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Wo Österreich spart zeigt die „Kürzungslandkarte“

Das Momentum Institut hat ein Watchdog-Projekt gestartet, das direkte Betroffenheit statt abstrakter Zahlen zeigt.

Als „unabhängiges, datenjournalistisches Watchdog-Projekt“ bezeichnet das Momentum Institut ein bemerkenswertes digitales Experiment. Der gewerkschaftsnahe Thinktank hat eine interaktive „Kürzungslandkarte“ entwickelt und online gestellt. Organisationen, Projekte, Beschäftigte und Betroffene sind eingeladen, offen oder anonym zu melden, wenn sie von aktuellen Budgetkürzungen betroffen sind.

„Österreich spart, doch über die Folgen wird meist nur abstrakt gesprochen. Während Bund, Länder und Gemeinden ihre Budgets kürzen, verlieren soziale Einrichtungen Personal, reduzieren Öffnungszeiten oder müssen ganze Projekte einstellen. Die Kürzungslandkarte Österreich macht diese vielen, oft kaum sichtbaren Einschnitte erstmals an einem zentralen Ort sichtbar“, erklärt das Institut in einer Aussendung.

Bisher dokumentiert die Landkarte 134 Kürzungen in allen neun Bundesländern. Osttirol ist bei den Einträgen noch nicht vertreten, das könnte sich nach diesem Beitrag aber ändern.

Den eingegangenen Angaben zufolge sind mindestens 211.971 Klient:innen und 7.291 Beschäftigte betroffen. Das bisher erfasste Kürzungsvolumen beträgt bislang bereits rund 21 Millionen Euro. Weil zahlreiche Meldungen keine vollständigen Betroffenenzahlen enthalten, liege das tatsächliche Ausmaß voraussichtlich deutlich höher, sagen die Expert:innen bei Momentum.

„Was in Budgetpapieren wie eine kleine Einsparung erscheinen mag, bedeutet vor Ort weniger Beratung, längere Wartezeiten und mehr Belastung für Beschäftigte. Die Kürzungslandkarte macht sichtbar, was in Budgettabellen verborgen bleibt“, erläutert Barbara Blaha, Leiterin des Momentum Instituts.

Von der einzelnen Kürzung zum Gesamtbild

Gemeldet werden bisher Kürzungen unter anderem aus der Kinder- und Jugendhilfe, psychosozialen Angeboten, der Integrationsarbeit, der Wohnungslosenhilfe und arbeitsmarktpolitischen Projekten.

Besonders häufig geht es um Personalabbau, Stundenreduktionen und gekürzte Budgets. Die Karte lässt sich nach Bundesland, Sektor und Kürzungsart filtern. Jeder Punkt auf der Karte steht für eine gemeldete Kürzung.

Damit das Watchdog-Projekt weiter wächst und immer präziser wird, sind alle Betroffenen aber auch Expert:innen eingeladen, an der Kürzungslandkarte mitzuarbeiten. Alle Meldungen werden vertraulich behandelt.

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