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Neue invasive Arten erobern Tiroler Seen

Gebietsfremde Arten bleiben zunächst oft unauffällig, verändern aber unter Umständen heimische Lebensräume.

Pünktlich zum Start der Badesaison ruft das Land Tirol zu einem bewussten Umgang mit Seen und Uferbereichen auf. Diese sind nicht nur Naturräume für Erholung und Freizeit, sondern stellen auch den Lebensraum zahlreicher heimischer Tier- und Pflanzenarten dar.

Allerdings wurden in den vergangenen Jahren immer wieder invasive Arten, wie die Wandermuschel, der Galizische Sumpfkrebs und der Sonnenbarsch, nachgewiesen. Neu hinzugekommen sind das Australische Nadelkraut sowie der Amerikanische Sumpfkrebs.

Der Naturschutzbund erklärte den Signalkrebs im Jahr 2023 zum „Alien des Jahres“. Das ursprünglich aus Nordamerika stammende Tier ist Überträger der Krebspest, an der heimische Flusskrebsarten sterben. Foto: Naturschutzbund/Robert Patzner

Viele invasive Arten bleiben zunächst unauffällig, können sich jedoch rasch ausbreiten und heimische Lebensräume verändern. Unter Umständen drohen ökologische Schäden.

Besonders im Fokus der Aufmerksamkeit steht weiterhin die Quaggamuschel. Sie wurde zwar in Tirol bislang nicht festgestellt, breitet sich jedoch in Europa stark aus und kann Gewässerinfrastruktur sowie heimische Arten erheblich beeinträchtigen. In Österreich wurde sie erstmals 2016 von einem Taucher im Bodensee entdeckt. Mittlerweile ist sie im ganzen See verbreitet und bereitet Probleme, da sie etwa Trinkwasserleitungen verstopft. Nachweise der Art gibt es auch für Seen in Oberösterreich, Salzburg, Kärnten sowie in der Alten Donau.

Krebspest als Gefahr für heimische Flusskrebse

Der heimische Edelkrebs kommt nur noch in wenigen Tiroler Seen vor, unter anderem wurde er noch im Sommer 2023 bei einer Probennahme am Tristacher See nachgewiesen.

Allerdings ist der Edelkrebs durch verschiedene Einflüsse gefährdet: Dazu zählt die Krebspest, deren Auftreten im vergangenen Jahr im Achensee nachgewiesen wurde. Ausgelöst wird die Erkrankung durch einen aus Nordamerika stammenden pilzähnlichen Erreger, gegen den heimische Flusskrebse keine natürliche Immunabwehr besitzen. Für die betroffenen Tiere verläuft die Krankheit in der Regel tödlich. Für Menschen und Haustiere besteht hingegen keinerlei Gefahr. Auch die Wasserqualität der Tiroler Badegewässer wird durch die Krebspest nicht beeinträchtigt.

Verschleppung invasiver Arten vermeiden

Die Verschleppung invasiver Arten erfolgt oft unbemerkt über Ausrüstung und Freizeitgeräte. Deshalb sollte man Geräte, wie Boote, SUP-Boards und Kanus, nach der Nutzung stets gründlich reinigen und vollständig trocknen lassen. Auch Schwimmschuhe, Badesachen, Kescher und Wasserspielzeug sollten vor dem Wechsel in ein anderes Gewässer gesäubert werden. Zudem dürfen Tiere und Pflanzen aus Aquarien oder Gartenteichen niemals in der freien Natur ausgesetzt werden.

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