„Innerhalb von 10 Jahren sind die Wohnkosten in Österreich im Schnitt um 35 % gestiegen. Dabei war das Plus bei Mietwohnungen mit knapp 40 % am höchsten. Ein-Eltern-Haushalte sowie Menschen mit Behinderungen fühlen sich durch die Wohnkosten am stärksten belastet – sie leben auch überdurchschnittlich häufig in Mietverhältnissen“, so Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria, anlässlich der Präsentation der Publikation „Wohnen 2025“.
Ausgewogenes Verhältnis zwischen Miete und Eigentum
Etwas weniger als die Hälfte der österreichischen Haushalte lebte 2025 in Eigentum (47,3 %), wobei der Großteil (35,5 %) auf Hauseigentum entfällt und ein geringerer Anteil (11,8 %) auf Wohnungseigentum. Etwas weniger Haushalte 43,1 % lebten zur (Haupt-) Miete. Dabei war die private Hauptmiete mit 19,5 % am häufigsten, gefolgt von Genossenschaftswohnungen (17,0 %) und Gemeindewohnungen (6,5 %). Die restlichen Hauptwohnsitzwohnungen (9,7 %) entfielen auf sonstige Rechtsverhältnisse wie unentgeltliche Wohnverhältnisse, Untermiete oder Dienstwohnungen.
2025 waren 50 % aller privaten Hauptmietverhältnisse befristet. Im Durchschnitt betrug die Vertragsdauer 7 Jahre. Befristungen sind in Genossenschaftswohnungen mit 4,9 % bzw. in Gemeindewohnungen mit 3,8 % weitaus seltener. Auch die Vertragsdauer ist mit 12,4 bzw. 16,7 Jahren in diesen Mietverhältnissen deutlich länger.
Durchschnittliche Miete inklusive Betriebskosten lag 2025 bei 10,2 Euro pro Quadratmeter
Die durchschnittlichen Wohnkosten in Hauptmietwohnungen haben sich im Jahr 2025 über der Marke von 10 Euro pro Quadratmeter etabliert und liegen nun bei 10,2 Euro pro Quadratmeter inklusive Betriebskosten. Während ältere Mietverträge mit einer Dauer von 30 Jahren und mehr traditionell günstiger sind (6,5 Euro/m²), muss für Mietverträge mit einer Dauer von unter 2 Jahren 12,4 Euro pro Quadratmeter bezahlt werden.

9 von 10 Ein-Eltern-Haushalte von Wohnkosten (stark) belastet
Betrachtet man die gesamten Wohnkosten für Miete und Eigentum, sind diese in den vergangenen 10 Jahren laut EU-SILC um rund 35 % gestiegen. Besonders stark fiel der Anstieg bei Mietverhältnissen aus, die mit knapp 40 % überdurchschnittlich zulegten. Der Anteil der Wohnkosten am verfügbaren Haushaltseinkommen insgesamt blieb aber weitgehend stabil – 2025 mussten die Haushalte in Österreich im Mittel 15 % des Haushaltseinkommens für das Wohnen reservieren (2015: 16 %).
Besonders Ein-Eltern-Haushalte und alleinlebende Frauen wenden einen überdurchschnittlich hohen Anteil ihres Einkommens für das Wohnen auf (29 % bzw. 28 %). Rund 80 % der Ein-Eltern-Haushalte bestehen dabei aus einer Mutter-Kind-Konstellation.
Auch in der subjektiven Einschätzung zeigt sich deutlich: Ein-Eltern-Haushalte fühlen sich im Vergleich aller Haushaltstypen am stärksten durch Wohnkosten belastet – mehr als die Hälfte berichtete 2025 von einer starken Belastung, weitere 37 % von einer gewissen Belastung.
Ein wesentlicher Faktor dafür ist die Wohnsituation: Laut Mikrozensus wohnen Alleinlebende über alle Altersgruppen hinweg überwiegend zur Miete. Da vor allem Mütter mit Kindern häufiger in Mietwohnungen leben (54,0 %) als Väter mit Kindern (38,6 %), und Mietwohnungen im Durchschnitt mit höheren Wohnkosten verbunden sind, trägt dies wesentlich zur stärkeren Belastung dieser Gruppe bei.
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