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Nur mehr rund 30 Luchse in ganz Österreich

WWF warnt: Ohne rasche Gegenmaßnahmen droht hierzulande der dauerhafte Verlust des Luchses.

Laut Monitoring-Daten ist der Bestand der Luchse in Österreich auf rund 30 Tiere gesunken. Zudem verdeutlicht der aktuelle Fauna-Flora-Habitat-Bericht (FFH-Bericht) an die EU-Kommission, dass sich auch die bislang größte Tierpopulation im Mühl- und Waldviertel gegenüber der vorherigen Berichtsperiode verschlechtert hat.

Der Luchs gilt in Österreich als akut gefährdet. Besonders besorgniserregend sei die Entwicklung im Mühl- und Waldviertel, wo sich die bislang größte heimische Teilpopulation verschlechtert hat. Foto: H. Glader/4nature

„Ohne rasche Gegenmaßnahmen droht Österreich, den Luchs binnen weniger Jahre regional dauerhaft zu verlieren. Wir müssen die verbleibenden Bestände stützen, Lebensräume besser vernetzen und Wildtierkriminalität konsequent bekämpfen“, sagt WWF-Expertin Magdalena Erich.

Kalkalpen droht Verlust des Luchses

Im Nationalpark Kalkalpen zeige sich die dramatische Lage besonders deutlich: Von vier nachgewiesenen Tieren ist nur der dreijährige Luchs Janus noch jung, während drei Luchse bereits ein sehr hohes Alter von 12 bis 14 Jahren erreicht haben. Da Luchse in freier Wildbahn maximal etwa 17 Jahre alt werden, droht dieser Bestand in absehbarer Zeit zu verschwinden, warnt der WWF.

Dabei bieten gerade die Kalkalpen eine große Chance für den Fortbestand der Art. Voraussetzung ist jedoch, dass die kleinen Vorkommen gefördert und bestehende, hochwertige Lebensräume nicht weiter zerschnitten werden. Andernfalls droht der Bestand in den Kalkalpen in den kommenden Jahren zu verschwinden.

Fehlender Austausch zwischen Populationen

Nach ihrer Ausrottung wurden Luchse seit den 1970er-Jahren wiederangesiedelt. In den vergangenen Jahren ist ihr Bestand jedoch wieder gesunken, zuletzt auf nur mehr rund 30 Tiere. Zusätzlich verschärft die vollständige Isolation der wenigen verbliebenen Tiere in drei voneinander getrennten Populationen die Situation.

„Durch Straßenbau und andere Infrastrukturprojekte werden Lebensräume zerschnitten. Der Austausch zwischen den Beständen bleibt aus, wodurch genetische Verarmung und Inzucht zu einem immer größeren Problem werden“, sagt Erich. Zusätzlich bedrohe illegale Verfolgung den Fortbestand der Art.

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