Am Freitag wurde in einem Rechenzentrum der Innsbrucker Kommunalbetriebe AG Österreichs neuer Hochleistungsrechner, der Multi-Site Computer Austria (MUSICA), feierlich eröffnet. Neben Linz und Wien befindet sich in Innsbruck der dritte Standort des Supercomputers, der Wissenschaft, Unternehmen und öffentlichen Institutionen zur Verfügung steht.

Gregor Weihs, Vizerektor für Forschung und designierter Rektor der Universität Innsbruck, betonte bei der Vorstellung, dass der Supercomputer die Leistung zur Verfügung stelle, „die notwenig ist, um weiterhin im internationalen Spitzenfeld mithalten zu können.“
Auch die Hintergründe für die Aufteilung auf drei Städte erklärte Weihs: „Der Aufbau an drei Standorten erhöht die Ausfallsicherheit und Flexibilität im Betrieb und stellt sicher, dass Rechenprozesse auch bei möglichen Einschränkungen an einem Standort fortgeführt werden können.“
KI und datenintensive Forschung
MUSICA zählt aktuell zu den hundert schnellsten Supercomputern im weltweiten Top-500-Ranking. Mit einer Gesamtleistung von 45 Petaflops, das sind 45 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde!, übertrifft der Rechner die bisher stärksten österreichischen Supercomputer um mehr als das Achtfache. Das System unterstützt sowohl klassische High-Performance-Computing-Anwendungen als auch großskalige KI-Anwendungen.

Der Supercomputer umfasst mehr als 1.000 NVIDIA H100 GPUs, das sind extrem leistungsstarke Grafikprozessoren, und bietet damit die notwendige Leistung für das Training moderner Machine-Learning-Modelle und großer neuronaler Netze: Das System kann somit KI-Modelle „füttern“ und verbessern sowie riesige Datenmengen verarbeiten. Gleichzeitig ermöglicht es anspruchsvolle Simulationen und datenintensive Workflows in Bereichen wie Physik, Ingenieurwesen, Chemie, Lebenswissenschaften und Umweltforschung.
Förderung und Finanzierung
MUSICA wurde mit 20 Millionen Euro von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) im Rahmen von Quantum Austria und des europäischen Aufbau- und Resilienzplans gefördert, weitere Mittel kommen vom Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung.
Während Errichtung und Beschaffung damit gesichert sind, werden Infrastrukturmaßnahmen wie Stromversorgung und Kühlung sowie laufende Betriebskosten von den Konsortialpartnern getragen. „Der Betrieb eines solchen Supercomputers ist mit erheblichen Kosten verbunden“, betont Gregor Weihs. „Budgetkürzungen bei Universitäten treffen auch jene ohnehin knappen Budgets, aus denen laufende Kosten wie Energie, Wartung und Betriebspersonal finanziert werden müssen“, so der designierte Rektor.
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