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Rosa Grashüpfer in Kärnten: Was steckt dahinter?

Statt in grün oder braun erleuchtet ein Grashüpfer in Kärnten nun rosa. Grund dafür ist eine seltene Genmutation.

Die Citizen-Science-Plattform erhielt Mitte Juni eine Aufnahme eines außergewöhnlich gefärbten Grashüpfers. Festgehalten wurde dieses Phänomen im Villacher Stadtteil St. Georgen. Statt der gewöhnlichen braunen oder grünen Färbung erstrahlt das Tier in einem kräftigen Rosa. Auslöser dafür ist eine seltene genetische Mutation, der sogenannte Erythrismus. Als Erythrismus bezeichnet man die überwiegende Bildung des roten Farbpigments. Die pinke Pigmentierung setzt sich allerdings nur durch, wenn beide Elternteile die mutierte Genvariante an das junge Insekt weitergeben. Da dieser Vorgang in freier Wildbahn nur selten passiert, gilt die Entdeckung dieses Grashüpfers als absolute Ausnahme.

Gefährliche Farbpracht

Obwohl die Färbung für Menschen spektakulär ist, stellt sie für das Tier einen lebensbedrohlichen Nachteil dar. Während sich Grashüpfer mit grüner oder brauner Färbung in der Natur problemlos vor Fressfeinden verstecken können, sticht das rosa Tier direkt ins Auge der Fressfeinde. Die Lebensspanne der außergewöhnlich gefärbten Tiere hält sich daher meistens kurz und sie kommen nie ins Erwachsenenalter.

Solch einen grell gefärbten Grashüpfer bekommt man nicht alle Tage zu sehen. Diese Aufnahme gelang im Villacher Stadtteil St. Georgen und bildet ein seltenes Naturphänomen ab. Foto: Rosemarie Maliha

Farbmutationen in der Natur

Neben dem bereits erklärten Erythrismus findet man in der Tierwelt noch weitere seltene Mutationen. Das Phänomen Albinismus hat ebenfalls eine Genveränderung als Ausgangspunkt und ergibt sich aus der fehlenden Bildung des Pigments Melanin. Albinotische Tiere erscheinen weißlich oder fast farblos und leiden oft unter Lichtempfindlichkeit. Den Gegenteil dazu bildet der Melanismus, hier werden verstärkt dunkle Farbpigmente gebildet. Tiere, welche unter dieser Genmutation leiden, erscheinen in einer nahezu schwarzen Farbe und sind somit auf dunklen Untergründen besonders gut getarnt. Bei der Entdeckung eines außergewöhnlichen gelben bis goldgelben Tieres liegt meistens der Xanthismus zu Grunde. Beim Xanthismus fehlt die Bildung dunkler Pigmente wodurch gelbe Farbstoffe dominieren.

Abwechslungsreiche Vegetation nötig

Als bevorzugtes Besiedelungsgebiet von Grashüpfern gelten sonnige, offene Landschaften wie Wiesen, Weiden oder Wegränder. Viele Arten profitieren von der dort herrschenden abwechslungsreichen Vegetation, welche nicht nur der Ernährung sondern gleichzeitig als Rückzugsort dient. Die Eier der Tiere werden hingegen in wärmeren offenen Bodenstellen gelegt und überdauern dort den Winter, ehe im Frühjahr dann die Jungtiere - Nymphen - schlüpfen. Ihr bekanntestes Merkmal ist ihr Zirpen, welches sowohl der Partnerfindung als auch der Revierabgrenzung dient. Die Geräusche sind durch die sogenannte Stridulation möglich. Als Stridulation wird das Aneinanderreiben speziell ausgebildeter Körperstrukturen bezeichnet.

Der Fund der rosa Grashüpfer-Nymphe zeigt, welche außergewöhnlichen Phänomene unsere Natur hervorbringt. Gleichzeitig legt die Entdeckung dar, dass die Besonderheit zwar spektakulär fürs Auge der Menschen ist, die Lebenserwartung der Tiere dadurch allerdings erheblich verkürzt wird. Nichtsdestotrotz gibt uns der Fund einen seltenen Einblick in die Vielfalt der Natur und unserer heimischen Insektenwelt.

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