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Wehrpflicht: SPÖ für Modell „6+2“ Monate

Um die Miliz zu stärken, sollen die verpflichtenden zweimonatigen Übungen wieder eingeführt werden. 

Die SPÖ plädiert in der Debatte um die Verlängerung der Wehrpflicht für einen „Plan der Mitte“. Von drei Parteien würden sich „zwei einander mit Maximalforderungen“ gegenüberstehen, hieß es seitens der SPÖ mit Blick auf ÖVP und NEOS zur APA. Sie schlägt nun vor, den Wehrdienst nicht zu verlängern, sondern zu „attraktivieren“. Um die Miliz zu stärken, sollen die verpflichtenden zweimonatigen Übungen wieder eingeführt werden. Die ÖVP begrüßte die Bewegung in der Debatte.

Man habe „monatelang intensiv und konstruktiv verhandelt“, sagte SPÖ-Wehrsprecher Robert Laimer in einem Statement zur APA. „Dennoch kommen wir aktuell nicht weiter.“ Die Regierung habe aber in der Vergangenheit bewiesen, im Stande zu sein, „Lösungen zu liefern“, so der SPÖ-Abgeordnete. In diesem Sinn unternehme die SPÖ nun einen „Lösungsversuch“.

Die Wehrdienstkommission hatte Mitte Jänner ihren Bericht präsentiert und sich darin für eine Verlängerung von derzeit sechs Monaten Präsenzdienst auf acht Monate plus zwei Monate Übungen ausgesprochen. Analog soll dem Vorschlag zufolge auch der Zivildienst ausgeweitet werden - und zwar von derzeit neun auf zwölf Monate. Die ÖVP und deren Verteidigungsministerin Klaudia Tanner unterstützen diese Ideen, die NEOS gaben sich verhalten, die SPÖ reagierte auf die Pläne skeptisch, aber diskussionsbereit. Bis heute gibt es keine Einigung.

SPÖ: Wehrdienst „attraktivieren“ und Miliz stärken

Die SPÖ schlägt nun vor, den Wehrdienst zu attraktivieren und die Miliz zu stärken und spricht von einem „6+2“-Modell. „Eine Verlängerung bringt noch keine Verbesserung. Sie wäre ein harter Einschnitt in das Leben österreichischer Familien und hätte weitreichende Auswirkungen auf Ausbildung, Arbeit und Wirtschaft“, hieß es zur APA. „Daher soll der Wehrdienst nicht verlängert, sondern attraktiver und qualitätsvoller werden.“ Gewonnene Qualifikationen sollten für das spätere Leben anrechenbar sein.

Um die Miliz zu stärken, sollen laut SPÖ-Vorstellung die verpflichtenden zweimonatigen Übungen wieder eingeführt werden. „Denn nur wer regelmäßig übt, erhält seine Fähigkeiten.“ Die Arbeitnehmer sollen dabei „rechtlich voll abgesichert sein“.

Bei Zivildienst für „9+2“-Modell

Beim Zivildienst schlägt die SPÖ ein Modell „9+2“ Monate vor. „Egal ob Gesundheit, Bildung oder Soziales: Zivildiener halten unser System am Laufen“, so die SPÖ. Man wolle den Zivildienst nicht unattraktiver machen, „sondern sein Potenzial besser nutzen“. Zivildiener sollen ebenfalls für bis zu zwei Monate verpflichtende Übungen machen, „um den Zivilschutz im Krisenfall zu stärken“. Die SPÖ plädiert hier etwa für Krisenschutz-Übungen und Schulungen.

Hervorgestrichen wird seitens der SPÖ die Neutralität: „Österreich war, ist und bleibt ein neutrales Land. Wir setzen auf Diplomatie, internationale Zusammenarbeit und Konfliktprävention, um unser Land zu schützen.“

ÖVP sieht Karten endlich auf dem Tisch

ÖVP-Wehrsprecher Friedrich Ofenauer begrüßte in einer Aussendung, „dass die SPÖ in der Wehrdienst-Debatte nun endlich ihre Karten auf den Tisch gelegt hat“. Seit Monaten warte man darauf, dass die Sozialdemokratie sich inhaltlich deklariere. Das sei immerhin nun geschehen. Die Volkspartei appellierte aber weiter an alle Parteien, beim Wehrdienst dem Rat der Experten zu folgen. „Es ist jetzt nicht die Zeit für Experimente, sondern für eine Lösung, die der Sicherheit unseres Landes dient“, so Ofenauer.

FPÖ-Wehrsprecher Volker Reifenberger bezeichnete die aktuellen Vorschläge der SPÖ zur Wehrdienstreform als nicht zielführend. Er kritisierte, dass die Bundesregierung seit der Empfehlung der Wehrdienstkommission für das Modell „Österreich plus“ im Jänner seit Monaten unfähig sei, eine Entscheidung zu treffen. „Dieses Zaudern ist angesichts der Sicherheitslage in Europa nicht nachvollziehbar“, erklärte Reifenberger.

