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Steht der Wintersport bis zum Jahr 2100 vor dem Aus?

Tauernwetter prognostiziert Anstieg der Schneefallgrenze in Kärnten und Osttirol um fast 900 Meter.

Gerade erst hat der meteorologische Sommer begonnen und über Schnee und Kälte wollen sich im Moment wohl die wenigsten Gedanken machen. Dennoch erläutert David Kaufmann von tauernwetter.at anhand einer aktuellen Datenanalyse, dass die Schneefallgrenze in Kärnten und Osttirol bis zum Jahr 2100 um fast 900 Meter ansteigen könnte.

Derzeit fallen im Kernwinter, also in den Monaten von Dezember bis Februar, oberhalb von rund 1.290 Metern mindestens 80 Prozent des Niederschlags als Schnee. Ohne wirksamen Klimaschutz könnte sich diese Grenze bis zum Ende des Jahrhunderts allerdings auf etwa 2.170 Meter verschieben, so die These von Kaufmann, was konkrete Auswirkungen für die heimischen Skigebiete zur Folge hätte.

Drohendes Ende für Skipisten unter 1.600 Metern

Wie Kaufmann ausführt, drohe Skigebieten, deren Pisten überwiegend unterhalb von etwa 1.600 Metern liegen, im ungünstigsten Szenario bis 2100 das Aus. Selbst mit intensiver künstlicher Beschneiung sei dort kein verlässlicher Skibetrieb mehr möglich, da die Kaltfenster für die entscheidende Grundbeschneiung vor Weihnachten zu selten werden. Es sei davon auszugehen, dass im Tal die Zahl der thermisch nutzbaren Beschneiungstage im November und Dezember von heute 40 auf nur noch 16 Tage sinke.

Auch in der Vergangenheit hatten Skigebiete immer wieder mit schneearmen und warmen Wintermonaten zu kämpfen. Dennoch gilt der Skibetrieb laut Kaufmann bis 2050 als gesichert, wenngleich für Talabfahrten der Beschneiungsaufwand deutlich steigt. Archivbild vom Dezember 2025: Dolomitenstadt

Zwischen 1.600 und 2.300 Metern geht Kaufmann davon aus, dass der Skibetrieb physikalisch möglich bleibt, den Bergbahnen aber einen deutlich höheren Beschneiungsaufwand abverlangt. In diesem Höhenbereich befinden sich nahezu alle Bergstationen der größeren Osttiroler Skigebiete, wohingegen die Talstationen in den meisten Fällen unter 1.600 Metern liegen. Verlässlich gesichert bleibe der Skibetrieb ohne Klimaschutz künftig erst oberhalb von rund 2.300 Metern.

Höhenlagen Osttiroler Skigebiete

  • Zettersfeld: ca. 728 Meter bis ca. 2.278 Meter
  • Thurntaler: ca. 1.100 Meter bis ca. 2.407 Meter
  • St. Jakob im Defereggen, Brunnalm: ca. 1.400 Meter bis ca. 2.683 Meter
  • Kals-Matrei: ca. 933 Meter bis ca. 2.426 Meter
  • Obertilliach: ca. 1430 Meter bis ca. 2.248 Meter

Auch der Naturschnee als wichtiger Rückhalt schwinde in tieferen Lagen rapide: Die Zahl der Tage mit einer natürlichen Schneedecke im Tal gehe von heute durchschnittlich 134 Tagen auf 91 (mit Klimaschutz) oder sogar nur noch 53 Tage (ohne Klimaschutz) bis 2100 zurück.

Entspannung durch Klimaschutz

Mit konsequentem Klimaschutz entspanne sich das Bild für den heimischen Tourismus allerdings deutlich, da in diesem Fall eine künstliche Bescheiung bereits oberhalb von 1.750 Metern gut möglich bleibe.

Jedenfalls Entwarnung gibt Kaufmann für die nahe Zukunft bis 2050: Zwar seien die klimatischen Veränderungen bis dahin nicht mehr aufzuhalten, doch bleiben die Kaltfenster in allen Höhenlagen vorerst ausreichend. Der entscheidende Bruch für die Rentabilität der Skigebiete wird zwischen 2050 und 2100 erwartet.

