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Jakob Wolf wird neuer Tiroler Landtagspräsident

Sonja Ledl-Rossmann will zu neuen Ufern aufbrechen. Sebastian Kolland folgt Wolf als VP-Klubchef.

Die 51-jährige Sonja Ledl-Rossmann, seit 2018 Präsidentin des Tiroler Landtags, hatte am Sonntag ihren Polit-Abschied mit der nächsten Landtagssitzung am 1. Juli bekannt gegeben. Nach 18 Jahren in der Politik wolle sie sich wieder verstärkt ihrer Leidenschaft, dem Gesundheits- und Pflegebereich widmen, so die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin.

„Sonja Ledl-Rossmann hat ihr Amt als Präsidentin immer überparteilich, fair und besonnen ausgeübt, auch wenn die politischen Debatten oft hitzig wurden. Ich möchte mich bei ihr im Namen des Neos Landtagsklubs bedanken und wünsche Ihr alles Gute für ihre weitere Zukunft“, zollt Neos Klubobfrau Birgit Obermüller der ersten Präsidentin des Tiroler Landtages ihren Respekt.

Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann verlässt den Tiroler Landtag. Die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin war hoch geschätzt und will sich beruflich wieder dem Gesundheits- und Pflegebereich widmen. Foto: Expa/Groder

Auch Landtagsvizepräsidentin Elisabeth Blanik (SPÖ) streute Rosen: „Ich danke Sonja Ledl-Rossmann für die konstruktive, angenehme und stets wertschätzende Zusammenarbeit im Präsidium des Tiroler Landtags.“

Und der Landtagsklub der Grünen schreibt: „Bei allen unterschiedlichen politischen Positionen, etwa zum Fernpasstunnel: als erste Frau, die die gläserne Decke als Landtagspräsidentin durchbrochen hat und Vorsitzende im ersten rein weiblichen Landtagspräsidium wird sie in der Tiroler Geschichte erinnert bleiben. Liebe Sonja, die Grünen Landtagsabgeordneten wünschen dir alles Gute für deinen weiteren Werdegang und dem Tiroler Landtag gerne auch weiterhin eine Frau Präsidentin!“

Das schwarze Urgestein Jakob Wolf, als VP-Klubchef immer gut für starke Sprüche, wird neuer Landtagspräsident werden. Foto: Expa/Groder

Dieser Wunsch der Grünen geht freilich nicht in Erfüllung. Die ÖVP, die diesen Posten besetzen darf, will schon heute, Montag, personell Nägel mit Köpfen machen. Der bisherige ÖVP-Klubobmann Jakob Wolf wurde dem Landesparteivorstand am Nachmittag als Kandidat für die Nachfolge Ledl-Rossmanns vorgeschlagen. Wolf als Klubobmann beerben soll Ex-Landesgeschäftsführer Sebastian Kolland. Der neue Landtagspräsident wird am 1. Juli im Plenum gewählt werden.

Die nunmehrigen personellen Weichenstellungen nach dem Rückzug Ledl-Rossmanns kommen nicht überraschend. Das schwarze Urgestein Wolf – der frühere Pressesprecher von Altlandeshauptmann Wendelin Weingartner sitzt seit 2003 im Landtag, seit 2013 führt er den ÖVP-Landtagsklub – kennt das parlamentarische Geschehen wie seine Westentasche, gilt als hervorragend vernetzt und überparteilich anerkannt.

Zudem wurde zuletzt ohnehin gemunkelt, dass der 59-jährige Ötztaler und langjährige Bürgermeister von Umhausen nach der Landtagswahl im Jahr 2027 auf den Präsidentensessel wechseln könnte. Nun dürfte diese Rochade aufgrund des überraschenden Abgangs Ledl-Rossmanns offenbar vorgezogen werden.

Sebastian Kolland steigt auf

Der 43-jährige Kolland wiederum gilt als eine der Zukunftshoffnungen der Partei. Mit ihm als Klubobmann will Landesparteiobmann Landeshauptmann Anton Mattle offenbar einen Generationenwechsel an zentraler Stelle vollziehen. Der frühere Bundesrat gehört seit 2022 dem Landesparlament an. Er war lange als Pressesprecher in der ÖVP-Zentrale in der Innsbrucker Fallmayerstraße tätig gewesen, als rechte Hand von Langzeit-Geschäftsführer Martin Malaun.

Nach der Landtagswahl beerbte Kolland Malaun dann als Parteimanager, blieb aber nur bis Sommer 2024. Seitdem konzentriert sich der Vizebürgermeister von Ebbs im Tiroler Unterland vor allem auf die Landtagsarbeit und die Parteiarbeit im Bezirk – er hat auch die Position des Kufsteiner ÖVP-Bezirksparteiobmannes inne. Kolland wurde seit seinem Abgang aus der Zentrale nicht weniger einflussreich, sondern eher mehr. Der Vertraute Mattles gilt als einer der auffälligen schwarzen Abgeordneten abseits von Wolf und nach wie vor bestens firm in Parteiangelegenheiten.

Gerhard Pirkner ist Herausgeber und Chefredakteur von „Dolomitenstadt“. Der promovierte Politologe arbeitete als Kommunikationsberater in Salzburg, Wien und München, bevor er nach Lienz zurückkehrte und 2010 „Dolomitenstadt“ ins Leben rief. 2025 erhielt Pirkner für seine journalistische Arbeit den Walther-Rode-Preis.

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