Der Osttiroler Autor Oswald Blassnig hat beim diesjährigen Literaturwettbewerb des Schwazer Silbersommers den zweiten Platz erreicht. Unter insgesamt 53 Einsendungen zum Thema „Spuren der Natur“ überzeugte sein Text mit einer ungewöhnlichen Perspektive: Die Natur selbst wird zur Adressatin eines Mahnschreibens.
Blassnigs Beitrag mit dem Titel „1. Mahnschreiben“ arbeitet mit einer ebenso einfachen wie wirkungsvollen Idee. In Form eines formal anmutenden Schreibens werden der Natur drei Vorwürfe gemacht: Sie entziehe sich dem Gespräch, sie wiederhole sich, und sie sei unfähig, aus ihrer eigenen Logik auszubrechen. Die Argumentation ist bewusst zugespitzt und mit Beispielen unterlegt – bis die Pointe die Blickrichtung kippen lässt: „Ohne dich kann ich nicht leben.“

Der Literaturwettbewerb ist fixer Bestandteil des Schwazer Silbersommers und wird vom Verein Pölzbühne organisiert. Teilnahmeberechtigt sind Autorinnen und Autoren aus Tirol, die ihre Texte anonym einreichen. Eine Jury aus Vertreterinnen und Vertretern von Literaturinstitutionen sowie Journalistinnen und Journalisten bewertet die Beiträge. Die Preisverleihung fand am 9. Juni im Rabalderhaus in Schwaz statt, wo auch die prämierten Texte gelesen wurden.
Blassnigs Erfolg reiht sich in eine kontinuierliche literarische Arbeit ein, die sich oft an gesellschaftlichen und existenziellen Fragestellungen abarbeitet – in diesem Fall im Spannungsfeld zwischen Mensch und Natur.
Ein weiterer Termin steht bereits fest: Am 27. Oktober 2026 präsentiert Oswald Blassnig in Wien sein „Gebetbuch“. Mit dabei sind Verlagsleiter Thomas Cubasch sowie der Theologe Paul M. Zulehner, der das Vorwort verfasst hat.
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