Landespolitiker aller Parteien bei Demo

Auch der Bürgermeister der Gemeinde Matrei am Brenner, Florian Riedl (ÖVP), ergriff das Wort. Der Verkehrssprecher der ÖVP im Tiroler Landtag bezeichnete den Transitverkehr als Problem des gesamten Landes. Es sei wesentlich, hier eine gemeinsame Position zu finden.

Verdeutlicht wurde dies indes dadurch, dass Vertreter aller Landtagsparteien aufmarschiert waren. Neben Tirols Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP), der allerdings als „Privatperson“ angereist war - was von den Demo-Teilnehmern in Gesprächen mehrfach hörbar kritisiert wurde - nahm auch Landeshauptmannstellvertreter Philip Wohlgemuth (SPÖ) teil. Zudem mischten sich auch die Chefs der Oppositionsparteien unter die demonstrierende Bevölkerung: FPÖ-Chef Markus Abwerzger, Liste-Fritz-Obfrau Andrea Haselwanter-Schneider, Grünen-Landessprecher Gebi Mair und NEOS-Frontfrau Birgit Obermüller.

Slideshow: Expa/Groder

7 Postings

lia
vor einer Woche

ein eigenes auto war das höchste der gefühle. nach innsbruck ist man damals schneller als mit der autobahn gekommen.

 
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senf
vor einer Woche

Leider ist mir kein einziger Autofahrer bekannt, der nie in seinem Leben mit seinem Vierradler über die eigene Gemeindegrenze hinausgafahren ist. Wir nutzen allesamt die Straßennetze, die Frage wird wohl eher sein, ob jede einzelne Fahrt sinnvoll war. Darüber darf auch mal sinniert oder besser "gegrübelt" werden. Ob mit dem Wunsch einer "Guten Fahrt" auch die Umwelt bedacht wird, mag dahingestellt sein.

 
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    senf
    vor einer Woche

    Man merkt es an den Haggalen. Liegt wohl an der Frage der Sinnhaftigkeit jeder Fahrt :-)

     
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Letsfetz
vor einer Woche

Und passiert ist gar nichts an diesem Tag, ordentliche Aufschreie der Wirtschaft und des Tourismus im Vorfeld und dann so ein entspannter Tag ohne Megastaus oder Verkehrschaos, sowas aber auch!

Es ist schon interessant, wie immer alles gleich mal verteufelt wird und was sich dieser Herr Bürgermeister da überhaupt rausnimmt, Frechheit.... Was mich schon wundert, dass sich Herr Gurgiser zu dieser Blockade distanziert hat, gerade er als Vorreiter in Sachen Transitgegner.

Nun denn, Bravo und weiter so!!! Denn nur weil so manche Egozentriker wie Salvini und Söder glauben, sie können über die Tiroler Heimat fremdbestimmen, muss man sich dies als Anrainer wahrlich nicht gefallen lassen. Die Folgen des überbordenden Verkehrs sieht man weltweit, aber vorallem muss auch in der EU mal ein Umdenken einsetzen, was mehr zählt. Die unersättliche Wirtschaft, oder doch auch noch Heimat und Leben für Bürger in einer intakten Natur!

Doch leider bestimmt immer mehr nur noch die endlose Gier, auf ein gesundes Leben, auf einem gesunden Planeten, wird zur Zeit vollkommen gepfiffen...

 
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    DSK
    vor einer Woche

    Schon ziemlich simple gestrickt, deine Schlussfolgerung. Über diese Transitroute werden Waren aller Art, von Nord bach Süd und umgekehrt, aber auch Produkte die noch in Nordtirol produziert werden, in diese Himmelsrichtungen gebracht. Zudem fahren Menschen zur Arbeit/in den Urlaub/zur Familie usw. Keine Frage, nebenan zu wohnen ist sicher nicht lustig, aber in 20-30 Jahren fährt der Grossteil elektrisch, bleibt halt noch der Feinstaub. Selbstverständlich wäre es ideal den gesamten Fernverkehr, auf weiten Strecken bis zu gewissen Knotenpunkten, europaweit auf die Schiene zu bringen. Kostet halt einiges, und die Bahnhöfe an den Knotenpunkten würden einiges an Fläche beanspruchen. Die letzten Kilometer muss dennoch der (elektrische) LKW zurücklegen. Meiber Meinung nach, gibts halt keinen Umweltschutz ohne funktionierende Wirtschaft, und umgekehrt. Seis die Brennerautobahn oder diese Stromleitung, gegen die protestiert wird. Man kann spätet versuchen, beides unter die Erde zu bringen, aber momentan sind die Alternativen einfach zu teuer/nicht praktikabel

     
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Gertrude
vor einer Woche

Verstehe die Wipptaler gut, schon viel zu lange wird diese Verkehrslawine nicht unternommen. Wann unternimmt die "Privatperson " Mattle etwas dagegen- ich warte.

 
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    chiller336
    vor einer Woche

    ich versteh die wipptaler auch, aber wenn man das ganz nüchtern betrachtet, muss man sich die frage stellen: was soll man gegen die verkehrslawine unternehmen? den brenner schliessen? es ist eine der hauptverkehrsruten über die alpen in den süden und der verkehr wird mit sicherheit noch mehr werden. und ganz nebenbei - sehr viele wipptaler müssn nach insnbruck zum arbeitn, und die sind froh wenns auf die autobahn fahren können um schnell am arbeitsplatz zu sein. klingt für mich irgendwie nach doppelmoral. ist ja fast so ähnlich wie bei uns, auch wir haben vor allem im sommer tagtäglich verkehrslawinen mitten durch die stadt. was soll dagegen geschehen? die grenze schliessen und den felber dichtmachen? und auch bei uns fahren sehr viele aus den tälern nach lienz zum arbeiten und alle die das tun müssen, sind froh dass die gut ausgebauten b 100 und b 108 so sind wie sie sind ....

     
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