Ein Großteil der Österreicher:innen befindet sich nicht im empfohlenen FSME-Impfschema. Insbesondere Menschen in Vorarlberg und Tirol sind verhältnismäßig seltener geimpft als Personen in anderen Bundesländern. Auch zwischen den Altersgruppen gibt es Unterschiede: Die mittlere Alterskohorte ist nach derzeitigem Stand am besten geschützt, die der Kinder und Jugendlichen am schlechtesten.

Parallel dazu steigt die Anzahl der mit FSME hospitalisierten Personen seit einigen Jahren an. Gründe dafür könnten sowohl die gesunkene Durchimpfungsrate als auch ein gestiegenes Infektionsrisiko sein.
Vorarlberg: mehr als ein Drittel ohne Impfung
Laut einer aktuellen Umfrage des Marktforschungsunternehmens „Ipsos“ sind 35 Prozent der Vorarlberger:innen und 28 Prozent der Tiroler:innen nicht gegen FSME geimpft. „Das könnte historische Gründe haben“, vermutet Rainer Gattringer, Leiter des Instituts für Hygiene und Mikrobiologie, Infektiologie und Tropenmedizin am Klinikum Wels-Grieskirchen.
„Lange sind diese Bundesländer von FSME verhältnismäßig wenig betroffen gewesen. Das stimmt seit einigen Jahren nicht mehr, scheint sich aber noch nicht in der Impfquote niedergeschlagen zu haben.“
Regelmäßige Auffrischungsimpfungen
„Wirklich gut geschützt ist man dann, wenn die Grundimmunisierung absolviert ist und alle fünf beziehungsweise ab 60 alle drei Jahre eine Auffrischung gemacht wird“, erläutert der Infektiologe.
Laut Umfrage trifft das auf einen Großteil der Österreicher:innen nicht zu. Von den Kindern und Jugendlichen bis 15 Jahre ist ein Viertel überhaupt nicht geimpft und etwa die Hälfte nicht im richtigen Impfschema. Bei den Personen über 60 sind 30 Prozent im korrekten Schema, 23 Prozent überhaupt nicht geimpft und der Rest unvollständig.
Im internationalen Vergleich schneide Österreich bei der FSME-Impfung zwar gut ab, im Hinblick auf die seit 2018 wieder steigenden Hospitalisierungszahlen gebe es aber „viel Luft nach oben“, so Gattringer.
Keine Postings
Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren