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LH-Konferenz brachte nicht den großen Wurf

Unter dem Vorsitz von Anton Mattle forderten die Länder mehr Geld und Mitsprache. Vorarlberg übernimmt.

Zu Beginn des Jahres hatte Tirol unter Landeshauptmann Anton Mattle turnusgemäß den Vorsitz der Landeshauptleute-Konferenz übernommen, um unter dem Motto „Bergauf für Österreich“ die vom Bund ausgerufene „Reformpartnerschaft“ voranzutreiben. Durch diese soll bis Ende des Jahres eine größere Verwaltungs- und Föderalismusreform auf den Weg gebracht werden.

Am Donnerstagabend wurde die LH-Konferenz mit einem Landesüblichen Empfang eröffnet, von links: Wilfried Haslauer (Salzburg, LH außer Dienst), Peter Kaiser (Kärnten, LH außer Dienst), Thomas Stelzer (Oberösterreich), Daniel Fellner (Kärnten), Michael Ludwig (Wien), Karoline Edtstadler (Salzburg), Anton Mattle (Tirol), Johanna Mikl-Leitner (Niederösterreich), Mario Kunasek (Steiermark) und Markus Wallner (Vorarlberg). Foto: Land Tirol/Sedlak

Vergangenen Freitag ist nun die Landeshauptleutekonferenz in Tirol zu Ende gegangen. Das Ergebnis: Es wurde eine „gemeinsame Länderposition“ entwickelt, die jedoch keine großen Überraschungen brachte. Man habe „eine Verhandlungslinie erarbeitet, ohne uns mit dieser Linie einzuzementieren“, sagte Anton Mattle (ÖVP) bei einer Pressekonferenz.

Gesundheit: Forderungen „zur Kenntnis genommen“

Im Bereich der Gesundheit habe man das Positionspapier der Gesundheitslandesräte „zur Kenntnis genommen“ und werde es bei künftigen Verhandlungen miteinbeziehen. Die Gesundheitsreferenten forderten unter anderem die Zusammenführung von Finanzierung und Verantwortung, eine gemeinsame Risikotragung, eine solidarische Finanzierung des medizinischen Fortschritts oder eine verbindliche Patientenlenkung. Neu ist in dem Papier, dass die Länder die Verantwortung für die niedergelassenen Fachärzte wollen und dafür Geld einfordern.

Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) erneuerte indes seinen Vorschlag, beim strittigen Thema Gastpatienten in „Gesundheitsregionen“ zu denken. Auch er plädierte indes für ein „einheitliches System“ und einen „Topf“, in den alle Beteiligten einzahlen. Die dahin gehenden Beratungen seien aber noch nicht abgeschlossen. Ludwig glaubte jedenfalls, dass in Summe bei der Gesundheit ein „großer Wurf“ möglich sei. Der Bürgermeister und Landeshauptmann sprach von einer „guten Verhandlungsgrundlage“.

„Schritt zurück, nichts Neues“

Strenger mit der LH-Konferenz ins Gericht gehen dagegen die Tiroler Grünen, die sich durch eine Analyse von Peter Filzmaier bestätigt sehen: Er habe im Ö1-Morgenjournal von Samstag von einem „fatalen Signal“ gesprochen. Gesundheit sei das meistdiskutierte Thema in der Bevölkerung. „Es braucht Vorschläge an den Bund. Bei dieser Landeshauptleutekonferenz ist nichts rausgekommen. Es war eher ein Schritt zurück. Es wurde nichts Neues vermittelt, wo man weitergekommen ist“, wird Filzmaier in einer Aussendung der Grünen zitiert.

Aus Sicht der Grünen Gesundheitssprecherin Petra Wohlfahrtstätter drohe somit eine halbherzige Reform, die zu wenig sei, um das fragmentierte und über die Jahre immer komplexer gewordene System auf neue Beine zu stellen.

Bildung: Landeschefs wollen mehr Kompetenzen

Bei der Bildung wollen die Landeschefs offenbar zusätzliche Kompetenzen. Denn man bekenne sich dazu, das gesamte pädagogische und auch weiteres schulisches Personal im Rahmen der mittelbaren Bundesverwaltung „einheitlich zu steuern“, erklärte Mattle. Die Bildung sollte im Rahmen der mittelbaren Bundesverwaltung gestaltet und die Bildungsdirektionen damit in die Landesverwaltung eingegliedert werden. Derzeit sind diese gemischte Bund/Länder-Behörden.

Bei der Elementarpädagogik stehe man für „österreichweit gleiche Standards“. Man brauche dafür aber eine „geordnete Finanzierung“: „Wer Standards definiert, muss für die finanziellen Ressourcen sorgen“, richtete der derzeitige Vorsitzende der Landeshauptleutekonferenz der Bundesregierung aus.

Energie, Verwaltung, Verfassung

Neben Gesundheit und Bildung wurden noch die Themen Energie und Verwaltung und Verfassung als „Verhandlungslinien“ für die Reformpartnerschaft - außerhalb der regulären Tagesordnung - beschlossen. In dem fünfseitigen Papier wurde ein erstes, im Rahmen der „Reformpartnerschaft“ ausgearbeitetes „Kompetenzbereinigungspaket“ begrüßt, das eine „nachvollziehbare und bürgernahe Kompetenzverteilung“ zum Ziel hat.

Zudem sprach man sich für eine „Kompetenzentflechtung im Bereich des Elektrizitätswesens“ mit entsprechenden Zustimmungsrechten der Bundesländer aus.

Bundesregierung war nicht eingeladen

Sämtliche Forderungen wurden bei der LH-Konferenz jedoch nicht persönlich an Vertreter:innen der Bundesregierung gerichtet, nachdem keiner von ihnen eingeladen worden war. Nach der letzten LH-Konferenz Ende vergangenen Jahres in der Steiermark war es zu deutlichen atmosphärischen Störungen mit dem damals kurz anwesenden Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) gekommen.

Dieser hatte bei einer Diskussionsrunde unter anderem vom „skurrilsten Abend in seiner Amtszeit“ gesprochen, weil bei der LH-Konferenz „weniger verhandelt als gegessen und getrunken wird.“ Was folgte, war großteils Empörung unter den Landeschefs. Ob bei der nächsten Konferenz in Vorarlberg die Bundespolitik anwesend sein wird, ließ Wallner indes offen: „Das orientiert sich am Bedarf.“

Tiroler Neos: „ernüchterndes Ergebnis“

Die Tiroler Neos zeigen sich über die präsentierten Ergebnisse der LH-Konferenz enttäuscht: „Von den großen Ankündigungen im Jänner ist nicht mehr viel übriggeblieben. Nach einem halben Jahr schreiben die Landeshauptleute unter Mattles Führung wieder einen Wunschzettel mit schön klingenden Forderungen an den Bund, von einem echten Reformwillen ist wenig zu spüren. Das Motto lautet: Alles bleibt in den Ländern wie es ist, liefern soll nur der Bund, vor allem frisches Geld.“

6 Postings

Nichtwisser
vor 4 Wochen

Außer Spesen, nichts gewesen!

 
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Wunu
vor 4 Wochen

wen wundert's... Machterhalt um jeden Preis. Oder mit Sebastian's Worten: ...um jeden Preis. Übrigens schaut für mich der Mattle ein bisschen aus wie der Fred Clever von Clever und Smart. (Das soll keine Beleidigung sein - nur eine Feststellung! :-) ) Ich gönn ihnen ja die Macht. Und doch sollten sie endlich mal anfangen zu arbeiten und endlich Ergebnisse liefern. Das es einschneidende Veränderungen geben MUSS ist wohl allen, außer den Politiker:innen, klar. Sie sind ja gewählt um Entscheidungen zu treffen. Auch dann wenn sie nicht populär sind. Herausforderungfen aufschieben, aussitzen oder vertrauensvoll an die nächste Regierung weiterreichen verschlimmert naturgemäß die Situation weiter. Wenn ich unseren Politikern - vor allem der "Schwarzen Zunft" bei Interviews zuhöre bin ich überzeugt sie könnten jederzeit bei einem Shoppingkanal anfangen. Mit so vielen Worten um die eigentliche Frage herumeiern ohne etwas konkret zu sagen ist schon bemerkenswert. Im Gegensatz zu Mattle, der uns die eine oder andere saure Milch aus dem Kühlschank als heiß begehrte Delikatesse verkaufen will ist unser oberster Landwirt Mag. Totschnig am unteren ende der Scahumschläger-Leiter anzutreffen. Keiner mauert so einfältig und offensichtlich wie er. Schade das die Führung keine eigene Meinung zu Themen haben die uns berühren. Es geht nichts über die Parteilinie. Wie hat mal ein bekannter zu mir gesagt? Wenn du den Schwarzen eine Colaflasche hinstellst würden sie die auch wählen. Aber es ist leider auch bei den anderen Farben nicht viel anders... Könnt ihr bitte endlich mit dem Taktieren aufhören und wieder für die Menschen im Land da sein? Lieben Dank!

 
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wolfgangwien
vor 4 Wochen

Die Länder wollen wieder mal mehr Geld und mehr Einfluß.

Ich will, dass die Länder endlich abgeschafft werden.

Das passt leider nicht zusammen.

Die angezogenen Bremsen werden uns bleiben.

 
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    steuerzahler
    vor 4 Wochen

    Auf diese neun Fürsten samt ihrem Hofstaat können wir getrost verzichten. Dieser Luxusföderalismus ist längst aus dem Ruder gelaufen und verursacht enorme Kosten. Für Österreich reicht eine Bundesregierung, wobei auch dort gekürzt werden müsste. Aber Hauptsache bei den Pensionisten kürzen, bei den Ländern geht es in die andere Richtung.

     
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    Annalies
    vor 4 Wochen

    Ernüchterndes Ergebnis oder ein zu erwartendes Ergebnis, geschätzter Herr Sint. Weiter wie bisher und letztendlich ein Szenario, für das man keine Glaskugel benötigt. Föderalismusreform, das soll wohl der Witz des Tages sein! Die Fürsten der Finsternis (Strolz) sind genauso reformunwillig wie die Bürger. Man jammert, aber ändern will man nichts. Und weil's zur WM passt: Die Angst des Tormanns vorm Elfmeter ist der Angst des Politikers vor dem Wähler nicht unähnlich. Es wird knallen, aber nicht im Tor. Und statt Jubel wird's Katerstimmung geben.

     
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    Annalies
    vor 4 Wochen

    Föderalismusreform durch die Länder selbst ist wie die Frösche um Zustimmung fragen, wenn man einen Sumpf trockenlegen will.

     
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