7 Postings

Danny
vor einem Monat

Wer von Euch lebt dann noch um das jetzt zu beurteilen????

 
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Laurel
vor einem Monat

… es gibt viele Szenarien, wenn man denen glaubt … Pessimismus hat uns noch nie gut getan

 
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oberlandere
vor 2 Monaten

Und in Sillian will man immer noch an der Skischaukel festhalten. Fehlender Niedeschlag in Form von Schnee und lange Trockenperioden werden nun mal häufiger. Aber wir leben ja im Hier und Jetzt. Die nachfolgenden Generationen interessieren uns nicht.

 
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Koal
vor 2 Monaten

In Lienz ist der Wintersport schon jetzt AUS ! - Dank der "grandiosen" Führung des Betriebes LBB !

 
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    isnitwahr
    vor 2 Monaten

    ...wäre mir heuer am Zettersfeld nicht aufgefallen, Parkplätze voll und auf den Pisten auch nicht wenig los.

     
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Wunu
vor 2 Monaten

Meiner Meinung nach ist das alles noch zu optimistisch. Ich glaube die Berechnungen basieren auf (Satistischen) Mittelwerten die von Klimamodellen hochgerechnet werden. Besonders Schneearme Winter mit milden Temperaturen in denen Beschneien fast nicht möglich ist haben wir bereits jetzt alle miterleben dürfen. Auch die Konsequenzen wie das aus für den WC in Lienz oder die aktuell e Trockenheit samt massiver Absenkung der Grundwasserpegel haben wir schon öfter zu spüren bekommen.

Zusätzlich steigt die Temperatur in Europa deutlich schneller als im Weltmittel. So sind wir bereits jetzt über den Klimagrenzwerten. Auch glaube ich das die CO²-Reduktion und Maßnahmen zur Eindämmung bis jetzt von der Politik eher halbherzig vorangetrieben wird. Daher glaube ich das sich die Spirale eine Zeit lang noch schneller drehen wird. Klimaforscher geben an das Co² ( 50% mehrere Jahrzehnte, 20-30% mehrere Jahrhunderte und ein kleiner Teil von 10-20% sogar mehrere Jahrtausende) sehr, sehr lange in der Atmosphäre bleiben. Die Zahlen werden auf Grund unseres Handelns also noch deutlich ansteigen und wir ja jetzt schon die Auswirkungen weltweit spüren. Selbst wenn wir ab Montag Weltweit auf 0%-CO² gehen würden, bleiben die Auswirkungen noch mehrere Jahrhunderte so wie sie jetzt sind.

Long Story short: Ich glaube das das Aus für Wintersport bie uns in Osttirol schon DEUTLICH früher kommt. Beschneiung wird untrentabel, Liftpreise werden dadurch explodieren und Keiner will schiefahren gehen wenn es nur noch ein schmales Band mit Schnee gibt. Vielleicht können wir anstelle vom Wintersport am Tristacher See eine Winterbadesaison einführen. Eisbaden ist ja eh' grad groß in Mode... 💯 🚡

 
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    wolf_C
    vor 2 Monaten

    ... wahrscheinlich haben Sie ein gutes Gespür; verhältnismässig war in der Vergangenheit die Gletscherschmelze viel langsamer eingeschätzt, von der Wasserabnahme überall in Mitteleuropa war bis vor einigen Jahren nicht einmal die Rede; Klimaschutz ist hier nach wie vor im Bewußtsein kaum vorhanden. Der Autohandel boomt, der Autoverkehr wird gefördert als gäbe es kein morgen, der Autostrassenbau ist nirgendwo eingeschränkt, und es wird gewidmet was nur geht. Und dies auf Kosten der Gemeinschaft und der Finanzen. Dafür wird hintennach über Spritpreis und Energiekosten gejammert, die Politik zuckt hilflos mit den Achseln, und kassiert.

     
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