Lediglich mit dem Ansehen und Bewerten von Videos Geld zu verdienen, klingt zu schön um wahr zu sein? Ist es auch!
Auf durchaus schmerzliche Weise musste diese Lektion eine junge Tirolerin lernen, die etwas Geld dazuverdienen wollte und deshalb auf ein Jobangebot auf der Social Media-Plattform TikTok reagierte. Das Versprechen: Gemeinsam mit einer Community einen einfachen Nebenverdienst durch das Ansehen und Bewerten von Videos generieren.
Immer höhere Geldforderungen
Dass sie zunächst dazu aufgefordert wurde, auf ein ausländisches Konto einzuzahlen, störte die junge Frau nicht. Erstens war der Betrag mit fünf Euro gering und zweitens wurde die Notwendigkeit scheinbar plausibel erklärt. Außerdem wurden gute Verdienste in Aussicht gestellt. Allerdings blieb es nicht bei dieser einen Überweisung. Die Geldforderungen wiederholten sich und die Beträge wurden höher.
Als sie insgesamt schon rund 200 Euro eingezahlt hatte, realisierte sie zum ersten Mal, dass etwas nicht stimmen konnte. Doch dann ging das perfide Spiel erst richtig los. Um ihr Geld zurück zu erhalten, müsste die junge Frau zunächst noch einmal Geld auf ein italienisches Bankkonto einzahlen, wurde ihr erklärt. Gleichzeitig meldeten sich angebliche Mitglieder der „Community“ bei ihr, die sie aufforderten, endlich das verlangte Geld einzuzahlen, da andernfalls auch sie ihr Kapital nicht erhalten würden.
Psychischer Druck
Der ausgeübte Druck zeigte Wirkung und das Opfer lieh sich bei Freunden und Bekannten nochmals Geld aus. Aber auch nach den erneuten Überweisungen erfolgte keine Rückerstattung.
In der Folge wandte sich die junge Frau an die AK Tirol, die das Spiel erkannte. Die Frau erstattete Anzeige bei der Polizei, wenngleich die Chancen, dass sie ihr Geld wieder bekommt, nicht gut stehen.
Hinter derartigen Angeboten stecken, wie die Arbeiterkammer Tirol erläutert, meist organisierte Banden, die oft aus dem Ausland agieren. Sie machen sich Massenverbreitungen via Social Media-Apps zunutze und üben auf gutgläubige Opfer einen permanenten psychischen Druck aus.
Tipps der AK
Vor diesem Hintergrund gibt die AK folgende Hinweise:
- Was zu schön klingt, um wahr zu sein, ist auch nicht wahr.
- Ein seriöser Jobanbieter wird nie eine Vorauszahlung verlangen.
- Über merkwürdige Jobangebote auf Social Media sollte mit Familienmitgliedern oder Freunden gesprochen werden.
- Bei Verdacht auf Betrug sollte Anzeige bei einer Polizeidienststelle erstattet werden.
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