Zuletzt war der Ruf nach einer baldigen Entscheidung lauter geworden. Wie „Kurier“ und „Oberösterreichische Nachrichten“ am Samstag berichteten, will die Plattform „Wehrhaftes Österreich“ bei einem für heute, Montag, angekündigten Termin auf eine Entscheidung drängen. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) verwies am Samstag in den „Salzburger Nachrichten“ auf den „parlamentarischen Prozess“ - sie frage sich, „wann er endlich fertig ist“.

8 Postings

lia
vor 6 Tagen

die politrucks haben keine bedenken, die jungen zu verheizen. mich wundert, dass man noch vor der ultimativen bombe zurückschreckt.

 
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Outlandla
vor 7 Tagen

“ Dem Teufel zu schlecht!“

Dieser Vorschlag spiegelt den Gesamtzustand, die politisch Führungsleistung und das verzweifelte Wählerringen dieser ehemaligen, sozialdemokratischen Partei wider. Ein weiteres Beispiel von vielen, dass die SPÖ nicht länger Regierungsfähig ist. Als Volksvertreter hat eine demokratisch gewählte Partei, Entscheidungen im Sinne des Staates, sprich der Bevölkerung zu treffen und nicht einen "Mittelweg" zu suchen um evtl. die Befürworter und die Gegner gleichermaßen, halbwegs gewogen zu stimmen. Ich spreche mich hier weder für, noch gegen eine Verlängerung der Wehrpflicht aus (sowohl ich meine klare Meinung habe), aber das was die SPÖ hier vorschlägt ist einer Regierungspartei nicht würdig. Ich bedauere dieser mittlerweile unwählbaren Partei in der Vergangenheit meine Stimme gegeben zu haben!

 
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    arlingriese
    vor 7 Tagen

    … kann @outlanla nur voll recht geben. auch ich bedauere meine stimme(n) für die spö, kommt sicher nicht mehr vor!!

     
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    griasenk
    vor 6 Tagen

    "Als Volksvertreter hat eine demokratisch gewählte Partei, Entscheidungen im Sinne des Staates, sprich der Bevölkerung, zu treffen und nicht einen "Mittelweg" zu suchen, um evtl. die Befürworter und die Gegner gleichermaßen halbwegs gewogen zu stimmen." Wahre Worte!!! Meiner Meinung nach wird gar nichts mehr für das Volk entschieden, und ich würde dabei keine Partei auslassen. Griasenk

     
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    heli52
    vor 6 Tagen

    Einer Regierungspartei vorwerfen, dass sie nach Kompromissen sucht (obwohl ich von dem SPÖ-Vorschlag und überhaupt von der jetzigen SPÖ-Führung nicht viel halte), aber selbst seine Meinung nicht zu sagen. ist heute leider weit verbreitete Verhaltensweise der Österreicher .....

     
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    andreas.klotz
    vor 6 Tagen

    Das ist ein Vorschlag und regt eine Debatte an , genauso funktioniert Demokratie, sie haben aber genug Zeit, um das im Koalitionsausschuss auszuhandeln, die Zeit der Debatten ist jetzt vorbei . In diesem Fall sollten ein Kanzler und das Verteidigungsministerium den Weg vorgeben , vorausschauend und nicht unbedingt auf Wählerstimmen achten. Das ist nämlich das größte Problem, dass jede Regierung nur kurz handlungsfähig ist, da schon die nächste Landtagswahl , Europawahl oder Nationalrat ansteht . Österreich hat ja nicht gerade wenige Militärexperten, die europaweit auf sich aufmerksam machen , Expertise müsste vorhanden sein . Hier muss die ÖVP den Weg innerhalb der Koalition vorgeben , das ist ihr Ministerium. Das sich die Weltpolitik ändert weiss man nicht erst seit dem Ukraine Krieg , Experten sagen das seit 20 Jahren , die letzten Jahre wurde nur ein Gang höher geschaltet .

     
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Bergkristall
vor einer Woche

Ich hatte selbst die Milizübungen, meiner Meinung kann man dieses zusätzliche Steuergeld besser einsetzen.

 
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griasenk
vor einer Woche

Das SPÖ-Modell zielt auf eine rein quantitative Erhöhung der Truppenstärke ab, ignoriert dabei jedoch drei zentrale strukturelle und betriebswirtschaftliche Friktionen: Defizitäre Besoldung: Die Vergütung von Rekruten und Reservisten liegt drastisch unter dem zivilen Marktniveau. Dies führt zu massiven individuellen Opportunitätskosten und volkswirtschaftlichen Ineffizienzen durch die temporäre Entziehung von Fachkräften. Demografischer Leistungsabfall: Das Festhalten an älter werdenden Reservisten kollidiert mit der sinkenden physischen Belastbarkeit. Dies mindert die reale Einsatzbereitschaft für körperlich fordernde Szenarien. Führungsineffizienz: Diskontinuierliche, tageweise Diensteinteilungen sabotieren psychologische Teambildungsprozesse. Vorgesetzte müssen fragmentierte Gruppen ohne etabliertes Vertrauen führen, was den Ausbildungs-Overhead massiv erhöht und den operativen Output senkt. Fazit: Ohne eine marktgerechte Entlohnung, altersdifferenzierte Einsatzprofile und moderne Führungskonzepte für temporäre Teams wird das Modell an diesen Reibungsverlusten scheitern. Griasenk

 
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