Am Samstag, 4. Juli, stieg ein tschechisches Ehepaar als Zweierseilschaft über den Stüdlgrat in Richtung des Großglockner-Gipfels auf. Der 29-jährige Mann fungierte während der gesamten Tour als Vorsteiger.
Gerissene Sicherungsschlinge
In einer Seehöhe von ca. 3.650 bis 3.700 Metern sicherte sich der Mann nach eigenen Angaben mit einer Selbstsicherungsschlinge an einem gebohrten Standhaken und setzte sich in seinen Sitzgurt. Laut Aussage seiner 24-jährigen Ehepartnerin riss die Selbstsicherungsschlinge, woraufhin der Mann rückwärts etwa zehn Meter über nahezu senkrechtes Felsgelände abstürzte, bevor er auf einem kleinen Felsvorsprung zum Liegen kam.
Ein unbeteiligter, jedoch befreundeter Bergsteiger, der sich in der vorausgehenden Seilschaft befand, stieg zum Verletzten ab und leistete Erste Hilfe. Gleichzeitig wurde der Alpinnotruf abgesetzt.
Taubergung
Der Notarzthubschrauber konnte jedoch aufgrund von starkem, böigem Nordwestwind sowie wiederholt durchziehender Nebelschwaden zunächst keine Bergung durchführen. Deshalb wurde der Polizeihubschrauber aus Salzburg hinzugezogen, dem eine Bergung mit einem variablen Tau gelang.
Der schwerverletzte Tscheche wurde zum Lucknerhaus geflogen und dort an die Besatzung des Notarzthubschraubers übergeben. Nach der Erstversorgung erfolgte der Transport in das Tauernklinikum Zell am See. Die Ehefrau blieb unverletzt und wurde von zufällig anwesenden Mitgliedern der Bergrettungen Matrei und Kals über den Gipfel des Großglockners zur Adlersruhe begleitet.
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